Entwicklung & Design

Wie du eine gute Infografik entwirfst

Infografiken sind beliebt, aber nicht alle sind gelungen: Welche Regeln es für besonders gute Exemplare gibt, hat Amy Balliet bei Smashing Magazine zusammengestellt. Schließlich geht es nicht nur darum, Wörter und Zahlen grafisch aufzupeppen. Infografiken sollen stattdessen einen Mehrwert liefern, den eine simple Auflistung von Zahlen und Fakten nicht hätte.

Selbst ausgezeichnete Designer könnten nicht zwingend gute Infografiken entwerfen, erklärt Amy Balliet. Denn auch wenn man sicher gestalterisches Talent als Grundlage braucht, benötigt man doch vor allem eine bestimmte Denkweise. Schließlich sind Infografiken vor allem dann besonders stark, wenn sie ein Thema überhaupt erst verständlich und zugänglich machen.

In ihrem ausführlichen und lesenswerten Beitrag auf Smashing Magazine gibt sie kurz zusammengefasst diese Tipps:

  1. Zeigen, nicht erklären. Es geht nicht darum, Fakten bloß aufzulisten, sondern sie zu visualisieren.
  2. Keine Simpel-Grafiken. Wer einfach nur Balken- und Tortengrafiken macht, die inzwischen viele Tools beherrschen, springt als Designer zu kurz. Sie können ein Element einer Infografik sein, aber für sich allein sind sie (meist) zu wenig.
  3. Typographie ist nicht die Lösung. Zwar lässt sich durch gute Schriftwahl eine schöne Optik erzeugen, aber Typographie allein visualisiert erst einmal nichts oder zu wenig.
  4. Typographie nicht vergessen. Denn auch wenn schöne Schriften allein nichts helfen, tragen sie doch zu einem schönen Gesamtbild bei. Das gilt vor allem für den Infografik-Titel.
  5. Erstelle vorher einen Wireframe der Infografik.
  6. Durchbreche die Box. Sprich: Lass dich nicht dazu verführen, die Infografik einfach in gleichförmige Abschnitte zu teilen.
  7. Erzähle eine Geschichte.
  8. Visualisiere den Kern. Jede gute Infografik habe ein Element, dass beim Betrachter einen „Aha-Moment“ auslöse.
  9. Denk an eine neutrale Farbwahl, damit die Infografik beim Weiterverbreiten zu vielen Umgebungen passt.
  10. Bevorzuge eine Drei-Farben-Palette – sie ist besonders angenehm für die Augen.
  11. Erfinde das Rad für die Farbwahl nicht neu, es gibt genug hilfreiche Tools dafür.
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7 Kommentare
Jürgen

Mit welchem Tool erstelle ich eigentlich Infografiken am besten?

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Vincent

@Jürgen: Gute Frage. Auch wenn es spezielle Tools geben mag um Infografiken zu erstellen würde ich Photoshop bevorzugen, denn die Tools bringen meist „langweilige“ Ergebnisse, welche nicht wirklich individuell sind und nix hermachen ;-)

Grüße
Vincent

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chillmoo
chillmoo

@Jürgen: Ich vermute für illustrierte Infografiken kommt da so ziemlich nur Illustrator in Frage. Photoshop wohl eher weniger.

@t3n: Vielen Dank für diesen Post. Zufälligerweise schreibe ich morgen Klausur über Infografiken und das kommt doch sehr gelegen ;)

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Vincent

@chillmoo: JA mit Illustrator lassen sich wesentlich besser die Diagramme erstellen, Kreise, Torten usw. aber das Gesamtbild mit Hintergrund (Textur) und Text benötigt man in PRinzip schon Photoshop. Geht auch ohne aber ich würde beides dazu verwenden. Denn wie im Beitrag beschrieben reicht nicht nur ein simples Tortendiagramm für eine schnieke Infografik ;)

Grüße
Vincent

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Tobias Fox

Hi zusammen,

wer aus seinem Lebenslauf automatisch eine optisch ansprechende Infografik generieren lassen möchte, der besucht den Service „visualize me“ http://vizualize.me/

Eine gute Quelle für schöne Infografiken für Konsumenten und Uploader gibt’s hier für http://visual.ly/

@Jürgen: Wenn’s mit o.g. Tool nicht geht, würde ich bei einer klasse Idee immer einen Illustrator hinsetzen und das hübsch gestalten lassen, damit die Infografik fundierte Informationen hat und gleichzeitig sexy ausschaut. Kostet halt, wenn man nicht gerade Webdesigner oder Gestalter ist.

Grüße aus Stuttgart,
Tobias

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Psychotherapist Madeleine

Guter Artikel, wichtig finde ich besonders Punkt 1. und Punkt 7.
Oft sind (Psychologie) Graphiken nicht inspirierend und fuellen nur die Seiten mit ein viel Farbe.
Fuer Geschichten bin ich sehr, wobei ich gelegentlich nette Werbegeschichten sehe, die nichts ueber das Produkt aussagen (stoert mich gar nicht, aber vielleicht nicht so gut fuer die Auftragslage des Designers?).

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Psychotherapist

Sorry, „ein viel“ – ein Design Fehler ;-)
Es ist spaet!

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