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Ex-Google-Mitarbeiterinnen reichen Sammelklage wegen unfairer Bezahlung ein

Unfaire Bezahlung: Ex-Mitarbeiterinnen klagen Google. (Foto: Shutterstock-Rrraum)

Google sieht sich erneut Diskriminierungsvorwürfen ausgesetzt. Ehemalige Mitarbeiterinnen haben eine Sammelklage eingereicht. Der Vorwurf: Unterschiedliche Gehälter und Beförderungschancen zwischen Mann und Frau.

Google und Diskriminierung. Die zwei Worte liest der Leser in letzter Zeit häufiger. Auch diese Woche macht das IT-Unternehmen diesbezüglich wieder Schlagzeilen. Drei ehemalige Mitarbeiterinnen haben wegen angeblich unfairer Bezahlung eine Sammelklage gegen die Konzernmutter Alphabet eingereicht. Die Frauen behaupten, bei gleicher Qualifikation und ähnlicher Position weniger als männliche Kollegen verdient zu haben. Außerdem sahen sich die Ex-Angestellten des US-amerikanischen Suchmaschinenbetreibers bei Beförderungen benachteiligt. Die Klage wurde am Donnerstag bei einem Gericht in San Francisco eingelegt.

Diskriminierungsvorwürfe: Ein Spagat für Google

Google-Chef Sundar Pichai. (Foto: dpa)

Google bestreitet, dass die Bezahlung der Angestellten diskriminierend sein soll. Der Vorwurf steht allerdings schon länger im Raum. Erst im Mai 2017 entschied das Unternehmen nach der Veröffentlichung einer Glassdoor-Analyse, die von mindestens 16 Prozent Unterschied sprach, die Gehälter nicht transparent offenzulegen. Eine andere Analyse kam sogar auf bis zu 40 Prozent Unterschied. Google argumentierte damals, dass die Auswertung zu teuer sei. Angeblich hätte allein das Anlegen einer Liste in etwa 500 Arbeitsstunden und 100.000 US-Dollar gekostet. Nicht wenige Kritiker ließ die Begründung erstaunt zurück.

Dass es immer wieder zu Vorkommnissen zwischen der angeblichen Ungleichbehandlung von Mann und Frau bei Google kommt, zeigt auch das sogenannte „Anti-Diversity-Manifest“, das ein ehemaliger Mitarbeiter kürzlich verfasste. Darin äußerte er sich kritisch zu einigen Bemühungen, die das Unternehmen unternimmt, um die Gleichstellung der Geschlechter zu gewährleisten. Das Thema spaltet intern offensichtlich die Gemüter. Die Google-Gleichstellungsbeauftragte Danielle Brown gab zu verstehen, dass es schwierig sei, eine offene Kultur aufzubauen. Google selbst halte sich jedoch an die eigenen Anti-Diskriminierungsrichtlinien.

Mit Vorwürfen dieser Art sahen sich in den letzten Jahren jedoch auch andere Silicon-Valley-Unternehmen wie Facebook oder Apple konfrontiert. Neben der angeblichen Diskriminierung von Frauen, taucht auch immer wieder Kritik bezüglich einer fehlenden ethischen Vielfalt in den Unternehmen auf. Vor allem hispanische und afroamerikanische Mitarbeiter seien kaum in den Tech-Schmieden anzutreffen, macht das US-Magazin Techcrunch schon 2014 in einem großen Report deutlich.

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