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Google ändert durch das AMP-Update die Funktionsweise des Webs

(Foto: FOOTAGE VECTOR PHOTO / Shutterstock.com)

Google hat Änderungen für sein AMP-Projekt angekündigt, die die Funktionsweise des Webs auf den Kopf stellen könnten. Kritiker monieren, dass die Verknüpfung von URL und Website aufgehoben wird.

Erst vor wenigen Wochen hatte Google das Feature AMP for E-Mail an den Start gebracht, das Mails künftig interaktiver machen soll. Im Rahmen der Entwicklerkonferenz AMP Conf 2019 in Tokio hat der Konzern jetzt weitreichende Änderungen für das AMP-Projekt angekündigt. Künftig sollen Browser bei AMP-Seiten die Original-URL anzeigen – obwohl die Inhalte aus dem Google-Cache geladen werden.

AMP-Seiten mit Original-URL angezeigt

Anstelle von etwa „google.com/amp/www.example.com“ würde der Browser in der Adressleiste künftig gleich „www.example.com“ anzeigen. Nutzer würden so in vielen Fällen nicht wissen, auf welcher Website sie sich eigentlich befinden. Schließlich wird der Original-Link angezeigt, auch inklusive des grünen Schlosssymbols, wie Androidpolice berichtet.

Beobachter kritisieren entsprechend, dass Google damit die Verknüpfung von URL und Website aufhebt und die Funktionsweise des Webs auf den Kopf stellt. Ebenfalls kritikwürdig: Ein Aufrufen der Original-Website wird durch die neue Darstellung für den Nutzer erschwert. Der bisher in der AMP-Darstellung angezeigte Link zur originalen Version der Website wird künftig verschwinden. Auch zusätzliche Features auf der Seite wie die Kommentarfunktion könnten dank des AMP-Updates für Nutzer nicht mehr ohne Weiteres erreichbar sein.

Basis des AMP-Updates ist die Web-Packaging genannte Chrome-Funktion, die Google im vergangenen Jahr getestet hat. Diese erlaubt es Seiten, Inhalte anderer Seiten unter ihrem Namen anzuzeigen. Mithilfe von TLS soll sichergestellt werde, dass sich die Inhalte nicht geändert haben. Web-Packaging ist seit der Chrome-Version 73 dort voreingestellt. Die AMP-Seiten können dieses Feature jetzt in Chrome und Edge nutzen. Außerdem ist der DNS-Anbieter Cloudflare von Beginn an mit an Bord.

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4 Kommentare
Mandy
Mandy

Wer bei AMP mitmacht ist einfach nur dumm. Zu offensichtlich, wie Google hier unter Open Source Flagge versucht den nächsten Mist durchzudrücken.

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Paul
Paul

@Mandy
ganz deiner Meinung!

AMP braucht zudem kein Mensch….

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Zero
Zero

Bitte nicht noch schlimmer! Die AMP Seiten nerven massiv und ich stelle jedes Mal manuell auf die Original Seite um. Ich will einfach nur die normale Seite, mit langsamer Ladezeit und allem was dazugehört. Google will mit den vermeintlichen Vorteilen doch nur seine Dominanz im Netz erhöhen. Und jetzt soll man bald nicht einmal mehr aufs Original wechseln können?
Ich glaub ich Wechsel doch bald die Suchmaschine. Ja, die Ergebnisse sind bei Google tatsächlich am besten, aber langsam werden die mir echt zu aggressiv mit ihrem Pseudo-„Wir verbessern das Internet“

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Zero
Zero

Kleiner Nachtrag: Den Mist mit AMP für Mails hab ich eh nicht verstanden. Warum nicht einfach aktuelles HTML und CSS unterstützen. Was ist denn so schwer daran? Das hier geht nicht nur an Google, sondern an alle Entwickler von Mail-Software. Welcher Teufel reitet die, dass die nicht einfach die typischen Browser-Stil-Funktionen nutzen? Ja, JavaScript ist böse, ich weiß. Auch wenn jeder Browser das kann, auf keinen Falls sollte das ein Mailprogramm haben. /Ironie off
Aber mal ehrlich: Was ist so böse an CSS, das einem Element eine Animation hinzufügt? Und mit reinem HTML ließen sich doch auch Videos einbetten…?
Sowohl die Politik als auch die (Internet)-Großkonzerne verdrehen unser schönes Internet. So gesehen, liefern die sich einen Kampf mit Mist-Funktionen, die dann wieder zu Gesetzen führen, die viel weitreichender typische Internet-Funktionen aushebeln. Bäh! Und dieser Kampf wird auf die Rücken der kleinen Firmen und der Internet-User ausgetragen werden, so schade…

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