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HERE: Nokia sagt Apple und Google Maps den Kampf an

Nokia hat am gestrigen Dienstagabend angekündigt seine Location- und Kartendienste unter dem Namen HERE zu vereinen. Darüber hinaus werden die Finnen das 3D-Kartenunternehmen Earthmine übernehmen und eine App für iOS sowie ein SDK für Android bereitgestellen, mit dem Entwickler die Nokia-Dienste in ihre Anwendungen einbetten können.

Nokia HERE: Kartendienste künftig auf allen bekannten Plattformen

Nokia wird unter 3D-Ansichten ausgewählter Städte sowie weitere Features wie Sammlungen eigener Orte, Tipps für Restaurants, Sehenswürdigkeiten, Einkaufsmöglichkeiten und User-Bewertungen. Darüber hinaus verfügt HERE über ein Werkzeug namens Map Creator, mit dem User digitales Kartenmaterial von schlecht erschlossenen Gebieten mit eigenen Daten erweitern können. Diese Funktion existierte bereits unter Nokia Maps und verfügt laut Nokia über eine recht aktive Community. Das von Nutzern erweiterte Kartenmaterial wird nach sorgfältiger Prüfung ins Kartenmaterial mit aufgenommen.

Mit Nokia HERE stellen die Finnen ihre ortsbasierten Dienste neu auf (Bild:Nokia)

Unter der Marke HERE wird Nokia in den kommenden Wochen eine iOS-App freigeben. Die auf HTML5 basierende Anwendung wird eine Navigationslösung – selbst für Fußgänger – mit Sprachausgabe bieten und auf dem qualitativ hochwertigen Kartenmaterial Nokias basieren. Auch für Android sollen Lösungen folgen. Hier hofft Nokia aber mehr auf App-Entwickler, denn die Finnen werden Anfang 2013 ein HERE SDK for Android OEMs herausbringen, mit dem man Apps programmieren kann, die auf Nokias Kartenmaterial basieren.

Darüber hinaus hat Nokia eine strategische Partnerschaft mit der Mozilla Foundation bekannt gegeben, um neue ortsbezogene Dienste auch auf Firefox zu bringen. Im nächsten Jahr wird HERE Maps als Webversion auf Mozillas mobilem Betriebssystem Firefox OS fungieren.

Livesight – Nokia HERE erhält „StreetView“-Funktionalität

Um die 3D-Fähigkeiten von HERE voranzutreiben, hat Nokia angekündigt das Unternehmen Earthmine zu übernehmen. Der Kauf soll bis Ende 2012 abgeschlossen sein. Earthmine ist Spezialist für die Erfassung von 3D-Kartenmaterial von Städten mittels Stereokameras. Nokia ist bereits eifrig dabei 3D-Kartenmterial á la StreetView zu erstellen, die Technologie von Earthmine dürfte dies beschleunigen. Nokia wird das fertige Produkte „Livesight“ nennen und die 3D-Ansichten mit Augmented Reality-Apps zu verknüpfen. Nokia hat mit City Kompass Anfang dieses Jahres bereits ein erstes Produkt dieser Art vorgestellt. Mit diesem ist es möglich mithilfe der Smartphone-Kamera die Umgebung zu entdecken und interessante Orte, Restaurants etc. auf dem Screen des Gerätes angezeigt zu bekommen.

Der „War on Locations“ geht also in die nächste Runde. Nach Apples Vorstoß mit dem eigenen Kartendienst kommt ein weiterer Player auf die großen mobilen Plattformen iOS und Android. Nokia hat den Kartenspezialisten Navteq 2007 für rund acht Milliarden Dollar übernommen und hat auf diesem Wege auf dem Location-Sektor ein Ass im Ärmel.  

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6 Kommentare
ursaberlin
ursaberlin

Wann hat denn Navteq Leute entlassen? Und die geschlossene Symbian Abteilung bei Nokia hilft bei Karten jetzt auch nicht besonders…

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yoko
yoko

Für mich derzeit leider vollkommen uninteressant.

Da Nokia-Handys sich nie wirklich in Japan durchsetzen konnten, hat Nokia auch seine Karten für Japan vernachlässigt.

HERE bietet dort grade mal Städtenamen / -umrisse sowie Autobahnen und Bahnstrecken an.
Im Vergleich zu Google Maps oder OpenStreetMap sind das lächerlich wenig Details.

Bin mal gespannt ob hier noch nachgeliefert wird, oder ob Nokia weiterhin nur die Absatzmärkte mit Karten versorgt.

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