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Googles Internetballons Loon fliegen nach einer Million Flugstunden autonom

(Foto: Loon)

Googles Internetballons haben die magische Grenze von einer Million Flugstunden überschritten. Das zeigt, dass autonom fliegendes „Balloninternet“ keine Freak-Technologie mehr ist und wie weit die Ballons fortgeschritten sind.

Während man sich hierzulande noch über den verzögerten Breitbandausbau ärgert, arbeiten die großen Tech-Konzerne dieser Welt bereits an der zukünftigen Infrastruktur des Internets. Neben den Satelliten von Amazon und SpaceX sollen auch Googles Ballons 5G und die Generation danach bis an die entferntesten Winkel der Erde bringen. Das „Loon“ genannte Projekt hat jetzt einen Meilenstein erreicht, denn die Internetballons haben zusammen rund eine Million Stunden in der Stratosphäre verbracht – und dabei fast 40 Millionen Kilometer zurückgelegt.

Loon errechnet Routen selbst

Die Zahlen selbst sprechen natürlich für sich, viel interessanter ist jedoch, welche Daten die Ballons bei ihren Flügen gesammelt und verarbeitet haben, um ihre Routen zu optimieren. Dazu zählen neben simulierten und gemessenen Wetterdaten auch von den Ballons selbst erhobene Echtzeitmessungen. Zusammengeführt und mit einer Reihe weiterer Informationen gefüttert, sind die Loons so in der Lage, ihre Flugrouten selbst zu planen – und zwar deutlich schneller und besser, als es ein Mensch könnte. Der einstige Hype-Begriff Big Data ist in diesem Sinne aktueller denn je und findet mit Loon unter praktischen Bedingungen Anwendung.

Die Route eines Loon-Ballons über Südamerika (Grafik: Loon)

Als das Projekt vor einigen Jahren startete, wurden die Routen noch von Menschenhand erstellt und die Operators steuerten die Ballons meist in geraden Linien. Mithilfe der selbstlernenden Systeme sind die Loons dagegen mittlerweile fast autonom und zudem kreativer geworden. Mittels der gesammelten Daten und angelernten Navigationssystemen bestimmen sie ihre Routen anhand der Windverhältnisse selbst und wägen laufend die fluggünstigste Prognose ab. Die Grafik oben zeigt, wie das dann aussieht, wenn ein Loon autonom über Südamerika seine Bahnen zieht.

Künstliche Ballon-Intelligenz?

In seinem Blogpost auf Medium schreibt Salvatore Candido, Head of Engineering bei Loon, dass die Ballons bei der Sicherstellung von Internetverbindungen nach dem Tornado Maria auf Puerto Rico 2017 tagelang an einer Stelle „rumgammelten“. Von einem Fehler ausgehend, prüfte Candido das Verhalten und stellte fest, dass die Ballons die Windprognosen der nächsten Tage errechnet hatten. Sie warteten auf günstigere Winde, die sie dann auch tatsächlich schneller zurück an ihr geplantes Ziel brachten, als wenn sie sofort eine andere Route zurückgeflogen wären.

Das zeigt, wie weit fortgeschritten diese Systeme bereits sind. Candido ist sich aber dennoch nicht sicher, ob man in diesem Fall schon von einer künstlichen Intelligenz sprechen kann. Und wenn, dann nur einer ganz einfachen. „Ich denke, es handelt sich um eine KI, wenn ein System Verhaltensweisen nutzt, um ein Problem auf eine ursprünglich unerwartete Art und Weise zu lösen“, so Candido. Weitere Informationen zu der Entwicklung Loons findet ihr in dem Blogpost und auf der Projektseite.

via medium.com

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3 Kommentare
Felix Theel
Felix Theel

Wäre ein Titel wie „Internetballons von Google-Schwester planen ihre Routen selbst“ nicht passender, da das Loon-Projekt ja ein eigenständiges Unternehmen unter der Holding Alphabet ist?

Freundliche Grüße
Felix

Antworten
Jake Pietras

Die Headlines werden aus verschiedenen Gründen auf Lesbarkeit und andere Kriterien hin optimiert. Letztlich ist Loon aus den Google X-Labs entstanden, von daher auch richtig. Danke für dein scharfes Auge :)

Antworten
Titus von Unhold
Titus von Unhold

Der Sicherheitsingenieur in mir denkt sofort dass man die Ballons sehr einfach mit einer Mavic angreifen und zum Absturz bringen kann. Oder als Terrorist mit Payload bestücken kann die man lieber nicht in der Luft haben will… Vielleicht sollte ich SciFi-Romane schreiben… :D

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