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Analyse

Nein, Google zeichnet nicht alles auf, was wir sagen

Sprachsuche per Google App. (Foto: dennizn / Shutterstock.com)

„Google zeichnet alles auf, was Sie sagen“, titelt der Stern. Warum das so nicht stimmt und wie ihr die Funktion abstellen könnt.

Google hört nur mit, wenn wir es wollen. (Screenshot: t3n)
Google hört nur mit, wenn wir es wollen. (Screenshot: t3n)

„Wussten Sie […], dass der Suchmaschinen-Riese alles speichert, was sie sagen?“ heißt es im Aufmacher eines aktuellen Stern-Artikels. Doch die Aussage ist überspitzt und wird auch Artikel ein wenig relativiert. Es ist zwar richtig, dass Google unsere Spracheingaben aufzeichnet – also alle Suchanfragen, die wir per Google-App via Sprache durchführen. Diese Funktion ist klar von Google im Zuge der Einführung des Portals „Meine Aktivitäten“ kommuniziert worden und ein Teil der Google-Suche. Damit Google unsere Spracheingabe aber überhaupt aufnimmt, müssen wir entweder das Hotword „OK Google“ sagen, oder das kleine Mikrofon-Icon im Suchfenster antippen – dieser Prozess findet lokal auf dem Smartphone statt. Einen permanenten Mithörer, ja eine Wanze, haben wir also nicht in der Hosentasche.

Ihr könnt in „Meine Aktivitäten“ eure Sprachsuchen erneut abspielen. (Bild: Google; t3n)
Ihr könnt in „Meine Aktivitäten“ eure Sprachsuchen erneut abspielen – und auch löschen. (Bild: Google; t3n)

Die Funktion ist nicht einmal neu – wir Einführung von Googles neuer Website zur Einstellung personalisierter Werbung an eine neue, sichtbarere Position gerückt worden. Mit den neuen Übersichtsseiten will Google Nutzern mehr Transparenz bieten als Unternehmen wie Facebook oder Apple, die aus verschiedenen Gründen ebenso diverse Daten von uns sammeln.

Was will Google mit unseren Spracheingaben?

Damit haben wir geklärt, dass Google nicht alles aufnimmt, was wir sagen und auch, dass das Ganze nicht still und heimlich passiert. Stellt sich nun die Frage, was Google denn damit will. Das lässt sich relativ leicht erklären: Zum einen nutzt das Unternehmen die Daten zur Verbesserung seines Kerngeschäfts – der Werbung. Letztlich ist die in die Google-App eingesprochene Suche oder Aufgabe nichts anderes als eine Suchanfrage – die als solche behandelt und ausgewertet wird.

Der Google Assistant ist die nächste Zündstufe der Sprachsuche – mithilfe von Machine Learning. (Bild: Google)
Der Google Assistant ist die nächste Zündstufe der Sprachsuche – mithilfe von Machine Learning. (Bild: Google)

Angesichts dessen, dass immer mehr Nutzer die Sprachsuche verwenden, spielen die eingesprochenen Daten selbstredend einer immer größere Rolle. Im Laufe der Google I/O 2016 verkündete Google-CEO Sundar Pichai, dass rund 20 Prozent aller per Smartphone durchgeführten Suchanfragen schon eingesprochen werden. Mit dem anstehenden Start des Google Assistant, einer smarteren Version des digitalen Assistenten Google Now dürfte die Anzahl der Sprachbefehle künftig weiter ansteigen, zumal das Unternehmen mit Google Home in Kürze einen Amazon-Echo-Konkurrenten auf den Markt bringen wird.

Abgesehen von der Verwendung der Daten zur Optimierung der Werbung, werden eure Sprachnachrichten laut Google auch zur Verbesserung der Sprachfunktion genutzt. Je häufiger ihr sie verwendet, desto besser werdet ihr verstanden, denn der Klang eurer Stimme wird erlernt und auch die Art wie ihr Wörter und Wortgruppen aussprecht, so Google.

Google erlaubt das Deaktivieren der Aufzeichnung eurer Spracheingaben. (Screenshot: t3n;Google)
Google erlaubt das Deaktivieren der Aufzeichnung eurer Spracheingaben. (Screenshot: t3n; Google)

Übrigens: Wenn ihr nicht wollt, dass Google eure Sprachsuchen aufzeichnet, könnt ihr die Funktion unter „Meine Aktivitäten“ deaktivieren und darüber hinaus existierende Daten löschen. Ihr habt also mehr Kontrolle über eure Daten als ihr vielleicht denkt – zumindest bei Google. Falls euch das nicht genug sein sollte, existieren allerhand Google-Alternativen und Apples iOS als Alternative zu Android.

Zum Weiterlesen: Digitaler Fußabdruck: 6 Links, die zeigen wie Google dich sieht und Euer digitaler Fußabdruck bei Google: Neuer Dienst „Meine Aktivitäten“ zeigt ihn euch

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4 Reaktionen
TSK

"Damit haben wir geklärt, dass Google nicht alles aufnimmt, was wir sagen und auch, dass das Ganze nicht still und heimlich passiert."
Wo habt ihr das geklärt? Ist das so, weil ihr das jetzt so sagt? Sehe keine Argumentation dafür oder dagegen?

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IRM

das mag ja alle stimmen was hier im Artikel erwähnt wird aber ich finde es amüsant das User & Redakteure ernsthaft glauben bzw. es auch 100% wissen das nicht alles aufgezeichnet wird solange man Schalter und Hebel hat. Echt lustig. Hier zieht der Google-Effeckt. Google kann ja schließlich nicht böse sein. Aber um Facebook ranken sich die wildesten Datengau-Theorien.

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Guest

Ist das nicht inzwischen überall so? Über Apple wurde doch auch schon berichtet als Siri vorgestellt wurde. Gibt immer Befürworter und Verurteiler. Am ende verteilt sich das wohl 50/50 und keiner von beiden kann irgendwas beweisen.

Theoretisch sollte man natürlich erstmal von der Unschuld des "Angeklagten" ausgehen, aber ich kann nachvollziehen, dass nicht jeder den großen Firmen vertraut.

War nicht mal ein Skandal mit FB, dass diese Daten an andere Firmen verkauften, bis es irgendwann rauskam und einen riesigen Aufschrei verursachte? Sowas hilft natürlich nicht Vertrauen zu behalten. Selbst wenn ich mich gerade täusche und das so gar nicht war(bin mir gerade nicht mehr wirklich sicher, ob das wirklich passierte oder nur eins der vielen Gerüchte damals war), schon allein das Gerücht reicht aus um Leute abzuschrecken und das Vertrauen, das in gewisse Firmen gesteckt wird, zu senken.

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mbirth

Wenn man auch nur ein kleines bisschen technisches Verständnis hat, wird schnell klar, dass - würde das Smartphone wirklich alles heimlich aufzeichnen - der Akku jeweils nach 1-2 Stunden leer wäre. Noch dazu wäre das Datenpaket nach ein paar Tagen aufgebraucht. Aber es ist natürlich einfach, immer schön Beweise von der anderen Seite zu fordern, aber selbst keine zu liefern.

Viel mehr hätte ich mir im Artikel noch eine Erwähnung gewünscht, dass Apple natürlich die Konversationen mit Siri genauso speichert. Allerdings angeblich anonymisiert. Und man hat auch keine Möglichkeit, wie bei Google, die Mitschnitte löschen zu lassen. Und dann bleibt noch die Frage, inwiefern eine Stimme überhaupt anonymisiert werden kann.

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