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Huawei-Bann: Der großer Gewinner heißt Samsung

Quad- vs. Triple-Cam: Huawei P30 Pro vs Samsung Galaxy S10 Plus. (Foto: t3n)

Huawei hat es wegen der Sanktionen seitens der USA nicht leicht. Dennoch lässt sich der Konzern nicht kleinkriegen: Die Smartphone-Produktion sei entgegen einem Medienbericht weiter in vollem Gange.

Anfang der Woche kursierte ein Medienbericht der Zeitung South China Morning Post, demzufolge Huawei aufgrund der US-Sanktionen seine Smartphone-Produktion zurückfahren wolle. In einem Statement gegenüber Forbes dementiert Huawei diese Nachricht nun. Stattdessen würde die Produktion neuer Smartphones unverändert fortgesetzt:„Huawei weist diese Behauptungen zurück. Unser globales Produktionsniveau ist normal und es gibt keine nennenswerten Anpassungen in beide Richtungen“, sagt der Konzern.

Huawei will 2019 250 Millionen Geräte absetzen

Huaweis ursprüngliche Planung für 2019 sieht vor, 250 Millionen Smartphones abzusetzen und damit Samsung den Rang des Branchenprimus streitig zu machen. Derzeit belegt der Konzern immer noch den zweiten Platz vor Apple; die Pläne, auf Platz 1 zu gelangen, scheint der Konzern offenbar noch nicht vollkommen an den Nagel gehängt zu haben.

Huawei P30 Pro. (Foto: t3n)

Huawei P30 Pro. (Foto: t3n)

Aufgrund der Sanktionen, die Huawei von den USA auferlegt bekommen hat, dürfte es nicht sonderlich leicht sein, die Ziele zu erreichen. Vor allem nach der Schonfrist von 90 Tagen, die die USA dem Unternehmen gewährt haben, um etwa weiterhin Updates für bestehende Geräte zu liefern, dürfte es außerhalb Chinas schwieriger werden. Neue Geräte darf Huawei schon jetzt nicht mehr auf den Markt bringen, sofern sie auf Googles Android und den Play-Diensten basieren, da dem Konzern die entsprechende Lizenz entzogen wurde.

Marktforscher: Samsung profitiert am meisten vom Huawei-Bann

Während noch vollkommen ungewiss ist, wie lang sich die Sanktionen gegen Huawei ziehen – US-Präsident Donald Trump hält einen Deal für möglich –, sehen die Marktforscher von Canalys schon einen klaren Gewinner auf dem Smartphone-Markt.

Huawei P30 Pro vs Samsung Galaxy S10 Plus. (Foto: t3n)

Huawei P30 Pro vs. Samsung Galaxy S10 Plus. (Foto: t3n)

Laut Canalys würden die anderen großen Smartphone-Hersteller kurzfristig von den Sanktionen gegen Huawei profitieren, allerdings könnte Samsung als der große Gewinner hervorgehen. Als Gründe dafür nennen die Marktforscher unter anderem die aggressive Produktstrategie und die Fähigkeit, die Smartphone-Produktion schnell skalieren zu können, erklärt Rushabh Doshi, Research Director bei Canalys. Bis andere Hersteller auf die neuen Umstände reagieren, würde es wohl bis Ende 2019 dauern. Ferner habe Samsung den Vorteil, direkten Zugriff auf zahlreiche Komponenten zu haben, da die Südkoreaner sie selbst fertigen.

Bis zum Ende des Jahres prognostiziert Canalys einen Rückgang der Smartphone-Absätze um 3,1 Prozent auf 1,35 Milliarden Einheiten. Ein Blick auf das Jahr 2020 wirft positive Zahlen auf den Sektor, der vor allem vom Start der 5G-Netze in einigen Ländern profitieren würde. Die Marktforscher erwarten durch neue Smartphones mit dem schnellen Mobilfunkstandard ein Wachstum von 3,4 Prozent.

Trotz des positiven Ausblicks wirft Doshi ein, dass die Smartphone-Müdigkeit der Konsumenten noch nicht überwunden sei. Es mangele immer noch an sinnvollen Innovationen, die Verbraucher hielten zudem weiterhin länger an ihren Geräten fest.

Canalys spricht in seinem Bericht eine Warnung aus: Sofern sich die politische Situation nicht ändere und Marktunsicherheit weiterhin bestehen bleibe, könnten sich die Hersteller dazu veranlasst sehen, bestimmte Strategien zu beschleunigen, um die kurz- und langfristigen Auswirkungen in einem herausfordernden Geschäftsumfeld zu minimieren. Zu diesen Strategien gehören etwa die Verlagerung der Produktion in verschiedene Länder, um sich gegen das Risiko von Zöllen abzusichern. Mit den jüngsten Ankündigungen seitens der USA über eine Erhebung von Zöllen auf Waren aus mehr Ländern wird die Branche für einige Zeit mit Turbulenzen konfrontiert sein, warnte Nicole Peng, Mobility-Chefin von Canalys.

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