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Google Street View Mania: Kuriositäten, Fanboys und Flaneure

Eiwurf-Attacken auf verpixelte Häuser, virtueller Voyeurismus, nackte Männer im Kofferraum, unfreiwillige Verpixelung, arbeitsunfähige Unternehmen und wilde Diskussionen um den Datenschutz - die Deutschen haben ein neues Hobby. Google Street View bewegt die Gemüter und Google Maps erlebt einen Besucheransturm. Dabei weisen die Nutzer von Google Street View gewisse Ähnlichkeiten zu der literarischen Figur des Flaneurs auf.

Google Street View lädt zum virtuellen Flanieren

Das Konzept des Flaneurs wurde vom Philosophen Walter Benjamin eingeführten, von Edgar Allan Poe erstmals in der Literatur verwendet und bezeichnet jemanden, der durch die Straßen schlendert, schaut und still genießt. Soweit so gut. Das ist nun virtuell Dank Google Street View auch in Deutschland möglich. Im November ging der Dienst hierzulande unter großem öffentlichen Interesse an den Start. Den Anfang machte der beschauliche Ort Oberstaufen im Allgäu.

Google Street View: Seinen Deutschland-Auftakt erlebte der Dienst fürs virtuelle Flanieren in Oberstaufen im Allgäu.

Street View lässt Google Maps boomen

Mittlerweile macht sich die Street-View-Mania breit und laut Angaben von Google-Sprecher Kay Oberbeck verzeichnet Google Maps seit der Einführung von Street View Nutzungszuwächse um bis zu 300 Prozent. Für den wahren Ansturm der deutschen Nutzer ist wahrscheinlich nicht zuletzt die vorhergehende Diskussion um Datenschutz-Probleme verantwortlich. Insgesamt haben in Deutschland etwa 250.000 Haushalte Einspruch gegen die Sichtbarkeit ihrer Häuser in Google Street View geltend gemacht. So ist es durchaus wahrscheinlich, dass diese Nutzer nach dem Start des Dienstes prüfen wollen, ob ihr Haus tatsächlich von Google unkenntlich gemacht wurde. Laut Google hatte das Unternehmen über 200 Menschen für die Umsetzung der Verpixelung eingestellt.

Street View Fans vs Street View Gegner

Die Sache mit der Verpixelung von Gebäuden bei Google Street View scheint aber noch nicht zu hundert Prozent zu funktionieren. So finden sich auch unkenntlich gemachte Häuser, die eigentlich sichtbar sein sollten. Prominentestes und wahrscheinlich auch peinlichstes Beispiel ist die Fassade der Google-Niederlassung in München. Aber auch die Bundesgeschäftsstelle von Bündnis 90/Die Grünen hat es erwischt. Hier fand die Verpixelung laut einem Blog-Beitrag von Bundesvorstandmitglied Malte Spitz ungewollt statt.

In manchen Gegenden fliegen dieser Tage wegen Street View sogar die Eier tief. Wovor sich bisher lediglich unbeliebte Politiker in Acht nehmen mussten, trifft jetzt auch vermeintlich harmlose Wohnhäuser. So wurden einige in Google Street View verpixelte Häuser im Essener Stadtteil Bergerhausen das Ziel solcher Ei-Attacken. In einem Beitrag von DerWesten wird berichtet, dass an den Briefkästen der betroffenen Gebäude „Google's cool“-Zettel klebten. Wer hätte gedacht, dass Google so engagierte Fanboys hat?

Eine andere Form des Protestes bietet findedaspixel.de. Auf dieser Seite werden Gebäude, die in Google Street View verpixelt sind, in einer Datenbank erfasst. Nutzer haben Zugriff auf diese Datenbank, können eigene Fotos der verpixelten Häuser machen und diese bei Panoramio einstellen. Die Bilder sollen dann bei Street View eingeblendet werden.

Jede Menge Kuriositäten zu entdecken

Die Ansichten in Street View sind nicht immer sinnvoll und genau diese kleinen Fehler und Abweichungen machen ein Gros der Faszination aus. Zum Beispiel steht das alte Stadtarchiv in Köln in Google Street View noch. Der Wittenbergplatz vor dem KaDeWe in Berlin zeigt sich wiederum je nach Blickwinkel im Hochsommer oder im Herbst. Dazu kommen die eingefrorenen Momente, für die der digitale Flaneur lebt: ein nackter Mann im Kofferraum eines geparkten Fahrzeugs, wild knutschende Pärchen oder auch Menschen, die ein schlechtes Vorbild abgeben, weil sie in der Anwesenheit von Kindern bei Rot über die Straße gehen.

Es gibt viel zu entdecken. Heute schon durch Street View flaniert?

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6 Reaktionen
Matthias

ich stelle diese Woche meinen Blog live, der sich genau auf diese tollen Entdeckungen spezialisiert. Ein paar Beispiele habe ich in meiner BETA-Version schon live. So seilt sich in Manchester ein Mensch aus der 3. Etage eines Hauses an einem selbstgeknüften Seil aus Bettlaken ab. Der pinkelnde Strassenarbeiter an der Kölner A4 ist auch schon Kult.

Schon bald kann jeder seine eigene Entdeckung auf meinem Portal hochladen.
Nur Geduld - es kann sich nur um Stunden handeln.
http://www.streetviewbox.de

Nachtgold

Die Aufnahmen sind so alt, versteh ich nicht was die Leute haben

Robert Neumann

der link sollte eigentlich auch in meinem Kommentar sein ;)
Warum auch immer ist er nicht drin!
Viel Spaß beim scrollen und laden ...

adrian oesch

da müsst hier auch noch jon rafman erwähnt werden.

streetview at its best! - http://9eyes.tumblr.com/

Robert Neumann

Für ein paar Kuriositäten-Sucher vielleicht interessant:

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