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Google von Idealo wegen marktbeherrschender Stellung verklagt

Idealo ist ein Preisvergleichsportal. (Foto: Shutterstock)

Das zu Axel Springer gehörende Preisvergleichsportal Idealo sieht sich durch Google benachteiligt – und klagt auf Schadensersatz. Der juristische Feldzug gegen den Suchkonzern geht damit weiter.

Mindestens eine halbe Milliarde Euro will das Preisvergleichsportal Idealo von Google erstreiten. Wie Idealo am Freitag mitteilte, wurde gegen den Suchkonzern eine Schadensersatzklage beim Berliner Landgericht wegen marktbeherrschender Stellung eingereicht. Das Portal wirft Google vor, keine ausreichenden Schritte unternommen zu haben, um alle Vergleichsdienste in seinen Suchergebnissen gleich zu behandeln.

Google soll Vergleichsportale weiter benachteiligen

Hintergrund der Klage ist eine bereits 2017 von der EU-Kommission gegen Google verhängte Rekordstrafe. Mit Google Shopping betreibt der Konzern seit mehr als zehn Jahren ein eigenes Preisvergleichsportal. Wer zum Beispiel nach einem bestimmten TV-Gerät googelt, kann die Preise diverser Onlineshops noch in der Ergebnisliste miteinander vergleichen. Nach Ansicht der europäischen Kartellwächter hebt Google seine eigenen Suchergebnisse jedoch zu prominent hervor, während die Vergleichslisten anderer Anbieter – etwa von Idealo – herabgestuft werden.

Google musste daraufhin ein Bußgeld in Höhe von 2,42 Milliarden Euro zahlen. Zugleich ermutigte die EU-Kommission andere Anbieter zu Schadensersatzklagen vor nationalen Gerichten. Dieser Aufforderung kommt Idealo jetzt nach. „Die Klage ist ein logischer Schritt und eine notwendige Ergänzung zu dem Verfahren der EU-Kommission in Idealos Bemühen für einen fairen Wettbewerb und Preistransparenz für den Verbraucher“, lässt sich Philipp Peitsch, Geschäftsführer von Idealo, per Mitteilung zitieren. Mit einer schnellen Entscheidung rechnet das Portal jedoch nicht. Man erwarte einen sich „über mehrere Jahre und Instanzen erstreckenden Rechtsstreit“. Außerdem behält sich Idealo vor, die Schadenssumme im Laufe des Verfahrens noch zu erhöhen – je nachdem, welche Auskünfte Google vor Gericht erteilt.

Springers juristischer Feldzug geht weiter

Dazu müsste der Suchkonzern die Klage aber erst einmal auf dem Tisch haben. Doch das ist bislang noch nicht der Fall, wie Google auf Anfrage von t3n mitteilt. „Uns ist bislang keine Klage zugestellt worden, insofern können wir uns dazu nicht äußern.“ Der Konzern verweist lediglich auf einen Blogpost vom 19. März, wonach Google bei seiner Vergleichssuche sehr wohl Änderungen vorgenommen hat. Man setze sich für lebendigen Wettbewerb in Europa ein, erklärte Google-Manager Kent Walker.

Inwiefern das zutrifft, werden Gerichte in den kommenden Jahren klären. Brisant ist die Idealo-Klage auch deshalb, weil das Vergleichsportal mehrheitlich zu Axel Springer gehört. Der Medienkonzern zofft sich seit Jahren öffentlich mit Google und war maßgeblich für umstrittene Leistungsschutzrecht verantwortlich.

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Ein Kommentar
Programmierer

Irgendwann mal wird es für Google billiger alle deutschen Seiten aus dem Suchindex wegzuwerfen. Wäre es nicht leichter, alle Ressourcen in die Entwicklung eigene Projekte und z.B. DE-Suchmaschine zu inverstieren, die wiederum dank Springer-Produkten vermarktet und benutzt wird?

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