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Handelskonflikt: Google sperrt Huawei von Android-Updates und -Diensten aus

Huawei P30 Pro. (Foto: t3n)

Google hat die Zusammenarbeit mit Huawei eingestellt: Huawei- und Honor-Geräte bekommen unter anderem keine Updates, der Zugriff auf Dienste wie den Play-Store wird verwehrt. Auch Intel, Qualcomm und weitere Konzerne beliefern Huawei nicht mehr.

Präsident Trump hatte dem US-Handelsministerium am Donnerstag per Dekret neue Instrumente an die Hand gegeben, um ausländische Telekom-Anbieter auszubooten. Damit sollen vor allem China und Huawei getroffen werden: Der Konzern und etliche seiner weltweit verteilten Tochtergesellschaften werden damit auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. Wer US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren wolle, müsse dafür künftig eine Lizenz erwerben, die Experten zufolge höchstwahrscheinlich nicht erteilt wird.

Huawei ohne Android: Was Smartphone-Besitzer jetzt wissen müssen

Google sperrt Huawei von proprietären Android-Diensten aus

Google und weitere US-Techunternehmen müssen dem Dekret seitens der US-Regierung folge leisten und haben die Zusammenarbeit mit Huawei zu großen Teilen eingestellt. Der für Huawei wohl härteste Schlag ist dabei die Einstellung der Zusammenarbeit mit Google.

Huawei P30 Pro. (Foto: t3n)

Huawei P30 Pro – das letzte High-End-Gerät mit Android? (Foto: t3n)

Durch die Einstellung der Geschäftsbeziehungen mit Huawei wird es künftig keinen Transfer von Hardware, Software und technischen Diensten zwischen den Konzernen geben. Ausgenommen seien lediglich Produkte, die unter einer Open-Source-Lizenz stehen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters zuerst und wurde durch The Verge bestätigt.

Dadurch hat der weltweit zweigrößte Smartphone-Hersteller unter anderem künftig keinen frühen Zugriff mehr auf Updates für Googles Android-Betriebssystem. Huawei wird damit keine Android-Vorversionen erhalten, auch die Bereitstellung von noch nicht öffentlichen Sicherheitsupdates würden dem Unternehmen bereitgestellt. Stattdessen könne Huawei erst auf die Ressourcen mit der Veröffentlichung im Open-Source-Arm (AOSP) zugreifen.

Das ist jedoch nicht alles: Huawei wird ebenso der Zugriff auf essenzielle proprietäre Android-Dienste verwehrt. Die Google-Apps wie die Play-Dienste inklusive Store, Dienste und Play Protect, Gmail, Youtube, Google Maps und den Chrome-Browser wird es auf künftigen Huawei-Smartphones nicht mehr geben. Das Android-Ökosystem wird Huawei quasi unter den Füßen weggerissen.

Google: Play-Store und App-Updates bleibt aktuellen Huawei-Geräten bestehen

Besitzer von Huawei-Geräten müssen sich vorerst keine Sorgen machen: Dienste wie der Play-Store und die entsprechenden Sicherheitsdienste sollen weiterhin funktionieren, so Google. Die Geräte können somit weiterhin ohne Einschränkungen genutzt werden, Apps erhalten weiterhin Updates. Aber: Mit Sicherheits- und Android-Updates kann nicht mehr – oder nur massiv verspätet – gerechnet werden.

Sofern der Handelskrieg zwischen den USA und China nicht rasch beigelegt wird, muss Huawei sich nach einer Alternativlösung umsehen. Die hat der Konzern sogar schon in der Mache, wie schon vor einiger Zeit bestätigt wurde: Das Unternehmen hat ein eigenes Betriebssystem als Plan B in der Hinterhand, das nun vermutlich früher als erwartet zum Plan A wird.

Google ist nicht der einzige US-Konzern, der sich dem Dekret beugen muss. Auch die Chip-Schmieden wie Intel, Qualcomm, Broadcom und Xilinx werden laut Bloomberg weder Chips noch Software an Huawei verkaufen. Huawei baut zwar eigene Chips, für Server und seine Notebooks bezieht der Konzern indes von Intel, von Qualcomm kauft der Konzern Modems, und für Netzwerk-Produkte kauft Huawei Komponenten bei Xilinx und Broadcomm.

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3 Kommentare
icu
icu

Das passiert, wenn sich alle auf einen Anbieter stürzen.
Monokultur halt.
Bin gespannt, wann es den nächsten trifft.

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Titus von Unhold
Titus von Unhold

Da Android OpenSource ist schadet die Entscheidung Google mehr als Huawei.

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Moe
Moe

Totaler Schwachsinn. Hat Trump eignendlich ein Plan von dem was er macht? Sträfzölle gegen China schädigen in den USA ansässige Firmen genauso wie Chinesiche. Warum? Mal an z. B. Apple gedacht? Designed in California, Asembled in China. Viele Bauteile und Produkte werden in Fernost gebaut ohne die amerikanische Geräte und Fahrzeuge nicht funktionieren würden. Betrifft auch jeden anderen Staat. Aber naja Hochmut kommt vor dem Fall. Manchmal habe ich das Gefühl er benimmt sich wie ein Kleinkind. Wenn was nicht nach seiner Nase geht, wird er schnell Bockig.

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