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Google will offenbar mit zensierter Such-App nach China zurückkehren

Google entwickelt offenbar eine mit der chinesischen Zensur konforme Such-App. (Foto: maxpro/ Shutterstock)

In Absprache mit den chinesischen Behörden entwickelt Google Medienberichte zufolge eine zensurfreundliche Such-App – Internetseiten zu bestimmten Themen sollen ausgesperrt werden.

Über Menschenrechte, Demokratie und friedliche Proteste sollen Chinesen sich nicht informieren – die Regierung blockiert deshalb zahlreiche Internetseiten, auch Google. Jetzt plant Google Medienberichten zufolge eine Version der Suchmaschine, in der Suchbegriffe und Internetseiten zu diesen Themen gesperrt sind. In Abstimmung mit den Behörden will Google eine auf die Zensur abgestimmte Version nach China bringen.

Je nachdem, wie die Absprache mit den chinesischen Behörden klappt, könnte diese Version innerhalb der nächsten sechs bis neun Monate kommen, wie die Online-Nachrichtenplattform The Intercept unter Berufung auf interne Dokumente und einen anonymen Whistleblower berichtet.

App soll durch Regierung blockierte Seiten aussperren

Das Projekt soll unter dem Namen „Dragonfly“ schon seit Frühjahr 2017 laufen, nur einige hundert Mitarbeiter seine eingeweiht. Erstmal werde statt einer Desktop-Version eine App entwickelt. Diese App soll dann automatisch erkennen, welche Internetseiten von Chinas Firewall blockiert werden und diese nicht anzeigen – dazu soll unter anderem Wikipedia gehören.

Nicht nur die Suchergebnisse selbst, sondern auch die Rechtschreibkorrektur, die Bildersuche und die Suchvorschläge sollen dabei an die Zensur angepasst werden und zum Beispiel zu Menschenrechten, Demokratie oder Sex keine Ergebnisse liefern.

Googles Rückkehr nach China wäre „großes Desaster“

2010 hatte Google sich komplett aus China zurückgezogen, weil die Suchmaschine sich nicht länger der Zensur unterwerfen und damit Meinungsfreiheit einschränken wollte. Gegenüber The Intercept hat Patrick Poon, China-Experte von Amnesty International in Hong Kong, Googles mögliche Rückkehr nach China als „großes Desaster für das Informationszeitalter“ kritisiert. „Das hat sehr ernste Einflüsse nicht nur auf China, sondern für alle von uns, für die Informationsfreiheit und die Freiheit des Internets“, wird Poon zitiert. Er befürchtet, dass der Widerstand anderer großer Firmen, die sich der chinesischen Zensur verweigern, durch Googles Zusammenarbeit mit den chinesischen Behörden bei der Entwicklung der Such-App geschwächt würde.

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