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Google veröffentlicht „schwerwiegende“ Sicherheitslücke von macOS

Google hat eine Sicherheitslücke bei macOs gefunden. (Bild: rafapress/ Shutterstock)

Apple hat Googles 90-Tage-Frist für den Patch einer Sicherheitslücke nicht eingehalten – jetzt hat Google die Schwachstelle veröffentlicht.

Die Sicherheitsforscher aus Googles Project Zero haben eine Sicherheitslücke im XNU-Kernel von macOS entdeckt. Wie Neowin berichtet, arbeitet Apple bereits am Patch, hat aber Googles Frist dabei nicht eingehalten. Demnach hat Google den Bug schon im November gemeldet – wenn eine Lücke nach 90 Tagen immer noch besteht, veröffentlichen die Hacker von Project Zero sie üblicherweise.

Lücke birgt „schwerwiegendes“ Risiko

Die Sicherheitslücke hat mit dem Copy-on-Write-Verhalten des XNU-Kernels zu tun. Bei diesen Verfahren werden beim Bearbeiten von Dateien anstatt einer „echten“ Kopie jeweils nur Pointer auf die vorherige Version gespeichert. User von macOS können ein Speicherabbild in einem solchen Prozess mounten und modifizieren – hier liegt laut Googles Sicherheitsforschern der Bug. Beim Mounten des Speicherabbildes wird nämlich keine Information über die Änderungen an das Dateisystem übermittelt. Demnach könnte sich an dieser Stelle ein Angreifer einklinken und Dateien manipulieren. Google hat dazu ein Proof of Concept veröffentlicht.

Google sucht Sicherheitslücken nicht nur im eigenen Haus

Die Abteilung Project Zero hatte Google 2014 gegründet. Das Forschungsteam hinter diesem Projekt soll Sicherheitslücken im eigenen und in anderen Unternehmen aufspüren. Das offizielle Ziel ist, Menschenrechtsaktivisten vor sogenannten Zero-Day-Exploits zu schützen –  Google betonte beim Start des Projekts, primär uneigennützig zu arbeiten. Die Hacker speichern demnach jeden entdeckten Bug in einer externen Datenbank und informieren den Softwarehersteller. Wenn dieser nach 90 Tagen nicht reagiert, veröffentlicht Google den Bug – wie im aktuellen Fall.

Project Zero hat bereits mehrfach Sicherheitslücken von anderen Konzernen veröffentlicht. Microsoft kritisierte das Vorgehen von Google, die Sicherheitslücken vor dem Patch zu veröffentlichen. Ausnahmen von der 90-Tage Frist hat Google bei der Entdeckung der schwerwiegenden Sicherheitslücken „Meltdown“ und „Spectre“ gemacht – die Entwickler bekamen dabei sechs Monate Zeit, die Lücken zu fixen.

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2 Kommentare
Sophia

Wow, das wusste ich garnicht. Echt krass dass Google auch bei anderen Schwachstellen sucht. Die Frage, die sich mir stellt ist aber: Ist das jetzt gut oder schlecht dass Google so vorgeht?

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Jenny Schubert
Jenny Schubert

Es ist gut.
Wenn die Schwachstellen von offiziellen Firmen und Personen gefunden werden (und den Verantwortlichen mitgeteilt werden) ist das immer besser als wenn hacker die Schwachstellen findet und sie meistbietend auf dem Schwarzmarkt für illegale Zwecke verkauft. Aus diesem Grund bieten Firmen wie Google und Microsoft auch eine Menge Geld für diejenigen die Fehler finden und melden. Apple ist in dieser Hinsicht ein schwarzes Schaf. Finder werden weder entlohnt noch wird sich bei ihnen bedankt, schließlich gibt es bei Apple das Wort „Problem“ nicht. Diese Arroganz macht Apple software nicht selten zur unsichersten Option. Das wissen die aller meisten Nutzer nur nicht.

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