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Google Assistant: Auswertung von Sprachaufzeichungen durch Menschen nur, wenn ihr es erlaubt

Google Assistant im Smartphone. (Foto: Shutterstock)

Google hat aus den Erfahrungen im Sommer 2019 gelernt und will künftig transparenter mit unseren Sprachdaten umgehen. Unter anderem sollen die Sprachaufzeichnungen nicht mehr standardmäßig von Menschen ausgewertet werden.

Im Sommer standen die Sprachassistenten aller Anbieter auf dem Prüfstand: Es stellte sich heraus, dass die Sprachaufzeichnungen sowohl bei Amazons Alexa als auch bei Googles Assistant und Apples Siri von Menschen angehört und transkribiert worden waren. Google stellte das Vorgehen nach Kritik umgehend ein. Nun entschuldigt sich das Unternehmen dafür und erklärt, wie künftig mit den Sprachaufzeichnungen umgegangen wird.

Google Assistant: Sprachaufnahmen werden standardmäßig nicht gespeichert

In einem umfangreichen Blogbeitrag erläutert Nino Tasca, Senior Product Manager für den Assistant bei Google, dass die Transkription der getätigten Sprachbefehle die Spracherkennungs-Technologie für verschiedene Sprachen verbessern könne. Dass das Unternehmen dafür unter anderem auch auf Menschen setze, habe Google jedoch unzureichend kommuniziert, wofür man sich entschuldige. Zwischenzeitlich habe man den Transkriptionsprozess weltweit pausiert und die Systeme als auch Kontrollmechanismen umfassend überprüft, so Tasca weiter.

Google Assistant im Google Home. (Foto: Shutterstock)

Google Assistant im Google Home. (Foto: Shutterstock)

Google zufolge werden eure Sprachaufnahmen standardmäßig nicht gespeichert. Das Unternehmen gibt an, dass das auch schon vorher so gewesen sei und sich auch in Zukunft nicht ändern werde. Falls ihr eure Spracheingaben speichern wollt, könnt ihr dafür während der Einrichtung des Assistenten die Funktion Sprach- und Audioaktivitäten aktivieren. Dadurch tragt ihr aktiv zur Verbesserung des Sprachassistenten bei: Wenn ihr die Funktion aktiviert, soll das Tool eure Befehle nach und nach besser erkennen können, auch wenn ihr mit Akzent oder einen Dialekt sprecht, und so das Gesamterlebnis für alle Nutzer optimieren.

Laut Google werde lediglich ein kleiner Bruchteils der Sprachaufnahmen dazu genutzt, das Verstehen von Sprachen und Akzenten zu optimieren. „Gegebenenfalls“ hören Mitarbeiter eure Spracheingaben ab. Wie gehabt besteht weiterhin die Möglichkeit, alle eure getätigten Spracheingaben jederzeit anzuhören und nach Belieben zu löschen.

Sofern ihr den Google Assistant schon nutzt, ist das von Menschen durchgeführte Auswertungsverfahren standardmäßig deaktiviert. Um Teil des Programms zu werden, müsst ihr die entsprechenden Einstellungen überprüfen und bestätigen. Ohne die Bestätigung würden keine Auswertungen eurer Befehle durch Menschen durchgeführt.

Google Assistant: Strengere Regeln, automatische Löschung versehentlicher Aufnahmen

Damit eure Daten besser durch die Auswertung von Menschen geschützt werden, hat Google strengere Datenschutzregeln für den Transkriptionsprozess eingeführt. Dazu gehören etwa Filter zum Schutz der Privatsphäre. Zudem hören sich die von Google als „Sprachexperten“ bezeichneten Mitarbeiter lediglich einen Bruchteil der Aufnahmen an. Das Unternehmen spricht von rund 0,2 Prozent aller vom Nutzer durchgeführten Audioaufnahmen. Ferner betont Google erneut, dass auch nur jene Aufnahmen ausgewertet würden, bei denen Kunden explizit den Auswertungen der Anfragen zugestimmt hätten.

Es komme immer wieder vor, dass der Assistant durch Aussagen, die ähnlich wie das Hotword „Okay, Google“ klingen, aktiviert werde. Schon jetzt würden entsprechende Aufnahmen gelöscht, so Google. Um unbeabsichtigte Aktivierungen besser zu steuern, können User künftig den Empfindlichkeitsgrad für das Hotword einstellen, damit Fehlaktivierungen minimiert werden.

Darüber hinaus will Google „bald“ den Großteil an Spracheingaben automatisch löschen, die mit eurem Google-Konto verknüpft und schon einige Monate alt sind. Die neue Funktion soll im Laufe des Jahres in die „Sprach- und Audioaktivitäten“ einziehen. Eine entsprechende Funktion existiert bereits für eure Standortdaten und Webaktvitäten.

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