Analyse

Der einzige Artikel über Growth Hacking, den du lesen musst

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Das Produkt

Wie konnte das passieren, man hat doch alle Artikel zum Thema Growth Hacking gelesen? Wieso versinkt man nun in der Bedeutungslosigkeit? Die Antwort ist ausnahmsweise mal einfach, denn die wenigsten Unternehmen scheitern am falschen Marketing, sie scheitern weil sie folgendes sehr einfache Prinzip nicht verstanden haben: Product is King.

Dieser Grundsatz ist kein Harvard-Business-School-Geheimnis und man muss auch kein gottverdammter Elon Musk sein, um das zu begreifen. Geh an eine x-beliebige Wald-und-Wiesen-Universität, setz dich in „Grundlagen des Marketings” und in der ersten Vorlesung wird dir der Dozent etwas von den 4 P des Marketings erzählen. Price, Place, Promotion und FUCKING PRODUCT. Absolut grundlegend und doch sehe ich jeden Tag Unternehmen, die diese Logik einfach nicht begriffen haben oder sie so hart ignorieren, dass ich mittlerweile glaube, dass sie es gar nicht begreifen wollen.

Da erhalten Marketing-Abteilungen ein halb fertiges und undurchdachtes Produkt und sollen nun hier herum ein Konzept erstellen, um es irgendwie unter die Leute zu bringen. Scheiße mit Erdbeeren wird immer Scheiße bleiben und selbst die smartesten Marketingköpfe werden hierfür keinen Abnehmer finden. Natürlich kann man einfach den Brute-Force-Weg gehen und die Scheiße soweit streuen, dass es statistisch gesehen einfach bei irgendjemanden im Mund landen muss. Das ist dann aber weder clever noch nachhaltig, sondern einfach nur eine wirtschaftliche Vollkatastrophe. Sowas wird dann gern mit der 20–80-Regel (Paretoprinzip) verargumentiert, weil man eine Lösung finden müsse und irgendwie schnell in den Markt eintreten will. Willkommen in der Mittelmäßigkeit, dem Vorzimmer des Scheiterns.

Erfolgreiche Unternehmen haben diese Logik begriffen und haben dementsprechend ihre ganze Energie in ihr Produkt investiert, welches dann mit ein paar smarten Handgriffen angerollt wurde. Der Ansatz, das Marketing nicht um das Produkt herum zu bauen, sondern das Marketing in das Produkt zu integrieren, kann so laufen, dass sie schon in der frühen Entwicklungsphase mit ihren Kunden kommunizieren, um mit Hilfe von Feedback aus einem guten Produkt ein Killerprodukt mit an- und abschraubbarem Sprengkopf und beheizbarer Frontscheibe zu machen. So ein Case ist die perfekte Verheiratung von Produktentwicklung und Marketing. So erzeugt man Aufmerksamkeit und schafft ein Produkt, das die eigenen Kunden schätzen. Was passiert, wenn Kunden ein Produkt schätzen? Sie werden darüber reden. Im Freundeskreis, auf sozialen Netzwerken, in Kommentaren und das ist dann das, was ich weiter oben als „viral” bezeichnet habe.

Das ist ein alter Prozess, lediglich die Geschwindigkeit und die Wahl der Kommunikationsmittel hat sich geändert. Das nun als Neuerfindung des Rades abzutun, ist absolut am Thema vorbei. Schon Infomercials haben den Fokus auf das Produkt gelegt und sind sogar so weit gegangen, lächerlich gescriptete Kommentare von angeblichen Kunden einzublenden. Wirkt lächerlich, hat aber funktioniert.

Was wir daraus lernen

Growth Hacking hat auch etwas Gutes. Das Produkt gerät wieder in den Vordergrund und (erfolgreiche) Unternehmen erkennen, dass sie die Produktentwicklung wieder näher ans Marketing bringen müssen, denn Nutzer und Konsumenten gewöhnen sich immer stärker an gute Produkte. Saßt ihr schon mal in einer neuen gehobenen Limousine (z.B. Audi A6) und habt euch gefragt, wie dummdreist ein Hersteller sein kann, dass er in ein Auto jenseits der 60k ein Navigationssystem einbaut, dass von der Bedienung und der Schnelligkeit ungefähr auf dem Level eines iPhone 3G ist? Noch klappt das, aber in einigen Jahren haben Millennials richtige Jobs und dann geben sie ihr richtiges Geld nicht mehr für halbgare Dinge aus.

Entwickelst du eine App? Dann beziehe deine Nutzer in die Entwicklung mit ein. Betreibst du ein eCommerce-Unternehmen? Dann setze Einkauf und Marketing in einen gemeinsamen Raum. Du verkaufst Wolldecken? Dann überschütte deine Produktentwicklung so lange mit Geld, bis dein Decke die weichste, wärmste und innovativste Möglichkeit zum zudecken ist, die man für Geld kaufen kann. Investiere nun nur noch in ein smartes, agiles Marketingteam, was die Kunde deines überlegenen Produkts effizient in die Welt streut und schon bist du intelligent aufgestellt. Falls deine Ressourcen das nicht hergeben sollten, kannst du immer die 20–80-Regel im Kopf behalten, aber frage dich, ob sie effizient für dich arbeitet, oder doch nur ein Anker ist, der dich am Boden der Mittelmäßigkeit festhält.

Ebenfalls interessant: Ultimative Growth-Hacking-Liste: 300+ Tools, Artikel und Beispiele für den angehenden Experten

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5 Kommentare
Manuel

Genau meine Rede, besten Dank für den Artikel Marcel! Besonders wichtig ist vor allem der Mehrwert für den Nutzer des Produkts.

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Tom
Tom

Schön geschrieben, der Artikel hört nur genau da auf, wo Growth Hacking anfängt. Natürlich kann man GH auch für ein mieses Produkt machen, es ist einfach nur eine Marketingdisziplin. Genauso wie bei anderen Disziplinen funktioniert das mit einem guten oder innovativen Produkt natürlich meist besser. Unterm Strich bringt das tollste Produkt nichts, wenn die richtigen Leute bzw. Zielgruppe nichts davon wissen.

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Andreas Achatz

Hey.. schön das ich mal was über GrowthHacking lese… wo der Artikel aufhört fange ich mit meinem Blog an :) Danke an t3n .. hoffe es kommt bald mehr über dieses Thema :) in USA schon ganz normal.. doch in DE noch sowas von NEW.. ^^

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Max Benz
Max Benz

Interessanter Artikel, der eine gute Einleitung für das Thema Growth (Hacking, Marketing,…) darstellt.

Ich befasse mich seit einiger Zeit auch mit diesem Thema. Wenn du jeden Tag einen inspirierenden und erprobten Growth Hack per Mail erhalten möchtest, melde dich gern für meinen Newsletter unter maxbenz.co an

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Severin Lucks
Severin Lucks

Der Artikel hat zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel, ist aber immer noch aktuell und absolut zutreffend. Danke für die klaren Worte und die Erdbeeren ;-)

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