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Karriere

Google, Facebook und Twitter: Ein großer und 7 kleine Gründe für ein Hauptquartier in Dublin

Das europäische Hauptquartier von Google in Dublin. (Foto: dublindailyphotos.com)

Früher aufgrund der boomenden Wirtschaft als „keltischer Tiger“ bekannt, stürzte Irland 2008 in die Krise und erholt sich erst jetzt wieder davon. Trotzdem haben sich Tech-Giganten wie Google, Apple, Facebook, Twitter und Amazon in Dublin angesiedelt, um dort ihre europäischen Hauptquartiere zu eröffnen. Doch warum eigentlich? Wir haben uns auf die Suche nach Antworten gemacht.

Eigentlich gibt es nur einen Grund: Steuererleichterungen

Der Hauptgrund für die Standortwahl ist ohne Zweifel die niedrige Körperschaftssteuer von 12,5 Prozent. Diese Rate kann noch erheblich weiter gesenkt werden: Der Steuertrick „Double Irish“ ermöglichte es multinationalen Konzernen bis vor kurzem, internationale Gewinne über irische Tochtergesellschaften in Steueroasen zu schleusen. Durch den Umweg über Dublin zahlten sie teilweise weniger als fünf Prozent Steuern. Damit ist jetzt allerdings Schluss: Die irische Regierung hat das Schlupfloch im Oktober 2014 aufgrund des Drucks der Öffentlichkeit – mit einer Übergangsfrist bis 2020 – geschlossen.

Nichtsdestotrotz gibt es durchaus noch andere Vorteile von Dublin als europäischem Hauptquartier.

Schwacher Datenschutz

Irland hat die schwächsten Datenschutz-Gesetze in der EU. Die Unternehmen dürfen sich noch nach den jeweiligen staatlichen Regeln des Firmensitzes im gesamten EU-Gebiet bewegen. Das wird sich mit der EU-Datenschutz-Novelle aber voraussichtlich ebenfalls ändern.

Eine aktive Tech-Community

Schon seit dem EU-Beitritt Irlands 1973 zog es globale Konzerne aufgrund der Steuerbegünstigungen nach Dublin. Den Anfang machten Dell, HP, IBM und Microsoft, aber auch Pharma-Konzerne wie Pfizer. Und wo Tauben fliegen, fliegen Tauben zu: Google, Facebook, Twitter, LinkedIn, eBay, PayPal und Amazon sind nur einige der Konzerne, die ihnen gefolgt sind. Dadurch entstand, ähnlich dem Silicon Valley, eine aktive Tech-Community in Dublin.

Talentierte Mitarbeiter

Dieser Punkt ist umstritten: Die Unternehmen selbst behaupten, in Irland optimalen Zugang zu jungen, technisch versierten Arbeitskräften zu haben. In der Realität sind aber zum Beispiel bei Google 70 Prozent der Mitarbeiter nicht aus Irland, sondern werden aus der ganzen Welt rekrutiert. Immer wieder hört man, dass die Tech-Unternehmen in Irland Probleme haben, Talente anzuziehen.

Twitter-Hauptquartier Dublin
Der Hauptsitz von Twitter in Dublin. (Foto: sociable.co)

Bezahlbare Immobilien

In Irland ist es deutlich günstiger, Büros im Zentrum zu haben, als beispielsweise in London oder anderen europäischen Hauptstädten. Irland wurde von der Eurokrise besonders hart getroffen, die Immobilienpreise fielen um bis zu 55 Prozent. Seit Anfang 2014 erlebt die Branche jedoch wieder einen Aufschwung und Irlands Wirtschaft wächst so schnell wie sonst nur Lettland in der Eurozone.

Politische Gründe

Irland ist das einzige englischsprachige Land in der Eurozone. Das erleichtert natürlich die Arbeit für globale Konzerne. Auch die Zugehörigkeit zur Eurozone an sich lässt auf eine gewisse Stabilität schließen. Die IDA Ireland, die irische Wirtschaftsförderungsagentur, ist außerdem eine der einflussreichsten Lobby-Organisationen und bietet ausländischen Firmen attraktive Anreize.

Die geographische Lage

Als Drehscheibe zwischen den USA und Europa mit eigenem Flughafen und Hafen ist Dublin alleine von der geographischen Lage her für US-Firmen attraktiv. Das Klima mit milden Wintern und kühlen Sommern erfordert außerdem keine extremen Maßnahmen, um zum Beispiel Serverräume zu kühlen.

Kulturelle Vorteile

Den Amerikanern wird eine natürliche Affinität zu Irland und der irischen Kultur nachgesagt, alleine schon aufgrund der Braukultur. Auch gelten die Iren als offener und leutseliger als andere Völker Europas. Irland hat außerdem laut der OECD das neuntbeste Bildungssystem weltweit. Die „outgoing Americans“ fühlen sich im hippen, multilingualen Dublin einfach wohl.

Übrigens: Wer sich für die Firmengründung in Dublin interessiert, kann sich an die Deutsch-Irische Industrie- und Handelskammer wenden!

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3 Reaktionen
Janix

Amazon in Irland, ach ja, interessant. ... Aber so etwas wie "Zeitung" (LuxLeaks) lest ihr schon, oder? :)
Und eine längere, sichtbare Gegenrecherche zur Handelskammer wäre auch noch hilfreicher gewesen. Gleichwohl, einen herzlichen Dank für eure Artikel im gleichen Atemzug.

Antworten
marv1407

Das Bild ganz oben stellt die Staatsoper in Dublin dar und nicht das, sehr unscheinbare, Europe Headquater von Facebook.

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Sébastien Bonset

Vielen Dank für den Hinweis marv1407!

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