Test

HTC 10 im Test: Warum nicht gleich so!

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Die Performance des HTC 10: Schneller Flitzer

Die Performance des „10“ liegt auf Highe-End-Niveau – 10 Punkte. (Foto: t3n)
Die Performance des „10“ liegt auf Highe-End-Niveau – 10 Punkte. (Foto: t3n)

Was Performance und die Ausstattung angeht, hat HTC bei seinem „10“ nicht gespart. Der Snapdragon-820-Prozessor mit seinen vier Kernen wird von vier Gigabyte RAM unterstützt. Das gleiche Gespann steckt auch im LG G5 und leistet großartige Arbeit. Nichts ruckelt, Wartezeiten beim Starten von Apps gibt es auch nicht. Selbst bei leistungsintensiven Spielen oder anderen rechenintensiven Aufgaben ist kaum bis keine Wärmeentwicklung festzustellen – beim Vorgängerchip, dem Snapdragon 810, sah das noch anders aus. Der integrierte Fingerabdrucksenor reagiert prompt und auch die Kamera ist rasch startbereit, wobei an den rasanten Quickstart vom Samsung Galaxy S7 edge (Test) auch das HTC 10 nicht herankommt.

Der interne Speicher misst 32 Gigabyte, von dem 23 Gigabyte zur freien Verfügung stehen. Falls der Speicher nicht ausreicht, lässt er sich per microSD-Karte um bis zu zwei Terabyte erweitern. Im Unterschied zum Galaxy S7 und dem LG G5 unterstützt das „10“ die Funktion „Adoptable Storage“ von Android 6.0 Marshmallow, mit dem sich der externe als interner Speicher formatieren lassen kann. Sehr gut! WLAN nach ac-Standard, Bluetooth 4.2 LE und LTE Cat. 9 runden die Vollausstattung ab. Es gibt eigentlich kaum etwas, das vermisst wird.

HTC 10: Der Audioanschluss sitzt oben mittig. (Foto. t3n)

Der Fingerabdrucksensor auf der Vorderseite funktionierte im Test zuverlässig – sogar zuverlässiger als der des LG G5. Er befindet sich in etwa auf dem Niveau von Huaweis Smartphones wie dem Mate 8 oder Huawei P9. Das HTC 10 hat noch ein paar Tricks auf Lager: Ein Doppeltap auf den Homescreen aktiviert das Display, zwei Wischer nach unten aktivieren die Kamera-App. Das funktioniert sogar mit dem Ice-View-Case, dem Original-Zubehör des „10“.

HTC 10 Hands-On: Ice View Case. (Foto. t3n)

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Der 3.000 Milliamperestunden-Akku sorgt für eine solide Laufzeit. Über den Tag kommt man bei „normaler“ Mischnutzung üblicherweise ohne Probleme – es sei denn, es gehören stundenlange Gamingsessions dazu. Bei sparsamer Nutzung müsst ihr das HTC 10 auch mal erst nach anderthalb Tagen wieder an die Steckdose hängen. Wie schon beim LG G5 und dem Huawei P9 hat HTC schon einen Quick Charge 3.0 lässt sich das Phone schnell wieder voll aufladen – im Unterschied zum HTC One M9 ist beim „10“ ein entsprechendes Ladegerät im Lieferumfang enthalten.

Das HTC 10 besitzt einen USB-Typ-C-Anschluss. (Foto. t3n)
Das HTC 10 besitzt einen USB-Typ-C-Anschluss. (Foto. t3n)

Zwar hat HTC bei seinem „10“ auf zwei nach vorn gerichtete BoomSound-Speaker verzichtet, dennoch ist der Sound besser als bei den meisten Smartphones am Markt. HTC setzt weiterhin auf zwei Speaker, nur ist einer von ihnen jetzt auf der Unterseite zu finden, während der zweite auf der Front in der Ohrmuschel versteckt ist. Der Klang ist gut, kommt aber nicht an die volle Wucht der Frontspeaker der alten One-Generationen heran. Besser als die Speaker des Huawei P9, LG G5 und des Galaxy S7 ist er aber allemal.

Ein Bonus geht an HTC, weil die Taiwaner es als erste vollbracht haben, neben DNLA, Miracast und Google-Cast auch Apples drahtlose Schnittstelle AirPlay  auf ein Android-Gerät zu bringen. Darüber dürften sich sicherlich wechselfreudige  User freuen, die sich anstelle eines Apple-Phones ein HTC-Gerät zulegen.

Die Kamera des HTC 10 im Test

Das HTC 10 kann mit einer guten Kamera punkten. (Foto: t3n)

Kommen wir zur Kamera: HTC hat bei jedem seiner One-Modelle versucht, die Kameras zu etwas Besonderem zu machen – mal waren es Ultrapixel, mal eine Dual-Cam – so richtig gut waren sie leider nie. Das ändert sich jetzt aber mit dem „10“. Die verbaute 12-Megapixel-Hauptkamera mit optischem Bildstabilisator (OIS), f/1.8-Blende und Laser-Autofokus besitzt einen Sensor mit 1,55 Mikrometer großen Bildpunkten und kann aufgrund dessen viel Licht aufnehmen, was sich unter anderem bei widrigen Lichtverhältnissen positiv auf die Fotoqualität auswirkt. Beim Nexus 6P (Test), das den gleichen Sensor (aber ohne Laser-Autofokus und OIS) besitzt, macht sich das beispielsweise schon bemerkbar.

Die 12 Megapixel reichen, wie auch beim Galaxy S7 vollkommen aus, um richtig gute Fotos zu produzieren. Die Bilder sind knackig scharf, rauscharm und überwiegend farbecht. HTC verzichtet auf zuviel Postprocessing – Details kommen gut ohne Scharfzeichner zur Geltung. Falls das Bild zu hell oder zu dunkel zu werden droht, kann mit einem Regler auf dem Display nachreguliert werden. Bei Dunkelheit oder widrigen Lichtbedingungen können mit dem HTC 10 auch noch äußerst akzeptable Fotos geschossen werden – selbst das Bildrauschen hält sich in Grenzen. Hier geht es zu unbearbeiteten HTC-10-Testfotos.

HTC 10 Testfoto. (Foto:t3n)

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Die Fünf-Megapixel-Frontkamera, laut HTC die erste mit optischen Bildstabilisator, ist nicht besser als die der Konkurrenz. Sie genügt aber auf jeden Fall, um Selfies zu fabrizieren.

Bei der Kamera-App ist bei HTC auf den ersten Blick weniger mehr. Die App erscheint aufgeräumt, es stehen auf der Oberfläche lediglich Auslöser für die Fotos beziehungsweise Videos, Buttons zur Aktivierung des Blitzes und des HDR-Modus sowie ein Schnellzugriff auf die geschossenen Fotos bereit. Weitere Funktionen verbergen sich auf der zweiten Ebene: Zeitlupe, Panorama-, Zoe- und ein Pro-Modus inklusive der Option RAW-Aufnahmen zu machen, können gewählt werden. Im Grunde ist alles vorhanden, was man benötigt – wer aber zusätzliche Filter sucht, muss zu Snapseed, Instagram oder anderen Apps greifen.

Kurz zusammengefasst: Die Kamera des HTC 10 ist die beste Kamera , die HTC jemals in ein Smartphone gebaut hat. Sie ist schnell und schießt sehr gute Fotos – fast auf Galaxy-S7-Level.

HTC 10: Die Software

Vom Lockscreen kann direkt in Ordner gesprungen werden. (Foto. t3n)
Vom Lockscreen kann direkt in Ordner gesprungen werden. (Foto. t3n)

HTC hat der aktuellen Version Android 6.0 Marshmallow seine neueste Sense-Oberfläche 8.0 überstülpt und den Homescreen beinahe à la Stock-Android belassen. Selbst die Benachrichtigungsleiste bleibt nahezu unangetastet. Auch in den Systemeinstellungen orientiert HTC sich weitgehend am Google-Design. Nur die App-Drawer-Optik besitzt noch einen gewissen Touch eines älteren Sense, wirkt weniger am Google-Design orientiert und lässt das Erscheinungsbild ein wenig inkonsistent wirken. Nichtsdestotrotz hat auch der App-Drawer seine Vorteile, denn die Apps lassen sich nach verschiedenen Kriterien sortieren, außerdem gibt es einen Button, der direkt zum Play Store führt.

So sieht das Sense-8-UI auf dem HTC 10 aus. (Screenshot: t3n)
So sieht das Sense-8-UI auf dem HTC 10 aus. (Screenshot: t3n)

Spielerei – zumindest aus meiner Sicht – ist die Möglichkeit, Apps, Widgets und Sticker frei auf dem Homescreen mithilfe der Funktion „Freestyle Apps“ platzieren zu können. Manchen mag diese Funktion vielleicht zusagen, ein Homescreen muss für mich aber funktional und clean sein.

Lobend muss erwähnt werden, dass HTC den Umfang der vorinstallierten Apps ausgemistet hat. Der Hersteller hat darauf verzichtet, sowohl seine Eigenentwicklungen UND zugleich Googles Lösungen gleichermaßen ab Werk zu installieren. Stattdessen hat HTC lediglich die Telefon-App, den Messenger, das klassische Uhren-Widget und den Launcher inklusive Blinkfeed aus eigener Produktion genommen. Der Rest der vorinstallierten Anwendungen stammen von Google – hier seien die Gmail-App, der Chrome-Browser oder auch die Bilder-App, Google Fotos, als auch Google Health als Fitness-Trecker erwähnt. Wer dennoch HTCs andere Anwendungen nutzen will, kann sie sich aus dem Play Store herunterladen.

Fazit: Bitte mehr davon, HTC!

HTC 10. (Foto: t3n)

Mit dem HTC 10 ist den Taiwanern in der Tat endlich wieder ein Gerät gelungen, das an die alten Tage anknüpft und wieder Hoffnung in uns aufkommen lässt, dass der Hersteller es doch noch drauf hat, rundum gelungene Smartphones zu bauen. Das „10“ gehört ohne Zweifel zu den bisher besten Smartphones, die in diesem Jahr auf den Markt gekommen sind. Nicht nur Design und Verarbeitung können sich sehen lassen, sondern auch die Performance – und die Kamera ist HTC zum Glück auch endlich geglückt. Es git nicht viel, was an dem „10“ zu kritisieren ist.

Ob das aber reicht, um gegen die ganz großen Player anzukommen, ist nicht so leicht zu beantworten. Denn zum einen ist der Preis von 699 Euro nicht gering – sicherlich lag der Einstiegspreis des Samsung Galaxy S7 (edge) auf dem gleichen Level, die Südkoreaner haben ihr gelungenes Topmodell aber schon seit März im Handel und der Anschaffungspreis liegt mittlerweile etwa 100 Euro unter dem des „10“. Dafür kann das HTC-Modell mit einer robusteren Metallschale und einem optisch reduzierteren Android sowie zukunftssicherem USB Typ C aufwarten. Außerdem zeigt HTC in sich Sachen Android-Updates transparenter und hatte seine ersten Geräte schon vor Samsung mit aktueller Software bestückt.

HTC wird es schwer haben, den ganz großen Playern die Stirn zu bieten, denn Samsung, Huawei und Co. sitzen in Sachen Marketing am längeren Hebel –  außerdem muss HTC sich erst einmal wieder aus seiner Außenseiterposition heraus kämpfen, in die sich das Unternehmen in den letzten Jahren hineinbugsiert hat. Eines ist sicher: mit dem HTC 10 zeigt das Unternehmen, dass es immer noch weiß, wie tolle Smartphones gebaut werden.

HTC 10 im Test. (Foto: t3n)

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Pro:

  • Schnelle Performance
  • Gute Kamera
  • Tolle Verarbeitung und Haptik

Contra:

  • Kamera könnte schneller starten
  • relativ hoher Startpreis
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3 Reaktionen
plopp

Kann bitte mal jemand den Artikel Korrektur lesen?

„Wer sic erinnert“ - sich
„Das rutscht nichts“ - Da
„in den Farben Solcher und Gold“ - Silber
„alle sitzt und nichts wackelt“ - alles
„Der Powerbutton, der auf der linken Seite unterhalb der Lautstärkewippe verortet ist lässt sich dank seiner groben Riffelung leicht ertasten“ - fehlendes Komma
„Im Unterschied zu den HTC-Modellen de letzen Jahre“ - der
„Auf diese, Wege konnte das „10““ - diesem
„Der Snapdragon–820-Prozessor mit seinen vier Kernen werden von vier Gigabyte RAM unterstützt“ - wird

Zum Display wird in der Überschrift moniert: „Schön anzusehen, aber nicht ganz perfekt“, in der Bildunterschrift: „nicht ganz so gut […] wie das S7“ - nun stellt sich mir die Frage, was denn an der Anzeige schlecht(er) ist? Im Text steht dann leider kein einziger negativer Kritikpunkt.
Im Zusammenhang mit AirPlay wäre der Hinweis gut, dass nur Audio übertragen werden kann.

Antworten
Andreas Floemer

Sorry, der Test ist in der Tat etwas mit der heißen Nadel gestrickt worden. Danke für die Hinweise – es ist natürlich nicht die Aufgabe der Leser, unsere Artikel zu redigieren.

Die Kritik zum Display ist nicht umfangreich, aber ich habe darauf hingewiesen, dass die Helligkeit bei spitzen Betrachtungswinkeln nachlässt.

Antworten
Patte

Aber sowas von ... das ist der oberknaller momentan auf dem Smartphonemarkt

Antworten

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