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So stellt sich Alphabet die Stadt der Zukunft vor

(Foto: Sidewalk Labs)

Die Google-Schwester Sidewalk Labs will in Toronto einen Hightech-Stadtbezirk hochziehen. Wir werfen einen Blick auf das umstrittene Projekt.

Schon 2017 sicherte sich Sidewalk Labs im Rahmen eines Bieterverfahrens das Recht, einen Stadtbezirk in Toronto zu erschließen. Sidewalk Labs gehört wie Google zum Alphabet-Konzern und setzt bei dem Bauprojekt wenig überraschend auf viel Hightech. Jetzt gibt es neue Bilder und Informationen zu dem Projekt, nachdem der Toronto Star die Dokumente vorab geleakt hatte.

Interessanterweise will Sidewalk Labs beim Bau der geplanten 3.000 Wohneinheiten, von denen sich einige in bis zu 30 Stockwerke hohen Türmen befinden, vor allem auf Holz setzen. Ein Baustoff, der letztlich eher wenige Assoziationen mit Hightech setzt. Allerdings sollen die Gebäude modular konzipiert werden und so recht einfach erweitert werden können. Laut den Plänen ist rund ein Drittel der Wohnungen als „bezahlbar“ angedacht.

Galerie: So stellt sich Alphabet die Stadt von Morgen vor
(Foto: Sidewalk Labs)

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Strom und Wärme soll das Smart-City-Viertel durch Solarenergie und geothermale Hitze gewinnen können. Außerdem soll es ein „smartes“ Entsorgungssystem geben, das den Müll, der am Ende auf der Müllkippe landet, um bis zu 80 Prozent reduziert. Abtransportiert wird der Müll aber nicht von der Müllabfuhr, sondern wird von unterirdischen Robotern weggeschafft. Die dafür notwendigen Tunnel könnten aber offenbar auch für robotergestützte Lieferungen genutzt werden.

Beheizte Fahrradwege sollen dafür sorgen, dass Bewohner auch im kalten kanadischen Winter nicht auf ihre Bikes verzichten müssen. Außerdem, allerdings befindet sich diese Idee wohl noch in einer frühen Planungsphase, könnte es am Gebäude montierte riesige Regenschirme geben, die bei Bedarf über Außenbereiche von Cafés und Restaurants gespannt werden könnten.

Weiterhin Kritik an den Smart-City-Plänen der Alphabet-Tochter

Das Bauprojekt steht schon seit geraumer Zeit in der Kritik. Dabei ging es zunächst vor allem um den Datenschutz. Aus Protest über die Verwendung der Daten beendeten 2018 zwei Beraterinnen ihre Mitarbeit an dem Smart-City-Projekt. Eine davon, die Datenschützerin Ann Cavoukian, erklärte ihren Rücktritt mit den Worten: „Ich dachte, dass wir eine Smart-City des Datenschutzes schaffen, nicht eine Smart-City der Überwachung.“ Laut Sidewalks Labs werden alle gesammelten Daten zwar anonymisiert, anschließend könnten sie aber, so Experten, vermutlich wieder deanonymisiert werden.

Auch die neuerlich geleakten Pläne haben erneut zu Kritik geführt. Sidewalk Labs trägt sich offenbar mit dem Gedanken, das gesamte Areal um das eigentliche Bauprojekt herum mit Infrastruktur wie Abwasserleitungen zu versorgen. Die Kosten dafür müsste die Stadt Toronto der Alphabet-Tochter dann aber in Form eines Kredits zurückzahlen. Die kanadische Nachrichtensendung Citynews zitiert einen anonymen Regierungsangestellten, der den Umfang der Sidewalk-Labs-Pläne als „besorgniserregend“ bezeichnet. Allerdings glaubt er nicht, dass die Regierung einer solch massiven Erweiterung des ursprünglichen Deals zustimmen würde.

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