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Weil der Boom ausblieb: Diese Top-Level-Domains gibt’s jetzt zum Schleuderpreis

Uniregistry trennt sich von gTLD. (Foto: Shutterstock)

 
 
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Uniregistry, kürzlich von Godaddy übernommen, ist einer der größten Registrare generischer Top-Level-Domains. Nachdem das Geschäft damit nicht in Gang kommt, will der Anbieter seine gTLD nun versteigern.

In den Jahren 2014 und 2015 sicherte sich die Firma Uniregistry des Kanadiers Frank Schilling eine Reihe zunächst vielversprechend klingender generischer Top-Level-Domains (gTLD). Darunter finden sich auf den ersten Blick interessante Begriffe wie .games, .hosting oder .help. Auch für Nischenangebote geeignete Namen wie .tattoo, .property oder .diet hatte sich Schillings Firma, die im Februar 2020 von Godaddy übernommen wurde, gesichert.

Kunden zeigen kaum Interesse an gTLD

Ob es Folge der Übernahme oder die Erkenntnis des ausbleibenden Booms um die neuen Namespaces ist, bleibt unklar. Jedenfalls versteigert Uniregistry insgesamt 23 gTLD.

Noch vor zehn Jahren galten gTLD als das nächste große Ding. Anstatt auf die knappe Ressource .com angewiesen zu sein, sollte sich eine breite Vielfalt zielgenauer Angebote in themenbezogenen Namespaces bilden. Über 1.000 neue TLDs wurden damals in kurzer Folge durch die Oberaufseher von der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) genehmigt.

An der breiten Vielfalt zielgenauer Angebote fehlt es indes bis heute. Das dürfte in erster Linie damit zusammenhängen, dass die teils schon ans Beliebige grenzenden Namen in der Kundschaft keine Akzeptanz fanden. Anders ist es kaum zu erklären, dass im für Aids-Informationsangebote gedachten Namespace .hiv bis jetzt nur 315 Domains registriert sind.

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Andere Branchenbeobachter bemängeln, die Registrare hätten zu wenig getan, um die gTLD in den Markt zu bringen.

23 gTLD stehen zum Verkauf, teils ohne Startgebot

In einer bis zum 28. April 2021 laufenden Auktion will sich Uniregistry nun von diesen Assets trennen. Dabei hat der Registrar alle gTLDs einzeln auf der Auktionsseite gelistet, beschrieben und zumeist mit einem Startgebot belegt.

Bei lediglich zwei der gTLD, nämlich der bereits erwähnten .hiv und dem Spiele-Namespace .juegos (Spanisch für Spiele), lässt Uniregistry Gebote ab einem Euro zu. Am wertvollsten stellt sich für den Anbieter die gTLD .game dar, für die er entsprechend mindestens 2,8 Millionen US-Dollar sehen will. Auf Rang 2 findet sich .link. Hierfür stellt sich Uniregistry mindestens zwei Millionen Dollar vor.

Alle anderen gTLD sind preislich meist deutlich unter einer Million angesiedelt. Solvente Tätowierer könnten sich .tattoo ab 150.000 Dollar sichern. Wer denkt, Sex sells, sieht sich hier getäuscht. Während die Domain .sex bereits im Jahr 2005 für 14 Millionen Dollar verkauft wurde, ruft Uniregistry für .sexy vergleichsweise moderate 450.000 Dollar auf.

Zu jeder gTLD listet der Anbieter die Zahl der im jeweiligen Namespace registrierten Domains. Mit weitem Abstand an der Spitze steht dabei .link. Immerhin 159.000 Domains wurden bislang auf diese Endung registriert. Alle anderen Namespaces weisen maximal fünfstellige Registrierungszahlen, viele sogar vier- oder gar dreistellige Belegungen auf. Für die gTLD .llp (Limited Liability Partnership, eine Personengesellschaft nach US- und UK-Recht) war das Interesse bisher so gering, dass sie keinen einzigen Eintrag hat und noch gar nicht gestartet ist.

Geduld kann sich auszahlen, ICANN-Gebühren nicht vergessen

Bis zum 28. April ist noch etwas Zeit. Es empfiehlt sich, noch ein wenig zu warten, solltet ihr euch für einen der Namespaces interessieren. Noch in der vergangenen Woche hat Uniregistry die Startgebote für ihre gTLD teils deutlich nach unten korrigiert. Für .game wollte der Anbieter ursprünglich 3,5 jetzt nur noch 2,8 Millionen, und für .hosting zunächst eine Million jetzt eine halbe. Mit etwas Geduld und steigender Unruhe aufseiten der Uniregistry dürfte sich da noch was bewegen.

Wichtig zu bedenken ist in jedem Fall, dass jeder Käufer einer der angebotenen gTLD damit zum Registrar wird. Das zieht teils empfindliche Gebühren nach sich. Allein die ICANN verlangt pro Quartal 6.250 Dollar als Registry-Level-Gebühr und weitere transaktionsabhängige Kosten.

Auch interessant: Diese 200 nützlichen Tools sind unter Googles Top-Level-Domain „.new“ erreichbar

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Ein Kommentar
InterNetX
InterNetX

„Wichtig zu bedenken ist in jedem Fall, dass jeder Käufer einer der angebotenen gTLD damit zum Registrar wird.“ -> Wenn man eine TLD betreibt, dann ist man in erster Linie Registry, aber kann auch als Registrar auftreten.

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