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Big Brother für die Produktivitätssteigerung: Google-Patent setzt auf automatisierte Überwachung

Gefangen im Hamsterrad. (Foto: Shutterstock)

Ein Google-Patent beschreibt ein automatisiertes System zur Produktivitätssteigerung einzelner Mitarbeiter. Das System könnte funktionieren – würde Mitarbeiter aber auch dauerhaft überwachen.

„Übliche Maße für die Produktivität lassen sich nur schwer auf Wissensarbeiter übertragen“, heißt es in einem am 9. August 2018 veröffentlichten Patentantrag von Google. Die Lösung für dieses Problem soll ein komplexes System darstellen, das letztlich sämtliche Computereingaben eines Mitarbeiters erfasst und auswertet. Aus diesen Daten sollen dann wiederum vollautomatisch Handlungsempfehlungen generiert werden. Die, so die Autoren des Patents, führen dann zu einer Steigerung der individuellen Produktivität des einzelnen Mitarbeiters.

Nur um sicherzugehen, dass nichts Relevantes übersehen wird, sollen auch Sensordaten der Smartphones der Mitarbeiter überwacht werden. Aber auch im Büro werden Daten über die Tätigkeiten gesammelt. Außerdem soll das System ermitteln, wie häufig sich ein Mitarbeiter mit Kollegen trifft. Dazu sollen Kalendereinträge und auch Bewegungsdaten genutzt werden. Das Ergebnis der Sammelwut schlägt sich anschließend in automatisiertem Feedback wieder, das in der Form von Bewertungskennzahlen oder konkreten Handlungsempfehlungen erfolgen soll.

Google-Patent beschreibt automatisiertes Mikromanagement

Das im Patentantrag beschriebene System könnte durchaus zu einer Produktivitätssteigerung führen. Gleichzeitig wären die Mitarbeiter jedoch einem extrem hohen Maß an Überwachung ausgesetzt. Das Patent lässt außerdem völlig offen, welche Auswirkungen die mit der Software erfassten Kennzahlen auf die Karriere der Betroffenen hätten.

Letztlich würde das Ganze wohl auf eine Art automatisiertes Mikromanagement hinauslaufen. Dabei fordern gerade Wissensarbeiter häufig mehr statt weniger Eigenverantwortung. Wer dann ständig von einer App erklärt bekommt, wie der eigene Job zu machen sei, der dürfte schnell frustriert sein – mit den entsprechenden Folgen für die Produktivität. Immerhin handelt es sich bei dem Ganzen vorläufig aber nur um ein Konzept. Über konkrete Pläne, das im Patent beschriebene System auch umzusetzen, ist nichts bekannt.

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