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Google sperrt Nutzer von ihren Dokumenten aus – und zeigt damit die Gefahren der Cloud

(Foto: digidreamgrafix/Shutterstock)

Google hat vorübergehend eine Reihe von Nutzern aus ihren Dokumenten ausgeschlossen, weil die angeblich gegen die Nutzungsrichtlinien verstoßen haben.

Google schließt Nutzer versehentlich aus ihren Dokumenten aus

Dokumente bei Google abzulegen und sie gemeinsam zu bearbeiten, hat viele Vorteile. Allerdings nicht, wenn der Konzern beschließt, die Ersteller von ihren Werken auszuschließen. Genau das passierte mehreren Nutzern der Google-Docs-Plattform in den vergangenen Tagen. Gegenüber der Washington Post erklärte der Suchkonzern, dass ein fehlerhaftes Update dazu geführt habe, dass eine geringe Anzahl an Google-Dokumenten fälschlicherweise als missbräuchlich markiert und somit blockiert wurde. Der Fehler ist mittlerweile behoben und die Nutzer haben wieder Zugang zu ihren Texten.

Für viele Betroffene bleibt jedoch ein gewisser Beigeschmack. Denn der Vorfall zeigt erneut, dass in der Cloud abgelegte Informationen letztlich nie vom Nutzer kontrolliert werden, sondern vom Cloud-Anbieter. Zumal bei Google offenkundig automatisierte Prozesse eingesetzt werden, um potenziell unerwünschte Texte zu sperren. Laut Angaben von Google werden die Texte „technisch gesehen“ nicht gelesen. Allerdings wird eine Form der Mustererkennung verwendet, um etwaige Verletzungen der Nutzungsrichtlinien zu erkennen.

Google Docs: Die Einfachheit der webbasierten Textverarbeitung bringt auch Nachteile mit sich. (Foto: Shutterstock-Dennizn)

Die Macht der Cloud-Anbieter

Neu ist das alles im Grunde nicht. Microsoft aber auch Google nutzen seit Jahren Bilderkennungssoftware, um automatisiert Kinderpornografie zu erkennen und unterstützen so auch die Strafverfolgungsbehörden. Nur sind Texte natürlich etwas völlig anderes als Fotos. Zumal Google recht vage bleibt, welche Informationen überhaupt erfasst und wie sie ausgewertet werden. Realistisch gesehen haben Google und andere Cloud-Anbieter schon rein wirtschaftlich betrachtet natürlich kein Interesse daran, Nutzer massenhaft aus ihren Dokumenten auszusperren. Dennoch ist es nachvollziehbar, dass einige der Betroffenen jetzt nach Alternativen suchen.

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Ein Kommentar
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und wer sich auch nur ein wenig mit machine learning beschäfigt hat, weiß wie fehleranfällig diese mustererkennung sein kann. da wäre ein maschinelles lesen das geringere übel. ein weiterer grund nicht mehr auf google zu setzen.

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