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Android P, KI und mehr – was von der Google I/O 2018 zu erwarten ist

Google-CEO Sundar Pichai. (Foto: dpa)

Android P, künstliche Intelligenz, Konkurrenz für Whatsapp und mehr – auch wenn über die Pläne für die Entwicklerkonferenz Google I/O 2018 bisher nicht viel durchsickerte, zeichnen sich die wichtigsten Themen klar ab.

Die großen Tech-Konzerne geben auf ihren jährlichen Entwicklerkonferenzen einen Ausblick auf zukünftige Produkte und nutzen sie zugleich auch für die Vorstellung größerer Strategie-Visionen. Kurz nach Facebook und wenige Wochen vor Apple lädt Google ab Dienstag Software-Entwickler und Partner in die Nähe seiner Zentrale nach Mountain View. Ein Überblick über die Themen:

Google I/O 2018: Neue Details zu Android P

Ein zentrales Thema bei den I/O-Konferenzen ist traditionell die Zukunft des meistgenutzten Smartphone-Betriebssystems. Google benennt die Versionen stets in alphabetischer Reihenfolge nach verschiedenen Süßigkeiten. Dieses Jahr steht Android P an – den genauen Namen kennt man noch nicht – aktuell ist Oreo an der Reihe.

Android P. (Bild Google)

Aus der ersten Entwickler-Vorschau weiß man bereits seit März unter anderem, dass Android P Unterstützung für Sensoren-Aussparungen am oberen Bildschirmrand wie bei Apples iPhone X bekommen wird. Bereits auf dem Mobile World Congress im Februar war zu sehen, dass viele Anbieter von Android-Smartphones das Design-Element kopierten, ohne die Anzeige-Elemente entsprechend anzupassen, sodass Text und Symbole zum Teil von dem schwarzen Streifen verschluckt wurden. Ferner bestätigte Google offenbar unbeabsichtigt eine neue Gestensteuerung, die womöglich die On-Screen-Navigation ablösen könnte. Letztere ist 2011 für Smartphones mit Android 4.0 Ice Cream Sandwich und dem Galaxy Nexus eingeführt worden.

Eine zentrale Frage ist nach wie vor, wie Google dafür sorgen kann, dass die aktuellste Version von Android schneller zu den Nutzern kommt. Das Oreo-System aus dem vergangenen Jahr ist aktuell nur auf 4,6 Prozent aller Android-Geräte installiert. Meistbenutzte Version ist mit rund 31 Prozent der Vorgänger Nougat. Ein Grund für die langsame Verbreitung ist die technische Vielfalt der Android-Geräte verschiedener Hersteller und deren Update-Politik.

Zum Thema Android-Updates: Android-Updates: Smartphone-Hersteller lassen sich soviel Zeit wie nie

Mehr künstliche Intelligenz und Google Assistant

Schon im vergangenen Jahr erklärte Google künstliche Intelligenz zum Kern des gesamten Geschäfts. Die selbstlernenden Maschinen helfen beim Antworten auf Google-Suchanfragen, dem Finden von Fotos oder dem besseren Sortieren von E-Mails.

Smart Display: Google bringt Echo-Show-Konkurrenz mit Google Assistant. (Foto: JBL)

Bereits Anfang des Jahres wurde auf der Technik-Messe CES deutlich, dass Google zu massiven Anstrengungen bereit ist, um das Feld bei smarten Assistenten nicht Amazons Alexa und Apples Siri zu überlassen. Der Google Assistant stützt sich dabei auf das Wissen des Internet-Konzerns über die Welt und die Spracherkennung mithilfe des fortgeschrittenen maschinellen Lernens. Google bringt den Assistenten in immer mehr Android-Geräte verschiedener Anbieter – und zum Beispiel auch in Autos.

Chat: Googles Antwort auf Whatsapp in Kooperation mit Netzbetreibern

Eine spannende Frage für die Google I/O ist die Strategie des Konzerns bei Messaging-Diensten. Hier hat Apple ein eigenes starkes Angebot mit dem Dienst iMessage, der allerdings nur Nutzern von Geräten des iPhone-Konzerns vorbehalten ist. Facebook dominiert plattformübergreifend mit Whatsapp und dem Messenger. Google startete über die Jahre mehrere verschiedene Dienste wie zuletzt „Allo“ und „Duo“, die jedoch die Konkurrenz nicht vom Thron stoßen konnten.

Chat soll auch auf dem Desktop verwendet werden können. Per QR-Code wie bei Whatsapp soll der Verbindungsaufbau stattfinden. (Bild: The Verge/Google)

Lange wurde erwartet, dass Google einen neuen Versuch mit einem übergreifenden Android-Messenger unternimmt, doch der Konzern scheint einen anderen Weg zu gehen. Google setzt mit „Chat“ stattdessen auf den SMS-Nachfolgestandard der Mobilfunk-Betreiber. Eine sofort breit kritisierte Konsequenz der Entscheidung wäre, dass per RCS (Rich Communication Services) verschickte Nachrichten im Gegensatz zu konkurrierenden Online-Diensten keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung haben, bei der sie nur für Absender und Empfänger im Klartext sichtbar sind.

Material Design 2

So sieht der neuen Gmail-Aufgabenplaner unter Android aus. (Bild: Google)

Mit Android P wird außerdem ein größeres Redesign von Googles Desingsprache Material Design erwartet. Das derzeit als „Material Design 2“ kursierende Update wäre die erste optische Auffrischung seit vier Jahren. Erste Einblicke in das Update liefern unter anderem die neue Google-Aufgaben- und die Google-I/O-App. Sie unterscheiden sich deutlich vom bisherigen Design durch neue Typographie, UI-Elemente und der Navigationsleiste, die nach unten gewandert ist. Nicht nur in Android P wird es einfließen, sondern langfristig auch in Chrome und Googles Webdienste.

Virtuelle Realität – Neues von Daydream

Die interessante Frage dieses Jahr ist, wie Google auf die Herausforderung von Facebooks Firma Oculus im Geschäft mit virtueller Realität reagieren wird. Das weltgrößte Online-Netzwerk brachte auf seiner Entwicklerkonferenz F8 die VR-Brille Oculus Go auf den Markt. Sie ist mit einem Preis von 219 Euro nur halb so teuer wie bisherige High-Tech-Modelle, ist aber mit einem eingebauten Display deutlich dem bisherigen Google-Konzept überlegen, für seine VR-Plattform „Daydream“ ein Gehäuse anzubieten, in das man ein Smartphone stecken kann.

Lenovo Mirage Solo mit Mirage Camera. (Bild: Lenovo)

Neue Pixel-Smartphones wird Google auf seiner Entwicklerkonferenz nicht enthüllen – ein Pixel 3 dürfte erst mit fertigem Android P im Spätsommer oder Herbst gezeigt werden. Es deutet sich indes an, dass ein aktualisierter Chromecast-Streaming-Stick präsentiert werden könnte. Einziger Unterschied zum bisherigen Modell scheint eine erweiterte Bluetooth-Funktion zu sein.

Smartwatch-Plattform: Neue Details zu Wear OS auf de Google I/O erwartet

Aus Android Wear wird Wear OS by Google. (Bild: Google, bearbeitet)

Bei Smartphones hatte Android durch Googles offenen Ansatz, Herstellern ein Betriebssystem zur Verfügung zu stellen, schnell die Führung im Markt erobert. Bei Computer-Uhren funktionierte das Modell bisher nicht so effizient. Die Flut der Android-Smartwatches verschiedener Anbieter ist wieder abgeebbt, die Apple Watch beherrscht klar den Markt. Nach Einschätzung der Marktforschungsfirma IDC kam die Apple-Uhr im Weihnachtsquartal 2017 mit acht Millionen verkauften Geräten auf einen Marktanteil von 61 Prozent. Google benannte seine bisheriges spezialisiertes Betriebssystem Android Wear in Wear OS um – und eigentlich wird es auch Zeit für eine komplett neue Version der Software.

Interessant ist, ob Google sich auf der I/O aus politischen Fragen heraushält oder auf irgendeine Weise auf die Aufregung um Facebooks Datenschutzskandal und Debatten um die Rolle von Technologie-Unternehmen in der Gesellschaft eingeht. Facebook-Chef Mark Zuckerberg nutzte die Entwicklerkonferenz seines Konzerns jüngst, um nach einer wochenlangen Entschuldigungs-Tour zu betonen, dass Facebook mit Tempo neue Dienste aufbauen werde. afr/dpa

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