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Google One Pass – Apples In-App-Abo-System bekommt Konkurrenz

Nur einen Tag nach dem Apple die Bedingungen für das Abo-System seines App-Stores bekannt gab, zieht Google nach. Mit Google One Pass bietet der kalifornische Internetriese eine Alternative zu Apples Bezahlsystem. Das System von Google ist dabei nicht auf eine Plattform beschränkt, denn „One Pass“ steht für „Einmal kaufen - überall ansehen“. Da auch die Beteiligung an den Verkaufserlösen deutlich geringer als bei Apple ausfällt, könnte Google One Pass mehr als nur eine Alternative sein.

Google One Pass als webweites Bezahlsystem für Medien

Hinter Google One Pass steckt kein eigenes Medienangebot, sondern ein Authentifizierungs- und Abrechnungssystem, das auch zur Nutzerverwaltung dient. Google möchte Publishern damit wichtige Aufgaben stark erleichtern, damit sie sich wieder voll auf die „Erstellung qualitativ hochwertiger Inhalte für ihre Leser konzentrieren können“. Um sich als Nutzer für das Bezahlsystem anzumelden, sind ein Google-Konto und eine Kreditkarte vonnöten.

Mit Google One Pass bekommen Publisher eine einfache Möglichkeit digitale Inhalte zu verkaufen.

Google bietet mit One Pass ein sehr praktisches Bezahlsystem an, um Verlage und andere Medienunternehmen in die Lage zu versetzen Abos, einzelne Artikel sowie andere Inhalte zum Kauf anzubieten. Der Name ist Programm: sobald der User eingeloggt ist, hat er die Möglichkeit auf allen kooperierenden Webseiten kostenpflichtige oder -freie Inhalte zu erwerben. Ist der Artikel gekauft oder die Zeitung abonniert, lässt sich das Medium auf allen mit dem Nutzerkonto verbundenen Endgeräten lesen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es ein Desktoprechner, Smartphone oder Tablet ist. Für Crossmedia-Verlage bietet Google One Pass zudem die Möglichkeit an, bestehenden Abonnenten aus dem Printbereich über ein Gutscheinsystem einen kostenlosen und vollständigen Zugriff auf digitale Inhalte zu gewähren.

Google One Pass - für Verlage attraktiv

One Pass kann als Alternative zu Apples neuem In-App-Bezahlsystem betrachtet werden. Die strikten Auflagen des Apple-Bezahlsystems sind bei Verlagen nicht sonderlich auf Gegenliebe gestossen, sodass Google mit seinem Modell vielleicht punkten kann. Große Unterschiede sind in der Höhe der Umsatzbeteiligung und der Reichweite der Dienste zu finden. Während Apple horrende 30 Prozent vom Umsatz verlangt, nimmt Google genügsame 10 Prozent. Des Weiteren ist dem Verlag freigestellt, zu entscheiden welche Inhalte sie kostenpflichtig anbieten und zu welchen Preisen dies geschehen soll.

Zu den ersten deutschsprachigen Kooperationspartnern von One Pass gehören großen Verlagshäuser wie die Axel Springer AG, der Burda-Verlag (Focus Online) sowie Gruner + Jahr (Stern.de). International sind der französische Verlag Nouvel Obs, der spanische Prisa und er US-amerikanische Rust Communications mit an Bord.

Die Pressestimmen der Kooerationspartner sind positiv, lassen aber zum Teil noch eine gewisse Vorsicht durchklingen. Vertreter der Verlagshäuser sehen in One Pass allerdings einen Weg, Bezahlinhalte salonfähig zu machen, um so höhere Einnahmen zu generieren, als nur über Werbung.

"Wir betrachten Google One Pass als ein Experiment. Das System ermöglicht uns eine nutzerfreundliche und kostengünstige Möglichkeit, den Wert unserer journalistischen Leistung in bestimmten Themenbereichen zusätzlich zur herkömmlichen Werbefinanzierung zu verdeutlichen. Die ausgewählten Artikel auf FOCUS Online sehen wir als Testläufer," so Oliver Ebert, Head of Product bei FOCUS Online.

Weitaus zuversichtlicher und überzeugter von One Pass klingt Dr. Andreas Wiele, Vorstand BILD-Gruppe und Zeitschriften der Axel Springer AG:

“Wir wünschen uns, dass sich One Pass baldmöglichst als einheitliche Plattform für ein einfaches Payment sowohl im Web- als auch im mobilen und App-Bereich etablieren kann, um zu einer vollwertigen Alternative zu bestehenden Systemen zu werden."

Google One Pass - Bezahlsystem mit Aussicht?

Google hat sich bereits einige große Verlagshäuser als Kooperationspartner geangelt, um das Projekt groß anlaufen zu lassen. Trotz der Skepsis, erhoffen sich die Verlagshäuser nun das große Geschäft. Doch was die Verlage beachten sollten, um bei den Lesern mit dem neuen Bezahlsystem auf positive Resonanz zu stoßen, sind niedrig angesetzte Gebühren für Artikel und Abonnements. Positives Beispiel ist Rupert Murdochs iPad-Zeitung “The Daily”, die pro Jahr knapp 40 Dollar kosten soll.

Weiterführende Links:

Google gibt den Start von One Pass bekannt, einer neuen Bezahl-Lösung für Inhalte von Medienunternehmen - Pressemitteilung Google Deutschland

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Eine Reaktion
Lukas

Wenn der Kunde dann noch leicht zu Google Checkout umschalten kann, dann wird sich vielleicht eine ähnliche Bezahlkultur wie bei Apple etablieren. Wäre wünschenswert, auch für Android-Entwickler und andere Startup-per.

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