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Gründer aufgepasst: Diese 10 Dinge könnt ihr von Peter Thiel lernen

(Foto: dpa)

Er hat Paypal gegründet und früh in Facebook investiert: Peter Thiel hat den richtigen Riecher. In seinem Buch gibt er viele Tipps, unsere Gastautorin fasst zehn zusammen.

Keine Top-10-Liste der Welt kommt um „Zero to One“ von Peter Thiel herum, wenn es um Buchvorschläge für Entrepreneure und Investoren geht. Jedoch ist der deutsch-amerikanische Superstar nicht gerade unumstritten. Ich habe das Buch einmal auf die wichtigsten Punkte heruntergebrochen und herausgefiltert, was Investoren ihm entnehmen können.

1. Wertschaffung und Innovation

Wirklich wertvoll sind die Startups, die etwas Neues erschaffen. Der nächste Elon Musk wird keinen neuen Tesla erfinden. Oder mit den Worten von Thiel: Der nächste Bill Gates wird keine Betriebssystem erfinden, der nächste Mark Zuckerberg kein soziales Netzwerk. Denn: Durch das bloße Kopieren von bereits erfolgreichen Unternehmen wird der Entrepreneur nichts lernen.

„Jeder Moment in der Wirtschaft geschieht nur einmal. Der nächste Bill Gates wird kein Betriebssystem bauen. Die nächsten Larry Page oder Sergey Brin werden keine Suchmaschine umsetzen. Und der nächste Mark Zuckerberg wird kein soziales Netzwerk aufbauen. Wenn du diese Personen kopierst, lernst du nicht von ihnen.“

— Peter Thiel

Mut ist noch seltener als Genie – auch beim Investieren in Startups. Die Zukunft neuer Technologien und Modelle ist ungewiss. Trotzdem Kapital in neue Ideen zu stecken, die noch wenig „Proof of Concept“ – nachweisliche Nachfrage und Beweise für Erfolg – vorweisen können, zeugt von Courage und ist der richtige Weg, wirkliche Innovationen zu unterstützen.

2. Horizontaler Fortschritt und vertikaler Fortschritt

Horizontaler Fortschritt bedeutet die Weiterentwicklung von bereits funktionierenden Techniken oder Maßnahmen. Die Globalisierung oder die chinesische Wirtschaft entwickle sich horizontal. Zum vertikalen Fortschritt müssen Prozesse und Techniken völlig neu gedacht werden – und dies bringt ein Startup von Zero to One.

Horizontalen Fortschritt zu finden, ist gar nicht leicht. Aber genau in diese Startups zu investieren, ist laut Peter Thiel die Chance auf hohe Renditen.

3. Die vier Silicon-Valley-Wahrheiten

Die vier Silicon-Valley-Wahrheiten sind:

  • Riskiere lieber Wagemut als Belanglosigkeit
  • Ein schlechter Plan ist besser als gar kein Plan
  • Konkurrierende Märkte zerstören Gewinne
  • Verkaufen zählt ebenso viel wie das Produkt selbst

Die Idee zählt viel bei Startup-Investitionen: Natürlich haben Investoren im Idealfall erfahrene Gründer an der Hand, die genaue Pläne und eine vollkommen neue Idee in einem noch ungedeckten Markt haben. Der Pivot (ein Wechsel im Geschäftsmodell) ist allerdings keine Schwäche für Startups, sondern sichert Flexibilität und Anpassung an die Realität.

4. Die Monopol-Idee

Google besitzt ein Monopol, deswegen bezahlen die Kunden einen höheren Preis für Service und Produkt. Amerikanische Airlines dagegen produzieren zwar viel Wert, aber keinen Profit – denn der wird für die Wettbewerbsfähigkeit aufgewendet. Google kann den Fokus auf Innovation legen und muss nicht ständig den Wettbewerb bedienen. Also: Um den Fortschritt und den Profit zu sichern, muss ein Unternehmen einzigartig und besonders sein, sodass die Rivalen im Wettbewerb das Nachsehen haben.

„All die erfolgreichen Unternehmen sind verschieden: Jedes davon hat sich sein Monopol dadurch verdient, ein einzigartiges Problem zu lösen. Bei allen gescheiterten Unternehmen ist es das gleiche: Sie sind daran gescheitert, dem Wettbewerb zu entkommen.“

— Peter Thiel

Wenige Mitbewerber in einem Markt sind Indikator für höheren Erfolg eines Startups. Die Gründer müssen einen ganz besonderen Weg finden, ein Problem zu lösen, einen ganz eigenen Ansatz, den kein anderer verfolgt und der Wettbewerber aussticht.

5. Wachstum und Prognosen

Um ein wertvolles Unternehmen aufzubauen braucht es Wachstum und Ausdauer. Der Fokus sollte auf kurzfristiges Wachstum gelegt werden, weil dieses gut messbar ist. Die Unternehmen konzentrieren sich in diesem Fall auf monatliche Einkommenstabellen und Quartals-Reportings. Wachstumsunternehmen machen in den ersten Jahren keinen Profit, sondern eher Verluste, weil das Kapital in Wachstum investiert wird. Dafür haben sie aber das Potenzial, in den zehn folgenden Jahren signifikante Umsätze zu machen.

Die wichtigste Frage ist: Wird es dieses Unternehmen in zwölf Jahren noch geben? Zahlen allein werden die Antwort darauf nicht geben können, es erfordert viel mehr kritisches Beleuchten der qualitativen Punkte.

6. Erfolg ist kein Zufall

Bill Gates und Warren Buffett gegen Steve Jobs: Hat Glück Einfluss auf Erfolg? Thiel warnt davor, diejenigen Gründer außen vor zu lassen, die ihren Erfolg lange planten, immer wieder reflektierten und so ihren eigenen Erfolg realisierten.

Glück als Faktor in die Überlegung miteinzubeziehen, ob man investiert oder nicht, ist wenig hilfreich und dient nicht der Risikominimierung. Fußballspiele werden in der Regel auch nicht durch Glück gewonnen.

7. Ein starkes Fundament

Zero to One, das neue Buch des US-Investors Peter Thiel. (Bild: Campus-Verlag)
Zero to One, das Buch des US-Investors Peter Thiel. (Bild: Campus-Verlag)

Eine Firma gründen und ein Haus bauen sind zwei Vorhaben, die sich ähnlicher sind, als man zunächst glauben mag: Man kann nicht auf brüchigem, mangelhaften Grund und Boden bauen. Deshalb sollte sich ein Gründer ganz genau überlegen, mit wem er seine Firma gründet, denn ein Konflikt unter Geschäftspartner kann ebenso unangenehm sein wie eine Scheidung. Auch die Beziehung zwischen Investor und Startup sollte harmonisch sein. Außerdem ist die Bindung des Teams an das Startup Teil eines guten, haltbaren Fundamentes.

Das Team ist und bleibt ein wichtiger Indikator für das gute Gelingen eines Startups. Je länger die Gründer sich kennen, je mehr Erfahrung sie haben und je besser der Ausgleich von Talent und Expertise zwischen ihnen funktioniert, je größer ist der Indikator für ein gutes Team.

8. Die Mechanik der Mafia

Peter Thiel investierte Ende der 90er-Jahre in Paypal und wurde dessen CEO. Das Team, das er damals um sich sammelte, ist später unter der Bezeichnung „Paypal-Mafia“ bekannt geworden, da viele der ehemaligen Teamkollegen später bei der Gründung anderer Unternehmen wie Tesla, Linkedin oder Youtube beteiligt waren. Diese Teammitglieder sind nicht nur talentiert, sondern zogen von Anfang an an einem Strang, teilten ähnliche Interessen und Vorstellungen. Daraus lernt man: Ein starkes Team findet man nicht durch externe Dienstleister.

Auch das sind guten Frage an die Gründer: Wie finden sie ihr Team? Worauf achten sie? Wodurch gewinnen sie Mitarbeiter für ihr Projekt? Diese Fragen können belegen, dass die Gründer die Wichtigkeit ihres Teams erkannt haben und sie Leute wollen, mit denen sie lange und erfolgreich arbeiten können.

9. Grün sehen

Am Beispiel des Ökostroms erklärt Thiel, wie es sich mit Innovationen in einem sehr großen Markt verhält. Durch die grobe Einmischung von Regierung und Politik kam es zu hohen Investitionen in erneuerbare Energien, obwohl die Technologie noch gar nicht so weit war. Dadurch entwickelte sich dieser Markt zu einer neuen Blase.

Ein kleiner Fisch in einem großen See zu sein, ist kein guter Ansatz. Junge Unternehmen sollten zunächst die Eroberung ihrer Nische anstreben und danach in größere Märkte expandieren. Wie Facebook, das zunächst auch nur ein soziales Netzwerk für einen einzigen Campus war. Denn in einem wachsenden Markt zu interagieren bedeutet nicht per se, dass allein aufgrund des Wachstumspotenzials ein gutes Gedeihen der Firma zu erwarten ist.

Nur wegen des Potenzials eines Marktes Kapital in ein Startup zu investieren, sollte vermieden werden. Es ist ein guter Indikator, allerdings gehören noch andere Faktoren dazu, die ein Investor im Blick haben sollte.

10. Das Gründer-Paradox

Gründer weisen oft extreme Charakterzüge auf, sie sind häufig Insider und Outsider in ihrem Geschäft zugleich. Wenn sie finanziert sind, sind reich an Kapital, aber arm an Geld. Sie müssen sich in der Branche auskennen, aber diese auch völlig neu denken. Auch Gründer, die langfristig planen, können keine Prognosen für die nächsten 20 oder 30 Jahre geben, nicht vorhersagen, dass die Zukunft besser sein wird. Deshalb ist es wichtig, im Hier und Jetzt Wege zu suchen, neue Lösungen zu finden, durch die die Zukunft besser sein kann – indem wir alles neu denken. Von Anfang an.

Besonders die Theorie zum Wettbewerb (Punkt 4) ist umstritten und findet sich immer in den anderen Aspekten wieder. Ist Wettbewerb wirklich so tödlich für Startups oder heizt er die Köpfe eher an und motiviert, besser zu sein?

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3 Reaktionen
Christian Deuschle

Zur Schlussfrage, ob Wettbewerb Gewinne vernichtet: Ich glaube dass auch Wettbewerber in einem Markt kooperieren können, anstatt sich mit viel Geld zu bekämpfen. Siehe Amazon und Netflix. Wo sich Unternehmen bekämpfen, kann viel Ungutes für beide entstehen (Apple und Samsung). Die Kooperation war für beide Gewinnbringend, der Kampf hat beide viel gekostet.

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Lars

2. "Horizontalen Fortschritt zu finden, ist gar nicht leicht. Aber genau in diese Startups zu investieren, ist laut Peter Thiel die Chance auf hohe Renditen."

Hier ist sicher Vertikaler Fortschritt gemeint.

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cristin

Hej Lars,
klar, du hast Recht! Da war ich wohl mit den Gedanken noch bei chinesischen Schreibmaschinen! Danke für den Hinweis!

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