Test

Huawei P10 im Test: Leica schießt immer schärfer

Seite 3 / 3

Die Kamera des Huawei P10

Inhalt:

Es zeigt sich, dass die Kooperation mit Leica sich auszahlt, denn Huawei holt in Sachen Qualität seiner Smartphone-Kameras immer weiter auf. Die mittlerweile dritte Generation, die mit dem Kamera-Unternehmen aus Wetzlar entstanden ist, kann sich absolut sehen lassen.

Huawei P10. (Foto: t3n)

In der Hauptkamera des P10 ist die gleiche Technik verbaut, die Huawei schon im Mate 9 eingesetzt hat: Der RGB-Sensor besitzt 12 Megapixel, der zweite Monochrom-Sensor 20 Megapixel, begleitet von zwei 28-Millimeter-Objektiven mit Leica-Summarit-Linsen, F/2.2-Blende und optischem Bildstabilisator (OIS).

Mit dem Huawei P10 (wie auch dem P10 Plus) ist es dank des Dual-Kamera-Setups und der Hybrid-Zoom-Funktion möglich, Fotos per Zweifach-Zoom nahezu verlustfrei aufzunehmen. Im Test funktionierte das wie schon beim Mate 9 ziemlich gut. Mit der maximalen Auflösung von 20 Megapixeln und für Monochromaufnahmen steht der Digital-Zoom nicht bereit. Die Kamera startet schnell, stellt flott scharf und liefert Fotos in sehr guter Qualität – vor allem unter idealen Lichtbedingungen. Bei wenig Licht sind die Resultate auch nicht zu verachten, ein gewisses Bildrauschen ist aber vorhanden. Die Farbwiedergabe ist ausgeglichen, der Weißabgleich im standardmäßig aktivierten Automatikmodus funktioniert wie er sollte und verleiht den Bildern einen natürlichen Farbton.

Die Frontkamera des Huawei P10 besitzt einen Acht-Megapixel-Sensor mit Fixfous. (Foto: t3n)

Bei widrigen Lichtverhältnissen lohnt es sich übrigens, in den manuellen Modus zu wechseln, dort den ISO-Wert von 3.200 herunterzuregeln und mit einer Unterlage oder einem Stativ sein Glück zu versuchen. Denn durch den Standard-ISO-Wert ist ein Rauschen auf den Bildern zu erkennen. Der Autofokus des P10 kann gelegentlich danebenliegen, daher ist zu empfehlen, vor den Knipsen vorsichtshalber den Fokuspunkt per Fingertouch auf dem Display festzulegen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit höher, wirklich das Objekt oder die Person fokussiert zu haben, die im Mittelpunkt liegen soll.

(Foto: t3n)

1 von 26

Huawei hat seinen neuen Smartphones eine Vielzahl an Software-Funktionen beiseite gestellt, die insbesondere die Portrait-Fotografie in den Vordergrund rückt. Beim Portrait-Modus handelt es sich um einen von Huawei entwickelten Algorithmus. Dieser basiert auf Gesichtsformen und Hauttönen und erkennt Gesichter per 190-Punkt-3D-Gesichtserkennung. Die Funktion kann Bilder in Echtzeit manipulieren und unter anderem einen Unschärfe-Effekt (Bokeh) erzielen. Wie in der Funktion „Große Blende“, die schon seit dem P9 integriert ist, lässt sich die Intensität des Unschärfe-Grades einstellen. Leider funktioniert das Ganze noch nicht so perfekt, wie man es sich vorstellt. Denn die Software arbeitet nicht immer so exakt, wie es sein müsste: An den Übergängen zwischen Vorder- und Hintergrund entstehen nicht selten Darstellungsfehler – der Unschärfeeffekt wird nicht korrekt umgesetzt. Hier sollte Huawei besser noch nacharbeiten.

Abgesehen von den Spezial-Funktionen, die Spaß machen können, liefert Huawei eine sehr gute Kamera mit einer ebenso guten Kamera-App ab, mit der das Fotografieren Spaß macht. Selbst die Kamera-Spezialisten von DXOMark sind von den Fähigkeiten der Kamera überzeugt und verleihen dem Huawei P10 eine bessere Note als dem Apple iPhone 7.

Die Software des Huawei P10: Android 7.0 Nougat mit EMUI 5.1

EMUI 5.1 auf dem Huawei P10 . (Bild: t3n)

Auf dem P10 (Plus) ist Android in der Version 7.0 Nougat mit Huaweis hauseigener Nutzeroberfläche EMUI 5.1 vorinstalliert. Damit befindet sich das OS zwar nicht auf dem ganz aktuellen Stand – Google hat mittlerweile schon Android 7.1.1 freigegeben – aber immerhin ist Googles Sicherheitspatch vom Februar auf dem P10 zu finden. Die neue 5.1er-Software unterscheidet sich von der 5.0er-Version kaum – lediglich die erwähnten neuen Kamera-Funktionen und eine Highlights-Galerie-App wurden hinzugefügt. Die neue Galerie-Anwendung ist dazu in der Lage, MP4-Videos anhand von Zeit, Ort und anderen Faktoren aus Bildern zusammenzustellen. Nett, aber andere Hersteller bieten ähnliches.

Seit Version 5.0 bietet Huaweis EMUI endlich einen App-Drawer – auch beim Huawei P10. (Foto: t3n)

Positiv am Design fällt die Abkehr von der iOS-Orientierung auf. Unter anderem hat Huawei sich (schon seit EMUI 5.0) von der Zweiteilung der Benachrichtigungsleiste verabschiedet und optional einen App-Drawer eingeführt. Von einigen Elementen kann Huawei sich aber nicht trennen: Durch eine Wischgeste auf dem Homescreen nach unten wird eine Suchfunktion aktiviert, ein Wisch auf dem Lockscreen von unten ins Display bringt zahlreiche Mini-Apps wie die Taschenlampe, Stoppuhr, den Taschenrechner und das Diktiergerät zum Vorschein, die teilweise durchaus praktisch sind. Anstelle der App-Suche sollte durch die Herunterwischgeste aus meiner Sicht besser die Benachrichtigungsleiste angezeigt werden – an die Apps komme ich auch über den App-Drawer-Button, für die Benachrichtigungen muss ich stets eine kleine Handgymnastik durchführen.

Sauschnell: Der Fingerabdrucksensor des Huawei P10. (Foto: t3n)

Für die Bedienung des P10 hat Huawei eine relative neue Möglichkeit in petto, durch die der frontseitige Fingerabdrucksensor/Homebutton mehr Existenzberechtigung erhält. Denn die Onscreen-Navigation lässt sich vollständig deaktivieren – alle Funktionen landen auf dem Homebutton und werden durch Gesten realisiert. Ein langer Tap auf den Button bringt euch stets auf dem Homescreen zurück, ein kurzer Tap dient als Zurück-Button und eine Wischgeste von rechts nach links bringt euch zur Übersicht der zuletzt genutzten Anwendungen. Google-Now beziehungsweise Now-on-Tap und künftig auch den Google Assistant startet ihr durch eine sanfte Wischgeste nach oben. Das Ganze klingt erst einmal kompliziert und umständlich, im Alltag stellen sich die Gesten allerdings als außerordentlich praktisch heraus. Darüber hinaus spart ihr Platz auf dem Homescreen.

Fazit

Das Huawei P10 ist ein solider Nachfolger des P9. (Foto: t3n)

Mit dem P10 hat Huawei einen evolutionären Nachfolger des P9 ins Rennen geschickt, bei dem der Hersteller fast alles richtig gemacht hat. Beim Design ist Huawei auf Nummer sicher gegangen und wagt sich nicht so viel wie die Konkurrenz aus Südkorea – sowohl das LG G6 als auch das kommende Samsung Galaxy S8 verfolgen den Trend von nahezu rahmenlosen Gehäusen beziehungsweise Volldisplaygeräten mit Wasser- und Staubschutz. Huaweis P10 besitzt dagegen noch ein klassisch gehaltenes Äußeres ohne zusätzliche Schutzoptionen. Lediglich eine Nanobeschichtung ist an Bord – die gibt es aber schon bei älteren Huawei-Phones. Durch das klassisch anmutende Design könnte Huawei andererseits aber auch Skeptiker der randlosen Smartphones für sich gewinnen, denn nicht jedem gefällt die Richtung, in die Samsung und Co. sich entwickeln.

Die restliche Ausstattung ist hingegen ein Rundumsorglos-Paket, das bei der täglichen Nutzung keinerlei Wünsche offenlässt – selbst nach mittlerweile fast vier Wochen der Verwendung als Daily-Driver gibt es abgesehen von der noch mäßigen Akkulaufzeit nichts zu beanstanden. Performance, Display und Kamera sind top und machen absolut Spaß.

Zum Preis von 599 Euro* erhält man daher ein sehr gutes Smartphone – im Vergleich zur High-End-Konkurrenz, die teils ab 700 Euro und mehr kosten, ist es sogar noch vergleichsweise günstig. Wer den Vorgänger, das Huawei P9, sein Eigen nennt, muss indes nicht unbedingt umsteigen. Wem das P10 generell zusagt, aber größere Displaydiagonalen und eine längere Akkulaufzeit bevorzugt, sollte entweder auf das P10 Plus warten, das im April erscheinen wird, oder einen Blick auf das Mate 9 werfen … Letzteres ist immer noch brandaktuell und besitzt einen 4.000-Milliamperestunden-Akku.

Pro:

  • tolle Verarbeitung
  • sehr gute Performance
  • gute Kamera

Contra:

  • mittelmäßige Akkulaufzeit
  • nicht wasser- und staubdicht
  • kein Support für Google-Daydream
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Ein Kommentar
Flotrue
Flotrue

Leider werden photospheres auf dem huawei p10 und plus mit der streetview als auch der cardboard camera app unscharf. Ich hoffe Huawei fixt das Problem schnell.
https://goo.gl/photos/Xmdi4FpsTwi22wbt7

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung