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Hässliche Zustände im Tesla-Werk: Notruf für Schwerverletzte nur mit Erlaubnis möglich

Tesla gilt als eines der innovativsten Unternehmen weltweit. (Foto: dpa)

Tesla soll Fabrikangestellten selbst bei schweren Verletzungen verbieten den Notruf zu wählen. Man bräuchte zuvor eine Erlaubnis, behauptet ein Investigativ-Magazin unter Berufung alter Mitarbeiter.

Eine der Tesla-Fabriken im kalifornischen Fremont ist derzeit in aller Munde. Jedoch nicht aufgrund bester High-Tech-Produktionsanlagen oder innovativer Energieversorgungstechnologien. Das Werk steht in der Kritik seine Mitarbeiter bei Unfällen nicht vernünftig zu versorgen. So darf das Medizinische Personal einem Bericht von Reveal zufolge, keinen Notarztwagen rufen, ohne vorherige Erlaubnis eines Verantwortlichen. Zudem soll es vorgekommen sein, dass Verletzte eigenständig mit Carsharing-Diensten ins Krankenhaus gefahren seien. Schwerverletzte hätten zudem auch ohne Behandlung wieder an die Anlagen gemusst.

Unfälle im Tesla-Werk sollen in Büchern nicht auftauchen

Tesla-Chef Elon Musk will Tesla von der Börse holen.
Tesla-Chef Elon Musk hat große Visionen. (Foto: dpa)

Reveal, ein Magazin der renommierten Non-Profit-Organisation „Center for Investigative Reporting“, beruft sich dabei auf Augenzeugenberichte und persönliche Erlebnisse ehemaliger Mitarbeiter. „Das Ziel war, so viele Patienten wie möglich aus den Büchern herauszuhalten“, sagte etwa Anna Watson, eine Arzthelferin, die im August dieses Jahres drei Wochen in der medizinischen Klinik von Tesla angestellt war. Sie klagt zudem darüber, dass sie nach der Äußerung ernster Bedenken am medizinischen Versorgungssystem des Unternehmens umgehend entlassen wurde. Watson blickt auf 20 Jahre Berufserfahrung zurück.

„Ich konnte nicht gehen, ich konnte mich nicht hinsetzen. Ich konnte nicht mal aufrecht stehen.“

Zu Wort kam außerdem ein Fabrikarbeiter namens Stephon Nelson. Der 30-Jährige klagte nach einem Arbeitsunfall am Fließband des Tesla Model 3 über starke Rückenschmerzen. „Ich konnte nicht gehen, ich konnte mich nicht hinsetzen. Ich konnte nicht mal aufrecht stehen“, erklärt er in dem Bericht. Als er darum bat den Notruf zu wählen, habe der diensthabende Arzt seinen Wunsch abgelehnt. Er könne sich ein Lyft buchen, wenn er ins Krankenhaus möchte. „Mir brach das Herz“, erzählt Nelson. Als er eingestellt wurde hieß es noch, dass Tesla ein Unternehmen sei, das sich um die Sicherheit der Mitarbeiter kümmert.

Ganz ohne Kritik bleiben die Vorwürfe gegen Tesla nicht. Der Autobauer bezeichnete im April diesen Jahres bereits ältere Artikel von Reveal zu dem Thema als „unfair“. Das Magazin habe sich mit Gewerkschaftern zusammengetan, um eine kalkulierte Desinformationskampagne zu orchestrieren. Es handle sich um „einen ideologisch motivierten Angriff einer extremistischen Organisation“, so das Unternehmen in einem Blogpost. Den aktuellen Bericht hat Tesla bislang noch nicht offiziell kommentiert. Jedoch kam darin auch ein angestellter Arzt zu Wort. Verletzte Arbeiter, so Dr. Basil Besh, verstünden nicht immer, was für sie am besten sei.

Elektrofahrzeug: Das Model 3 von Tesla
Tesla: Auf das Model 3 folgt das Model Y – aber erst in zwei bis drei Jahren. (Foto: Tesla)

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Eine Reaktion
Stefan Sarzio

Dass auch die OSHA heraus gefunden hat, dass bis auf eine falsche Bezeichnung und ein falsches Datum nichts an den Vorwürfen von 'Reveal' über falsche Protokollierung von Unfällen dran war, wäre auch erwähnenswert gewesen.

Dann wäre allerdings wohl die reißerische Überschrift nicht mehr haltbar gewesen - ebenso wie der Verweis auf die bereits von staatlicher Stelle entkräften Vorwürfe.

Auch hierzulande haben wir übrigens das Problem, dass viel zu oft wegen Bagatellen der Notarzt gerufen wird und Ärzte fordern dazu auf, Rettungswagen für tatsächliche Notfälle frei zu halten. Dass eine Verletzung an der Fingerspitze nicht dazu zählt klingt für mich nachvollziehbar, und nicht "hässlich".

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