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Google kauft Fitbit

Künftig „Made by Google“? (Foto: Fitbit)

Google hat Fitbit gekauft. Entsprechende Gerüchte hatte es schon seit einigen Wochen gegeben.

Googles Rick Osterloh hat im offiziellen Firmen-Blog bestätigt, dass der Kauf von Fitbit formell besiegelt ist. Zu den näheren Konditionen, vor allem zum vereinbarten Kaufpreis, macht Osterloh dabei keine Angaben. Google sehe die Übernahme als Gelegenheit, stärker in Wear OS zu investieren, so der Manager.

Fitbit hat eine eigene Pressemitteilung herausgegeben, die etwas konkreter wird. Danach zahlt Google Fitbit-Aktionären 7,35 US-Dollar pro Aktie, was letztlich einem Unternehmenswert von rund 2,1 Milliarden Dollar entsprechen würde. Die Übernahme unterliegt der Zustimmung der Aktionäre, sowie der Regulierungsbehörden und soll im Laufe des kommenden Jahres abgeschlossen werden.

Google will Smartwatches mit „Made by Google“

Gerüchte über einen möglichen Verkauf hatten seit einigen Monaten die Runde gemacht. So sah sich Fitbit nicht länger sinnvoll in der Lage, der stärker werdenden Konkurrenz aus Fernost mit ihren günstigeren, aber nicht rundheraus schlechteren Produkten zu trotzen. Vor kurzem hatte Reuters dann erfahren, dass Googles Konzernmutter Alphabet ein Übernahme-Angebot abgegeben haben soll.

Google will sich tatsächlich im Smartwatch-Sektor beweisen. Anders ist der nun bestätigte Kauf des Herstellers von Smartwatches und Fitnesstrackern kaum zu interpretieren. Schon im Januar 2019 hatte sich Google Smartwatch-Technologie von Fossil gekauft und dafür 40 Millionen Dollar gezahlt. Fitbit seinerseits hatte den Smartwatch-Pionier Pebble gekauft, dessen Patente jetzt auch zu Google wandern.

Fitbit hatte sich dabei in den letzten Jahren immer mehr in Richtung Smartwatches orientiert und mit der Versa-Linie eine Modellreihe auf den Markt gebracht, die mit intelligenten Funktionen und einer Apple-Watch-Optik punkten sollte. Kritiker konnten die Geräte wegen ihres guten Preis-Leistungs-Verhältnisses zumeist überzeugen, an der Ladenkasse äußerte sich das jedoch nicht in Umsatz. Auch die kürzlich aufgelegte Versa 2 soll Fitbits Erwartungen bei weitem nicht erfüllt haben.

Immerhin kann Fitbit nach eigenen Angaben eine aktive Community von rund 28 Millionen Nutzern vorweisen und auf über 100 Millionen verkaufte Einheiten zurückblicken.

Kommt nun Wear OS für die Fitbit-Produkte?

Die Übernahmeankündigung lässt vermuten, dass Google Fitbit nicht einfach weiter betreiben will. Immerhin ist von der Gelegenheit, in Wear OS zu investieren, die Rede. Bislang gibt es kein Fitbit-Gerät auf der Basis dieses Betriebssystems. Ob nun Google das Fitbit-Portfolio komplett umkrempeln oder nur um eine Schiene mit Wear OS ergänzen wird, bleibt abzuwarten. Osterloh kündigt vage an, dass die Unternehmen das Beste ihrer jeweiligen Fitness- und Smartwatch-Plattformen zusammenführen wollen.

Den bestehenden Fitbit-Kunden verspricht Osterloh, dass sie sich um ihre Gesundheitsdaten keine Sorgen machen müssen. Insbesondere würde Google diese Daten nicht für Werbezwecke verwenden. Zudem würden Fitbit-Kunden die Möglichkeit erhalten, ihre Daten zu exportieren und zu löschen, so sie das wünschen.

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2 Kommentare
Adrian Koch

Smartwatch made by Google ist eine kluge Idee, wobei ich persönlich mit den Uhren gar nichts anfangen kann. Als Fitnesstracker reichen vielleicht.

Antworten
Mitch

Oh Mann, stellt sich ja die Frage, welches Interesse hat Google daran.

Die Hardware als Basis zu übernehmen ist das eine um einen Gegenpol zu Apples Watch zu generieren. Auf der anderen Seite sind die Daten und die riesige Nutzerbasis natürlich interessant.

Denn dass die Daten nicht verkauft werden ist ja kein wirkliches Argument, das macht Google ja eh nicht.

Die Daten nicht für Werbung verwenden ist mir zu allgemein. Wird nirgendwo im Googleversum verwendet, welche Geräte ich habe und ggfls. mit meinem Google-Konto verknüpft habe? Gilt das evtl. nur für die „aktuellen“ Daten?

Letzteres und auch das „Daten können gelöscht werden“ klingt für mich ja sehr nach DSGVO einhalten. Zweckbindung der Daten war ja irgendwann von Fitbit mal vorgegeben, und Löschen meiner Daten kann ich eh einfordern. Liesst sich aber trotzdem toll …

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