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Von Frontpage bis HotDog: Die beliebtesten HTML-Editoren der 1990er

Ja, Kinder. Früher kam Software auf physischen Medien ins Haus. (Foto: Internet Archive)

In der Frühphase des Web buhlten eine ganze Reihe von HTML-Editoren um die Gunst der Nutzerinnen und Nutzer. Wie werfen einen Blick auf einige der bekanntesten Tools dieser vergangenen Ära.

Mit der Erfindung des World Wide Web kam der Browser und – mit einer gewissen Verzögerung – auch die ersten dedizierten HTML-Editoren. Einer der ersten Texteditoren mit HTML-Syntaxhervorhebung dürfte BBEdit gewesen sein. In den frühen 90ern, als das Web noch vornehmlich aus statischen Seiten bestand und soziale Netzwerke noch nicht erfunden waren, entstanden bald die ersten visuellen HTML-Editoren. Die sollten jedem ermöglichen, eine eigene Website zu erstellen – ohne sich mit dem grundlegenden HTML-Code beschäftigen zu müssen.

Die beliebtesten HTML-Editoren der 1990er

Einer der ersten Editoren dieser Art hieß Webmagic und kam von Silicon Graphics. Wirklich populär wurde die Programmkategorie aber erst mit der Veröffentlichung von Frontpage im Oktober 1995 durch das Software-Startup Vermeer Technologies, das nur drei Monate nach dem Release von Microsoft für 133 Millionen US-Dollar übernommen wurde. Microsoft diente der recht einfach zu bedienende Editor auch als Waffe im damals tobenden Browser-Krieg zwischen dem Internet Explorer und dem Netscape Navigator. Denn mit Frontpage konnten Website-Ersteller dazu animiert werden, neue Erweiterungen des HTML-Standards zu verwenden, die vom Konkurrenzbrowser nicht dargestellt werden konnten.

Noch bevor Frontpage das Licht der Röhrenbildschirme erblickte, kam 1994 ein weiterer visueller HTML-Editor auf den Markt: HoTMetaL von dem kanadischen Hersteller Softquad Software. HoTMetaL gab es in einer kostenlosen und einer kostenpflichtigen Pro-Version. Letztere gilt als der erste kommerziell vertriebene HTML-Editor. Ab 1994 arbeitete außerdem noch ein weiteres Team an einem WYSIWYG-HTML-Editor, der zwei Jahre später unter dem Namen Claris Home Page auf den Markt kommen sollte. Claris war ein Software-Spinoff von Apple. Einer der Home-Page-Entwickler, Sam Schillace, sollte später mit einer ganz anderen Art von Editor das Web umkrempeln – nämlich mit Google Docs.

Von Frontpage bis HotDog: HTML-Editoren der 90er
Frontpage wurde kurz nach dem Release von Microsoft übernommen. (Screenshot: Frontpage 1.0 / WinWorld)

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Das oben erwähnte HoTMetaL war in den Neunzigern übrigens nicht der einzige Editor, der „heiß“ im Namen trug. Denn es gab tatsächlich auch einen Editor namens HotDog, der – wie könnte es auch anders sein – von einer Firma namens Sausage Software entwickelt wurde. Und wo wir gerade bei merkwürdigen Namen sind: Kaum ein HTML-Editor klingt so sehr nach den 1990ern wie das GoLive CyberStudio. Das Tool kam Mitte der 90er auf den Markt und wurde in Hamburg entwickelt. 1999 übernahm Adobe das Tool und stellte es acht Jahre später ein. Zu dem Zeitpunkt hatte Adobe allerdings mit Dreamweaver längst ein anderes HTML-Werkzeug der 90er Jahre erworben. Die erste Dreamweaver-Version erschien 1997 und wurde ursprünglich von Macromedia entwickelt. Also von der Firma, der wir auch Flash zu verdanken haben. Dreamweaver wird von Adobe nach wie vor weiterentwickelt. (Mit Flash ist allerdings 2020 Schluss.)

Und mit welchem Tool habt ihr eure Geocities-Homepage gebastelt?

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