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Software & Infrastruktur

Hippo: Das steckt hinter dem Open-Source-CMS

Hippo ist ein Open-Source-basiertes Enterprise-CMS aus den Niederlanden, das für Multichannel-Umgebungen ausgelegt ist. Basis ist die strikte Trennung von Inhalt und Ausgabekanal. Derselbe Inhalt wird für Webseiten, mobile und Social-Media-Kanäle genutzt. Besonders ausgereift sind die Targeting-Möglichkeiten. Das Team der Satzmedia GmbH sammelte als erster deutscher Technologie-Partner Erfahrungen mit Hippo.

Das CMS Hippo bietet als Basis offenen Quelltext und offene Standards wie das Java-Content-Repository (JCR), REST, AJAX, MVC, Maven, CSS3- und HTML5-Support. Hippos Zielgruppe sind Unternehmen bzw. Organisationen, die viel Content zu managen haben – seien es viele Produkte, Sprachen, Kanäle oder alles zusammen – und diesen vielfach, aber dennoch variabel einsetzen wollen.

Eingabe von Content ins Hippo-CMS und praktisches „Nebenprodukt“: der mobile Kanal von Max Bahr. (Bildquelle: Satzmedia)
Eingabe von Content ins Hippo-CMS und praktisches „Nebenprodukt“: der mobile Kanal von Max Bahr. (Bildquelle: Satzmedia)

Kanäle individuell steuern

In Hippo arbeiten Entwickler nicht an Seiten, sondern mit strukturierten Inhalten. Diese werden formatunabhängig im JCR (Apache Jackrabbit) gespeichert, über die Hippo Delivery Tier als HTML5 für Webseiten oder REST-Schnittstellen abgerufen und auf mobilen Anwendungen, Social Media, Tablet-PCs oder SmartTV optimiert ausgegeben. Auch Info-Monitore und Terminalsysteme können versorgt werden. Das Hippo-CMS verwaltet Facebook-Seiten und erlaubt den Versand von Twitter-Mitteilungen. Für die einzelnen Kanäle werden Templates eingerichtet und können darüber frei gestaltet werden. Sogar Endnutzer können nicht nur Inhalte einstellen, sondern jeden einzelnen Kanal anpassen, z. B. andere Teaser anzeigen, Menüstrukturen ändern oder die News-Box verschieben.

Die übergreifenden Inhalte definieren Entwickler als Dokumenttypen. Sie sind die Grundlage, um alle CMS-Inhalte zu pflegen. Mit der Verwendung von Responsive Design basierten Templates minimiert sich sogar der Aufwand für das Frontend vieler Kanäle.

Über den Cannelmanager lassen sich alle Kanäle verwalten und neue ergänzen. (Bildquelle: Hippo)
Über den Cannelmanager lassen sich alle Kanäle verwalten und neue ergänzen. (Bildquelle: Hippo)

Marketing-Abteilung setzt Targeting selbst um

Die Trennung von Content und Darstellungsformen resultiert in einem weiteren Vorteil: Die Endkanäle sind je nach Targeting-Wünschen stark individualisierbar. Vorab definierten Personas werden konkrete Eigenschaften, Vorlieben und Nutzungsverhalten zugeordnet. Diese lassen sich dann mit bestimmen Inhalten verknüpfen. Solche konfigurierte Targeting-Regeln werden schließlich ganzen Ausgabekanälen oder einzelnen Bereichen zugeordnet. Darauf aufbauend verfolgt Hippo in Realzeit das Nutzerverhalten: Von welchem Gerät aus erfolgt der Zugriff, wie viele Seiten werden angezeigt, welche Interessensgebiete herrschen vor?

Bei authentifizierten Besuchern bezieht Hippo aus dem unternehmenseigenen CRM-System Kundenhistorie und -profil mit ein. Die so personalisierten Kanäle können vorab als „Alter Ego“ angezeigt werden. Ein Pluspunkt: Entwickler können Widgets, sogenannte Komponenten, bereitstellen. Hierüber können Marketing-Mitarbeiter auch beim Targeting selbst mitarbeiten. Alle Inhalte und Templates können sie direkt in der Kanal-Vorschau bearbeiten.

Hippo bietet als eines der wenigen Open Source CMS die Möglichkeit, Inhalte für mobile Kanäle über Widgets zu bearbeiten. (Bildquelle: Hippo)
Hippo bietet als eines der wenigen Open Source CMS die Möglichkeit, Inhalte für mobile Kanäle über Widgets zu bearbeiten. (Bildquelle: Hippo)

Kreativität für Entwickler

Dank Maven ist das Aufsetzen einer Entwicklungsumgebung eine Sache von Minuten. Entwickler können im Hippo-CMS ihre Entwicklungsumgebungen (IDEs) und Deployment-Prozesse beibehalten. Auch die möglichen Web-Applikationen und -Frameworks für die Hippo Delivery Tier lässt das System offen. Das eigene, optionale Framework basiert auf JSP oder Freemarker View Templates. Hippos Development Framework basiert auf einer MVC-Architektur und gibt so die Möglichkeit, Position und Aussehen der Komponenten zu konfigurieren. Grundsätzlich können Entwickler aber jedes erdenkliche Frontend einsetzen: JSP, Wicket, Spring MVC oder andere. Bei Problemen gibt es Unterstützung über einen Hippo Campus und Hippo-Entwicklerforen auf Google Groups, Stackoverflow oder Hippos Support-Team.

Testing und Reporting mit unterschiedlichen Datenquellen

Hippo ist für Testing und Reporting generell bestrebt, Daten aus unterschiedlichsten Quellen in Dashboards so auszuliefern, dass sie für die Fachbereiche zugänglich sind und in der Gesamtheit Sinn ergeben. Das Testing erfolgt in der Regel unter Berücksichtigung der Targeting-Engine in Kombination mit Testing-Software, z. B. Google Content Experiments. Auch für das Reporting sammelt das Hippo-CMS wenige Daten selbst, sondern zieht bestehende Web-Analytics-Tools hinzu. Das Reporting-Modul ist ein auf Ext JS basierendes Baukastensystem, in dem Entwickler Datenquellen einklinken und bestehende Visualisierungs-Optionen nutzen können.

Vorteile für Unternehmen

Dank offener Standards und Java-Schnittstellen in Front- und Backend fügt sich das Hippo-CMS in große IT-Landschaften ein. Daten können aus PIM-/MDM-, ERP- oder anderen Systemen gegriffen und auf alle möglichen Kanäle verteilt werden. Die Erweiterbarkeit über E-Commerce-Komponenten macht kanalübergreifend die enge Vernetzung von Content und Commerce möglich. Weitere wichtige Faktoren für Unternehmen sind die Stabilität und die hohe Performance.

Die reine Java-Anwendung und deren grundlegende Repository-Architektur über das Apache Jackrabbit Repository tragen zu dieser Stabilität bei. Für Unternehmen bietet Hippo eine Enterprise Edition mit zusätzlichen Funktionalitäten und Hersteller-Support an, auch eine SaaS-Lösung ist nutzbar.

Entwicklungsfähig: DTAP-Umgebungen

Bisher hat Hippo noch keine eigene Automatisierung für das Deployment über DTAP-Umgebungen hinweg. Entwickler können zwar Update-Pakete erstellen, um neue Releases zu automatisieren, diese müssen aber noch manuell eingespielt werden. Das fehlende Feature ist für den Herbst 2013 geplant. Je nach Sichtweise besteht noch ein weiterer Nachteil: Hippos Delivery Tier, also das Ausgabemodul, ist zwar Technologie-unabhängig, aber Hippos Kern ist und bleibt Java. Wer Java kategorisch ablehnt, wird auf lange Sicht mit dem CMS nicht glücklich.

Über den Autor

markus-meyer-westphalMarkus Meyer-Westphal ist einer der beiden Geschäftsführer der Hamburger Satzmedia GmbH. Der studierte Informatiker begann seine Karriere 1998 bei Pixelpark Hamburg. Seit 2007 ist er bei Satzmedia an Bord, seit zwei Jahren in geschäftsführender Position. Satzmedia setzt als Full-Service-Dienstleister individuelle E-Business-Lösungen von der Beratung bis zur Betreuung um. Der Fokus liegt auf E-Commerce-Anwendungen und Produkt- und ContentManagement-Systemen.

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