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Telegram wirft China Hackerangriff vor – Reaktion auf Hongkong-Proteste?

Telegram im Play-Store. (Foto: Shutterstock/Siarhei Dzmitryienka)

Der sichere Messenger Telegram ist Opfer einer großangelegten DDoS-Attacke geworden. Telegram-Chef Pavel Durov sieht darin eine Reaktion aus China auf die Hongkong-Proteste.

Bei Protesten in Ländern mit repressiven Regierungen nutzen Demonstrierende oft den Sicherheit versprechenden Dienst Telegram, um miteinander zu kommunizieren. Allgemein ist die Whatsapp-Alternative bei Regierungsgegnern beliebt. Entsprechend oft steht Telegram unter Beschuss – etwa in Russland oder im Iran. Vor dem Hintergrund der aktuellen Proteste in Hongkong ist jetzt offenbar China gegen Telegram vorgegangen.

Telegram meldet großangelegte DDoS-Attacke aus China

Am Mittwoch meldete Telegram eine großangelegte DDoS-Attacke auf die eigene Infrastruktur. Laut Telegram-Chef Pavel Durov kämen die für den Angriff verwendeten IP-Adressen zum Großteil aus China. Zudem sei es auch in der Vergangenheit im Zusammenhang mit Protesten in Hongkong immer wieder zu großangelegten Angriffen – mit einem Datenbeschuss im Volumen von 200 bis 400 Gigabyte pro Sekunde – gekommen. Eine DDoS-Attacke in diesem Umfang bezeichnet Durov als staatlich gelenkt – und zielt damit auf China als Urheber ab. Der aktuelle Fall sei keine Ausnahme, so der Telegram-Chef via Twitter.

Telegram ist in China nicht verfügbar. Die Bewohner der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong haben jedoch Zugang zu dem Dienst und nutzen ihn, um der Überwachung durch die chinesischen Behörden zu entgehen, wie der Standard schreibt. Durov versicherte den chinesischen Aktivisten aus Hongkong, dass ihre Daten trotz des Hackerangriffs sicher seien. Zudem meldete Telegram am Mittwochabend, dass der Dienst wieder stabil laufe. Die durch die Attacke ausgelösten Verbindungsprobleme betrafen übrigens nicht nur Nutzer in Hongkong, sondern weltweit.

Whatsapp-Alternativen: Das können die Messenger von Telegram über Threema bis Wire
Die Themen Sicherheit und Datenschutz werden bei vielen Messeging-Apps leider immer noch kleingeschrieben, auch wenn einige diesbezüglich schon nachgelegt haben. Threema war einer der ersten Messenger, bei denen die Sicherheit höchste Priorität hatte.(Bild: Threema)

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Inwieweit die zwischenzeitlichen Ausfälle die Nutzerzahlen von Telegram beeinflussen werden, ist nicht bekannt. Normalerweise profitiert der Dienst von Ausfällen des großen Rivalen Whatsapp. Im März soll Telegram wegen eines Whatsapp-Ausfalls binnen 24 Stunden rund drei Millionen neue Nutzer hinzugewonnen haben. Im März 2018 hatte Telegram nach eigenen Angaben die Marke von 200 Millionen monatlich aktiven Nutzern durchbrochen.

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