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Googles neue Shopping-Plattform in den USA ab sofort nutzbar

Google hat sein bisheriges Shopping-Angebot überarbeitet - in den USA ist es ab sofort nutzbar (Foto: Shutterstock)

Googles überarbeitetes Shopping-Angebot ist ab sofort in den USA nutzbar. Damit will der Suchmaschinen-Riese vor allem Produktsuchen zurückgewinnen, die derzeit hauptsächlich auf Amazon stattfinden.

Nach der Ankündigung im Mai und Testphasen in Indien und Frankreich hat Google sein überarbeitetes Shopping-Angebot für User aus den USA offiziell freigeschaltet. Die neue Plattform soll über eine übersichtlichere Benutzeroberfläche und neue Features zum personalisierten Einkaufen verfügen, wie Forbes schreibt.

Google Shopping mit personalisierten Angeboten und Garantie-Service

Die größte Änderung der neuen Shopping-Plattform besteht in personalisierten Einkaufsvorschlägen und einem Garantie-Service. Sie begrüßt per Gmail oder Google-Account angemeldete User zunächst per Namen und zeigt ihnen Produktkategorien an. Im zweiten Schritt erhalten die potenziellen Kunden dann auf ihrer Browseraktivität und ihrem Browserverlauf basierende, personalisierte Angebote. Wer sich also über Googles Website-Suchmaschine etwa über Kletterschuhe informiert hat, wird zukünftig in Google Shopping entsprechende Angebote vorfinden. Dies funktioniere laut Forbes mal mehr, mal weniger gut. Wer bereits genau wisse, was er kaufen möchte, oder ein wenig stöbern möchte, dem sollen in einer Seitenleiste zudem entsprechende Filter bereitstehen. Amazon würde dem Forbes-Journalisten Johan Moreno zufolge jedoch mehr Möglichkeiten bieten, günstigere Alternativen zu finden – ausgerechnet, handelt es sich beim Suchen und Finden doch um Googles Kerngeschäft.

Der Kauf der gelisteten Produkte erfolgt über die Websites von Drittanbietern, offline in den aufgeführten stationären Geschäften oder direkt über die Plattform. Produkte selbst lagern oder verschicken wird Google Forbes zufolge jedoch nicht. Das Unternehmen setze auf Kooperationen mit unter anderem Walmart, Boxed, Target und Costco Wholesale. Wer nun denkt, dass es sich Google zu einfach macht und den Logistikaufwand komplett auf seine Partner abwälzt, der irrt. Bei über die Option „Mit Google-Garantie kaufen“ erworbenen Artikeln erstatte das Unternehmen Kunden bei ausbleibenden oder verspätetem Versand eine Rückerstattung.

Google unter Zugzwang

Die neue Plattform ist Googles Antwort auf die E-Commerce Bestrebungen von Instagram, Facebook und Pinterest. Diese mischen mit jeweils eigenen Shopping-Features im Onlinehandel mit und haben das Unternehmen so gewissermaßen unter Zugzwang gesetzt. Der größte Druck dürfte jedoch durch Amazon ausgeübt werden. Der E-Commerce-Gigant war 2018 ohne Angaben von Gründen aus dem Shopping-Angebot von Google ausgestiegen. Zudem hat Google Verschiebungen von Werbebudgets um bis zu 60 Prozent hin zu Amazon verbuchen müssen, da der Großteil der User sich hauptsächlich auf Amazon über Produkte informiert. Wann das neue Angebot in Deutschland starten wird, ist nicht bekannt.

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Ein Kommentar
Marc Mertens

Im Grunde genommen ist dies ein längst überfälliger und strategisch kluger Schachzug von Google, dass man das Shopping-Modul in der Suche richtig aufbohrt und tuned. Denn die Googlesuche ist prinzipiell noch schöner und direkter für den Internetsurfer, als sich erst auf den zig Handelsplattformen jedesmal umzuschauen.

Eventuell wäre es auch möglich, dass man damit den eigenen Webseiten (und damit den ggf. zahlenden Google Advertising Kunden) mehr Chancen einräumt. Gerade im Automobilhandel sehe ich hier teilweise sehr viel Nachholbedarf, aber selbst kleinere, inhabergeführte Ladengeschäfte könnten hier mit einem Trend zu mehr Regionalität punkten. Das wäre dann, wenn Google es richtig PR-technisch ausspielen würde, sogar ein Beitrag zur Senkung von CO2-Emissionen. Denn nicht immer muss sich ein gestresster Paketdienstleister durch die Straßen quälen, wenn ggf. ein Händler vor Ort auch liefern könnte. ;-))

Klar ist aber auch, dass man sich hier prinzipiell mit den eigenen und bestens bekannten Platzhirschen im Silicon Valley bzw. in den USA anlegt. Die erfolgreichsten Plattformen lauten nunmal Amazon oder Ebay. Eventuell kann oder wird man den Fokus daher zwangsläufig auf die eher „unabhängigeren“ Onlinehändler legen, was ja prinzipiell einen eigenen Markt abbilden könnte.

Schaun mer mal, ob hier Google die Zeichen der Zeit erkennt und mit einer zumindest erweiterten GoogleSearch-Funktionalität etwas Sinnvolles für die Internetgemeinschaft bereithält.

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