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Hate Aid bietet Hilfe für Opfer von Hatespeech im Netz

Hate Aid bietet akute Hilfe, wenn du in einen Hatestorm gerätst. Und unterstützt bei einer möglicherweise notwendigen straf- oder zivilrechtlichen Verfolgung. (Foto: Shutterstock)

Sich gegen Hass und Hetze im Netz zur Wehr zu setzen, ist nicht einfach und der Rechtsweg teuer. Jetzt hilft die Organisation Hate Aid Opfern effektiv weiter.

Zivilgesellschaftliches Engagement setzt heute viele Menschen leider einer Grenzerfahrung aus. Wer sich gegen rechte Hetze, Rassismus und gegen die Ausgrenzung von Menschen engagiert, bekommt nicht nur Gegenwind, sondern oft auch eine sehr hässliche Seite der Menschheit zu sehen: Gewaltandrohungen, Beschimpfungen und offene Volksverhetzung. Solche Erfahrungen sind für die Betroffenen traumatisch und schwer zu verarbeiten. Da ist es gut zu wissen, dass diese Kämpfe nicht alleine ausgefochten werden müssen. Neben Counterspeech-Initiativen wie #ichbinhier und Reconquista Internet mit der Plattform Hassmelden.de ist seit einigen Monaten auch die gemeinnützige Gesellschaft Hate Aid aktiv. Hate Aid engagiert sich durch die Unterstützung der Opfer von Hatespeech – bis hin zum Gang vor Gericht.

Hate Aid: Beratung und Prozesskostenfinanzierung für Opfer von Hatespeech

Beratung

Hate Aid bietet zwei unterschiedliche Unterstützungsweisen an: entweder durch eine persönliche Beratung beispielsweise per E-Mail, Chat, Telefon oder eine Rechtsberatung und die Möglichkeit zur Finanzierung von zivilrechtlichen Klagen.

Die Organisation erstellt gemeinsam mit Angegriffenen Abwehr- und Kommunikationsstrategien und verspricht dabei einen hohen Einfühlungsgrad, denn die Mitarbeiter haben eigene Erfahrungen mit digitaler Gewalt. Wenn der Hatestorm schon psychisch belastend geworden ist, unterstützt Hate Aid gemeinsam mit externen Therapeuten bei der Verarbeitung und hilft beim Sichern von Beweismaterial und der Nachbearbeitung.

Die Betroffenenberatung ist kostenlos und wird unabhängig vom Ansehen, der Meinung oder des politischen Hintergrundes gewährt. Das Unternehmen schließt allerdings Personen vom Beratungsangebot aus, die selbst Hass im Netz verbreiten.

Juristische Hilfe: Strafverfolgung und Rechtsweg mit Prozesskostenfinanzierung

Hate Aid prangert die juristischen Möglichkeiten für Opfer von Hatespeech an: „Strafverfolgungsbehörden wie Polizei und Staatsanwaltschaften sind bei Gewalt im Internet überfordert oder nehmen das Thema nicht ernst genug. Verfahren werden in der Regel ohne Konsequenzen für die Täter*innen eingestellt. Gegen Beleidigungen, Bedrohungen oder Verleumdungen können Angegriffene hauptsächlich auf dem zivilrechtlichen Weg vorgehen und müssen Gerichtskosten vorstrecken sowie gegebenenfalls Anwaltskosten zahlen.“

Hate Aid bezeichnet diese Situation als fatal, denn die meisten Täter würden nicht zur Rechenschaft gezogen und das Netz irrtümlich als rechtsfreien Raum wahrnehmen. Mit der Folge, dass die Betroffenen ohnmächtig zurückbleiben.

Deshalb will die Organisation auch hier helfen und nicht nur mit kostenfreiem juristischen Rat zur Seite stehen, sondern Betroffene auch kostenfrei vor Gericht bei Zivilklagen vertreten – in Fällen, die von der Organisation als geeignet betrachtet werden. Beim Tatbestand der Volksverhetzung wird Hate Aid strafrechtlich aktiv. Dazu arbeitet die Organisation unter anderem mit der Media-Kanzlei Frankfurt, der Kanzlei Höch Rechtsanwälte und Junit zusammen. Die Klage wird dann über den Prozessfinanzierungsfonds von Hate Aid finanziert.

Wie sich Hate Aid finanziert

Hate Aid ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die Betroffenenberatung finanziert sich teilweise aus öffentlichen Mitteln, teilweise aus Spenden. Der Prozesskostenfinanzierungsfonds wird im Moment noch aus Spenden finanziert, soll aber langfristig aus erstrittenen Schmerzensgeldern aus den geführten Prozessen finanziert werden.

Die Organisation wirbt damit, dass sie sich im Rahmen der Gemeinnützigkeit regelmäßig von externen Wirtschaftsprüfern und dem Finanzamt prüfen lässt. Anzahl und Umfang von Spenden, die 5.000 Euro überschreiten, will Hate Aid ohne Nennung eines Namens offenlegen. Die Organisation erklärt das damit, dass der Identitätsschutz der Betroffenen und der eigenen Mitarbeiter oberste Priorität habe.

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4 Kommentare
Ribert Lirert
Ribert Lirert

Und für so einen Humbug werden Steuern verballert.
Wer mit Diskursen und dem harschen Ton im Internet nicht klarkommt sollte sich in sein sicheres Zimmer verschliessen.

Hatespeech… Wenn ich das schon höre. Ein erfundener Begriff von weinerlichen Schneeflocken die nicht wahrhaben wollen, dass es Menschen gibt, die sie nicht mögen.

Das ganze ist eher Hilfe für Menschen die sich nicht darüber im Klaren sind, dass sie unter Narzissmus leiden.

So Leute brauchen einen Pfleger, keinen Internetzugang.

Antworten
Jochen G. Fuchs

Weder dein Tonfall, noch deine Aussage ist akzeptabel. Sondern unverschämt, beleidigend und fern ab jeglicher Empathie.

Und verdammt falsch.

Wenn du „nicht leiden können“ mit Todesdrohungen gleichsetzt oder damit, dass ein Nazi jemandem die Vergasung in Auschwitz wünscht, dann hast du keinen Durchblick – oder kommentierst hier schlicht mit böswilliger Absicht.

Menschen wie du sind der Grund dafür, dass es Hate Aid gibt. Geh mal in Dich und schau ob noch ein Rest Menschlichkeit übrig ist.

Der Kommentar hier war weit entfernt von jeder Menschlichkeit.

Antworten
Ribert Lirert
Ribert Lirert

Wenn jemand Opfer von realer Gewaltandrohung ist, dann sollte man zur Polizei gehen.
Wenn das aber nicht so ist, und man nur nicht akzeptieren kann, dass andere auch andere Meinungen haben, sollte man seinen Internetanschluss kündigen
Wozu man hier eine Hilfehotline braucht, um zivilrechtliche Ansprüche durchzusetzen, erschließt sich mir nicht.
Vor allem dann nicht, wenn meine Steuergelder dafür verwendet werden um Menschen zu unterstützen, die ihren persönlichen Rachefeldzug mit anderen auszutragen die nicht ihrer Meinung sind.

Wenn man in einer Community nicht erwünscht ist, kann man sich auch aus dem Diskurs entfernen oder die Personen blockieren. Es gibt kein Recht auf Akzeptanz.

Solche Initiativen sind Steigbügelhalter für die Einschränkung der Meinungsfreiheit, die in Deutschland sowieso schon nicht die Freiheiten genießt wie zb in den USA.

Aber so sind totalitäre nun mal. Mit Emotionen die Verfassung aufweichen und durchlöchern, bis nichts mehr übrig bleibt.
Kein Platz für Vielfalt von Ideen und Meinungen bei Ideologen.

Antworten
dennis
dennis

So etwas empathieloses liest man häufig von Trollen und typischen AfD Wählern.
Im Ünbrigen vergeudet die AfD massivst unsere Steuergelder, aber das nur am Rande.

Ich halte es mal kurz: Wegen solcher Leute wie Dir gibt es solche Initiativen. Troll bitte woanders….

Antworten

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