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Google löscht täglich sechs Millionen betrügerische Anzeigen

Die Werbung ist für Google das derzeit umsatzstärkste Geschäft. Insofern steht hier viel auf dem Spiel. (Foto: Benny Marty / Shutterstock.com)

Google hat seinen jährlichen Bad-Ads-Report vorgelegt und zeigt, wie das Unternehmen gegen betrügerische Werbung vorgeht. Im Vorfeld der Europawahlen wolle man besonders wachsam sein.

Wie Marc Howe, Managing Director Agencies und Ad Industry Relations für Google in der EMEA-Region, erklärt, habe man im Jahr 2018 2,3 Milliarden Bad Ads entfernt, also mehr als sechs Millionen am Tag. Rund 58,8 Millionen Phishing-Ads waren hierbei vertreten, wobei das Unternehmen betont, man habe einen Großteil bereits entfernt, bevor diese Daten von Nutzern erbeuten konnten.

Ein Großteil von Bad-Advertiser-Accounts konnte dabei mit Hilfe von Mustererkennung und künstlicher Intelligenz erkannt werden – ein Bereich, in dem Google in den nächsten Jahren noch deutlich stärker werden dürfte. Dabei ist KI gerade hier auch besonders gut einsetzbar, da es sich um ein Katz-und-Maus-Spiel handelt, das vor allem mit Hilfe von Machine Learning gewonnen werden kann.

„Insgesamt haben wir 2018 31 neue Anzeigenrichtlinien eingeführt, um Missbrauch in Bereichen wie technischem Support von Drittanbietern, Ticketverkäufern, Kryptowährungen und lokalen Dienstleistungen wie Garagentorreparatur, Kautionen und Reha-Einrichtungen zu bekämpfen“, sagt Marc Howe und erklärt, dass betrügerische Werbung naturgemäß überall dort zu vermuten sei, wo Geld zu verdienen ist. Man könne allerdings nicht klar beziffern, welcher Prozentsatz dabei auf Einzeltäter zurück ginge und in welchem Umfang hier die organisierte Kriminalität beteiligt ist.

Google-Werbung: Es geht um Glaubwürdigkeit und Vertrauen

Dass Google so viel in diesem Bereich tut, hat auch mit dem Thema Glaubwürdigkeit und Vertrauen der Werbetreibenden zu tun: Auf der einen Seite macht Ad-Fraud den Werbetreibenden seit Jahren Kopfzerbrechen und ruft eine ganze Industrie auf den Plan, die sich um die Detection von Ad-Fraud verdient macht. „Ähnlich wie in unserem Ad-Sense Policy Center werden wir im nächsten Monat einen neuen Policy Manager in Google Ads veröffentlichen, der Tipps zu allgemeinen Richtlinienfehlern enthält, um den Werbetreibenden zu helfen und die Erstellung und Veröffentlichung von konformen Anzeigen zu erleichtern“, erklärt Howe.

Andererseits ist hier aber auch der Endkunde gefährdet und müsse geschützt werden. Man habe 2018 330 neue Erkennungsklassifizierer erarbeitet, mit deren Hilfe man einen „Schlechtigkeits-Index“ verbessern könne und so die Wahrscheinlichkeit der korrekten Erkennung erhöht. Ein besonderes Augenmerk legt Google in diesem Zusammenhang dabei auf Fake-News und Werbung.

Man habe in den USA im Vorfeld der Midterm Elections neue Regeln geschaffen und wolle diese auch im Zusammenhang mit der Europawahl 2019 umsetzen. „Im Jahr 2018 haben wir Anzeigen von rund 1,2 Millionen Seiten, mehr als 22.000 Apps und fast 15.000 Websites in unserem Anzeigennetzwerk wegen Verstößen gegen Hatespeech-Richtlinien oder im Zusammenhang mit minderwertigen Inhalten entfernt.“ Dennoch müsse man sich darüber im Klaren sein, dass die Zahlen, so hoch sie auch auf den ersten Blick seien, nur einen minimalen Prozentsatz der gesamten Werbung ausmachten, erklärt Howe und betont, man habe ein gesundes Ökosystem.

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