Feature

Berlin war gestern: Gründer entdecken Regionen abseits der Hotspots

Seite 2 / 2

Thüringen und Sachsen gründen am liebsten

Der Chefvolkswirt der staatseigenen Förderbank KfW, Jörg Zeuner, sieht im Osten Nachholbedarf in Sachen Gründungen. Zwar ist man derzeit noch an der Auswertung der Zahlen für 2016, die im Mai vorgestellt werden sollen. „Wir gehen aber nicht davon aus, dass sich in den Rangfolge der Bundesländer wesentlich etwas ändert.“

Im Gründungsmonitor für das Jahr 2015 landeten die ostdeutschen Flächenländer allesamt auf den hinteren Plätzen. Mit einer Quote von 14 Gründungen pro 1000 Erwerbsfähigen sind Thüringen und Sachsen die gründungsfreudigsten Ost-Flächenlander, gefolgt von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern (jeweils 13 Gründen pro 1000 Erwerbsfähigen). Schlusslicht bleibt Sachsen-Anhalt (7). Deutschlands Gründerhauptstadt in Deutschland ist nach wie vor Berlin (26).

Seit Jahren gehen die Gründungsquoten insgesamt zurück – im Osten wie im Westen. Als Grund führt Zeuner vor allem die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt an. Dass im Osten weniger Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, hat vor allem etwas mit der unterdurchschnittlichen Kaufkraft und der fehlenden Nachfrage zu tun. Prinzipiell seien Gründungen im Osten häufiger aus der Not heraus geboren. „Und nicht, um aus dem Job heraus eine Chance wahrzunehmen.“

Karsten Schaal, der selbst 2011 den Online-Supermarkt Food.de in Leipzig aus der Taufe hob, weiß, dass es gerade bei ostdeutschen Gründern am Kapital hakt. „Am schwierigsten ist es in der mittleren Phase, bis große Risikokapitalgeber einsteigen. Da ist das große Dilemma in Ostdeutschland.“ Nur wenige könnten auf ein Vermögen aus dem Elternhaus zurückgreifen. Schaal will künftig 75 Städte beliefern, bisher sind es 30. Dafür braucht er einen Investor. „Und zwischen 1,5 und fünf Millionen Euro.“

Geld verdienen mittels Sponsoring

„Wir haben inzwischen rund 100.000 sehr aktive Nutzer.“

Auch „Uninow“ will expandieren, schielt auf den europäischen Markt. Nächstes Jahr wollen die Jungunternehmer schwarze Zahlen schreiben. Wie sie mit „Uninow“ Geld verdienen? „Wir haben eine Stellenbörse integriert. Unternehmen können dort Angebote einstellen – gegen Sponsoring“, sagt der gebürtige Göttinger Steenweg. Die Plattform sei für Firmen für die Suche neuer Kräfte interessant. „Wir haben inzwischen rund 100.000 sehr aktive Nutzer.“ Die Herausforderung? „Der App-Markt ist sehr umkämpft, wir müssen dauernd updaten.“ dpa

Ebenfalls spannend:

Startseite
  • Seite:
  • 1
  • 2

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung