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Huawei: Smartphone-Verkäufe im Westen brechen um die Hälfte ein

Huawei-CEO Ren Zhengfei rechnet mit Umsatz- und Absatzeinbruch. (Foto. dpa)

Die US-Restriktionen stürzen Huawei in eine Absatzkrise. Der chinesische Konzern rechnet mit einem Einbruch bei den Smartphone-Verkäufen. US-Chipriesen ergreifen derweil Partei für Huawei.

Die von US-Präsident Donald Trump erlassenen Restriktionen bei der Zusammenarbeit zwischen US-Konzernen und dem chinesischen IT-Riesen Huawei haben offenbar weitreichende wirtschaftliche Folgen – nicht nur für die chinesische Seite. Huawei ist freilich zunächst am meisten von dem Blacklisting betroffen. Der Konzern rechnet mit einem Rückgang der Smartphone-Verkäufe um 40 bis 60 Prozent, wie Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet.

Huawei: Bis zu 60 Millionen Smartphones weniger

Das entspricht ungefähr 40 bis 60 Millionen Smartphones. 2018 hat Huawei laut IDC-Zahlen insgesamt 206 Millionen Smartphones verkauft, davon knapp die Hälfte außerhalb Chinas. Huawei will sich künftig stärker auf den heimischen Markt konzentrieren und strebt an, die Hälfte des chinesischen Smartphonemarkts zu erobern.

Ein deutlicher Umsatzeinbruch ist aber wohl nicht zu vermeiden. Gründer und Firmenchef Ren Zhengfei rechnet mit einem Rückgang um 30 Prozent beim Umsatz in den kommenden zwei Jahren, sollte die US-Regierung an ihrem Ausschluss von Huawei vom Handel mit US-Firmen festhalten. Im vergangenen Jahr hatte Huawei seinen Umsatz noch um 20 Prozent auf umgerechnet rund 95 Milliarden Euro gesteigert.

Huawei soll derzeit überlegen, das neue Spitzenmodell Honor 20 schnell vom internationalen Markt zu nehmen, falls es ein Flop wird. Der Verkauf des Smartphones soll in Teilen von Europa, darunter Großbritannien und Frankreich, am 21. Juni starten. In China hat sich das Honor 20 innerhalb der ersten 14 Tage eine Million Mal verkauft. Mit einem vergleichbaren Ansturm ist in Europa nicht zu rechnen. Noch ist nicht klar, ob Google die Huawei-Geräte weiterhin mit Android versorgt und ob der Zugang zum Play-Store bestehen bleibt.

Milliarden-Umsätze in Gefahr: Chiphersteller unterstützen Huawei

Eher unerwartete Unterstützung bekommt Huawei derzeit von US-Chipkonzernen wie Intel und Qualcomm. Die fordern von Washington eine Lockerung des Handelsverbots mit Huawei. Zuvor hatte schon Google angekündigt, soweit wie möglich weiter mit Huawei im Geschäft bleiben zu wollen. Hintergrund dürften die Milliarden sein, die Huawei an Intel und Co. zahlt. Insgesamt 70 Milliarden US-Dollar soll Huawei im Jahr 2018 für Komponenten ausgegeben haben, davon elf Milliarden Dollar an US-Firmen. Der US-Chipkonzern Broadcom hatte kürzlich seine Umsatzprognose für 2019 wegen des Handelsstreits zwischen den USA und China um zwei Milliarden Dollar gesenkt.

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