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GPT-3: Microsoft kauft exklusiven Zugang zur Sprach-KI von OpenAI

Microsoft teilt Exklusivvertrag mit OpenAI auf Ignite 2020 mit. (Bild: Microsoft)

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Microsoft hat sich exklusiven Zugriff auf die Technologien gesichert, die der komplexen Sprach-KI GPT-3 von OpenAI unterliegen. Sie sollen in die eigenen Azure-Dienste integriert werden.

Microsoft erweitert seine Partnerschaft mit OpenAI, dem Entwickler von GPT-3, der wohl komplexesten Sprach-KI am Markt. Schon im Juli 2019 hatte der Redmonder Softwarehersteller rund eine Milliarde US-Dollar in OpenAI investiert und sich so exklusiv zum Hosting-Partner des KI-Modells erklären dürfen. Im Frühjahr 2020 war das KI-Modell auf einen eigens auf GPT-3 zugeschnittenen Azure-Cloud-Server umgezogen worden. Mit dem nun kommunizierten Kauf einer Exklusivlizenz soll Microsoft Zugang zum Quellcode des Sprachmodells erhalten.

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Microsoft sichert sich Codezugriff

Diesen Zugang will der Hersteller nutzen, um Teile der Fähigkeiten von GPT-3 in die eigenen Cloud-Produkte zu integrieren. Welche Produkte konkret von GPT-3 profitieren sollen, sagt Microsoft nicht, geht aber davon aus, dass eine Vielfalt an Möglichkeiten bestehe, die teils erst noch entdeckt werden müssten. Auch die Entwicklung völlig neuer Produkte auf GPT-3-Basis schwebt Microsoft vor.

Der Exklusiv-Deal bedeutet indes nicht, dass Dritte keinen Zugriff mehr auf GPT-3 erhalten würden. Vielmehr werde OpenAI die kommerzielle API, mit der GPT-3 in Drittsoftware integriert werden kann, auch weiterhin anbieten. Offenbar geht es Microsoft darum, nicht auf den eingeschränkten Zugriff über die API angewiesen zu sein und stattdessen direkt auf die eigentlichen Kernbereiche in Form ihres Quellcodes zugreifen zu können.

Die massive Investition Microsofts im vergangenen Jahr hatte OpenAI überhaupt erst in die Lage versetzt, GPT-3 zu entwickeln. Insofern wirkt die enge Kooperation plausibel und das Einräumen eines eher unüblichen Vollzugriffs auf das eigentliche Produkt erscheint in einem anderen Licht.

GPT-3 bleibt auch für Dritte zugänglich

GPT-3 befindet sich in einer geschlossenen Beta-Phase, konnte aber über eine rege Community bereits für das ein oder andere Staunen sorgen. So gibt es bereits Tools, die Sach-, aber auch Liedtexte selbstständig schreiben können. Auch auf Sprach-Input kann die KI sachgerecht, wenn auch lediglich in Textform reagieren. So ist sie eingeschränkt in der Lage, Konversationen zu führen.

Während es bereit eine ganze Reihe spezialisierte künstliche Intelligenzen gibt, will OpenAI mit GPT-3 eine KI schaffen, die für den Alltagseinsatz taugt, sich also in allen Bereichen gleich gut schlägt – eine sogenannte Artificial General Intelligence. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt dürfe sich GPT-3 mit seinen 175 Milliarden möglicher Parameter als das größte und fortschrittlichste Sprachmodell der Welt bezeichnen, so Chef-Technologe Kevin Scott von Microsoft auf der virtuellen Ignite 2020. OpenAI war im Jahr 2015 von Elon Musk und Y-Combinator-Präsident Sam Altman gegründet worden. Musk hatte sich Anfang 2018 wegen angeblicher Interessenkonflikte aus dem Vorstand zurückgezogen.

Passend dazu: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen AI, Machine Learning, Deep Learning und Natural Language Processing?

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