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Goodgame Studios: Umstrukturierung kostet mindestens 100 Mitarbeiter den Job

(Foto: Goodgame Studios)

Mit 1.100 Mitarbeitern gilt Goodgame Studios als einer der größten Arbeitgeber in der Startup-Szene. Nun müssen mehr als 100 Mitarbeiter gehen. 

Es klingt nach einer banalen Meldung: „Goodgame Studios konzentriert sich auf Kernkompetenzen“, schreibt das Hamburger Spiele-Startup auf seiner Presseseite. Der Inhalt hingegen wartet mit deutlich mehr Brisanz auf. Das Unternehmen kündigt an, einige Bereiche aufzugeben beziehungsweise umzustrukturieren – und mehr als 100 Personen zu entlassen.

Goodgame Studios wolle sich auf seine „Kernkompetenzen“ fokussieren, heißt es in dem Statement. Das Startup will künftig auf mobile und Browser-Spiele setzen. Außerdem will das Unternehmen stärker in den Bereich Performance Marketing drängen. Ein wenig Selbstkritik schimmert in der Mitteilung durch: Man habe in den vergangenen Jahren „erheblich“ in neue Genres und Plattformen investiert, heißt es. „Bisher konnte aber noch keine Neuentwicklung an den Erfolg der Bestandstitel anknüpfen.“ Deshalb will Goodgame Studios unter anderem die Casual- und PC-Client-Spiele aufgeben.

Goodgame Studios: Wer muss gehen?

Mindestens 100 der 1.100 Mitarbeiter müssen nun um ihren Job fürchten. Wie die 2009 gegründete Firma in der Mitteilung schreibt, sollen Beschäftigte in einem „unteren dreistelligen Bereich“ gehen. Das Unternehmen spricht von einem „umfangreichen Sozialplan“.

Die Beschäftigten erfuhren offenbar am Donnerstag in einem spontan angesetzten Meeting von den Entlassungen. Das berichtet die Hamburger Morgenpost. Wer tatsächlich gehen muss und wer nicht, wurde demnach per Mail übermittelt. Diejenigen, die bleiben sollten, fanden in ihrem Postfach ein Anschreiben mit dem Inhalt, dass man wertvoll für das Unternehmen sei, heißt es in dem Bericht. Mitarbeiter, die keine Mail erhielten, sorgten sich nun um ihren Arbeitsplatz. Bis Ende September sollen die betriebsbedingten Kündigungen abgeschlossen sein.

Goodgame Studios hatte bereits mehrfach mit seiner Mitarbeiterführung auf sich aufmerksam gemacht. Das Unternehmen geriet Ende 2015 heftig in die Kritik, als sich das Management gegen die Gründung eines Betriebsrats stellte. Das Unternehmen soll unter anderem Beschäftigte gefeuert haben, die ein solches Gremium unterstützten, wie mehrere Medien berichteten. Die Mitarbeiter hatten im Januar offiziell gegen einen Betriebsrat gestimmt, im Mai wurde das Goodgame Employee Committee gegründet. Das besitzt allerdings längst nicht so viele Kompetenzen wie ein gewöhnlicher Betriebsrat.

Im Geschäftsjahr 2014 erzielte Goodgame Studios einen Umsatz von mehr als 202 Millionen Euro. Für 2015 hat das Unternehmen bislang keine Zahlen vorgelegt.

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