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Hintertüren in Messengern: USA und Großbritannien planen Abkommen

Behörden wollen Unternehmen wie Whatsapp zwingen, Hintertüren einzubauen. (Foto: Shutterstock/ Ink Drop)

Soziale Medien mit Sitz in den USA müssen künftig Nutzerdaten mit dem Vereinigten Königreich teilen.

Für Ermittlungen in Fällen wie Terrorismus oder Kindesmissbrauch müssen Unternehmen wie Facebook oder Whatsapp künftig Nutzerdaten mit britischen Behörden teilen. Dabei geht es um verschlüsselte Nachrichten, wie Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet. Die USA und das Vereinigte Königreich werden demnach kommenden Monat ein entsprechendes Abkommen unterzeichnen.

Verschlüsselung als Chance für Kriminelle?

Die britische Innenministerin Priti Patel hatte Facebook zuvor aufgefordert, auf eine sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu verzichten. Verschlüsselte Kommunikation würde Kriminelle unterstützen, so Patel. Geheimdienste müssten Zugriff auf solche Daten haben.

Messenger-Daten sind teils so verschlüsselt, dass auch die Unternehmen selbst sie nicht lesen können. Auch nach einem Gerichtsbeschluss haben Behörden deshalb oft keinen Zugriff auf die Nachrichten. Das ist ihnen ein Dorn im Auge. Der Anti-Terror-Koordinator der EU hatte im Mai gefordert, Hintertüren in den 5G-Standard einzubauen. Auch Innenminister Seehofer würde Unternehmen gern zur Weitergabe entschlüsselter Nachrichten zwingen.

„Demokratischen Staaten unwürdig“

Facebook lehnt die Forderungen von Patel ab. „Hintertüren würden die Privatsphäre und Sicherheit unserer Nutzer untergraben“, heißt es in einem Statement. Ann Cathrin Riedel, Vorsitzende des Vereins für liberale Netzpolitik (LOAD), kritisierte die Pläne in einem Tweet als absurd und demokratischen Staaten unwürdig. „Backdoors in Messengern sind eine Gefahr für eine integre Kommunikation für Menschen weltweit“, schreibt sie.

Die USA und das Vereinigte Königreich haben sich Bloomberg zufolge in dem Vertrag gegenseitig versichert, nicht ihre Bürger gegenseitig . Die USA dürfen darüber hinaus in Fällen, bei denen den Verdächtigen eine Todesstrafe droht, keine Daten britischer Firmen nutzen.

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Ein Kommentar
DRM23
DRM23

Dies ist doch völlig überflüssig, denn:
a) Terroristen, Pädophile, u.a. verwenden kein WhatsApp, Messenger, Skype etc. Hierfür gibt es andere Lösungen unter Einsatz des TOR Netzwerks. Oder SIP innerhalb eines VPN Netzwerks. Oder eine proprietäre Lösung eines Service Providers für das organisierte Verbrechen. Selbst ich kann eine SIP PBX mit TOR-Anbindung auf ein nicht-gerootetes Android Smartphone installieren. Oder, oder, oder …
b) Bei quelloffenen Messaging Clients wie Wire und Signal werden USA und GB auf Granit beissen.
c) WhatsApp/Facebook, Skype und andere Provider proprietärer Messaging Produkte sind schon jetzt technisch in der Lage Nachrichten (Messages, Voicemails, Anrufe und Video-Anrufe) zu entschlüsseln, da sie über die App den entsprechenden Session Key an den/die zentralen Server schicken können, über den/die Ende-zu-Ende-verschlüsselte Kommunikation stattfindet und diese somit entschlüsseln. Wenn Provider wie WhatsApp sagen, sie könnten das nicht, ist das schlichtweg gelogen. Sobald Zugriff auf die Session Keys besteht (hier: WhatsApp/Facebook hat Zugriff auf die WhatsApp App und somit auf die Keys), ist es theoretisch möglich. Korrekt wäre: WhatsApp ist theoretisch technisch in der Lage, tut es aber (hoffentlich) nicht. Bei quelloffenen Messaging Clients wäre das natürlich ebenfalls technisch möglich, allerdings wäre es hier (Stichwort: „quelloffen“) ein Todesurteil.

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