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Hunderte Google-Mitarbeiter fordern in Petition mehr Transparenz bei China-Plänen

(Foto: dpa)

Die vor kurzem geleakten Google-Pläne, mit einer zensierten Such-App nach China zurückzukehren, stoßen intern auf heftige Kritik. Hunderte Mitarbeiter fordern in einer Petition mehr Transparenz.

Anfang August hatten US-Medien unter Berufung auf interne Dokumente und einen anonymen Whistleblower berichtet, dass Google die Rückkehr auf den chinesischen Markt plane. Zum Einsatz kommen soll dabei eine Version der Suchmaschine, in der Suchbegriffe und Internetseiten zu in China missliebigen Themen wie Menschenrechte und Demokratie gesperrt sind. Kritik an den Google-Plänen kam darauf von Menschenrechtlern – jetzt äußern auch Google-Mitarbeiter ihren Unmut.

Google-Mitarbeiter: China-Pläne verstoßen gegen „Don’t be Evil“-Grundsatz

In einer intern verbreiteten Petition sollen Hunderte Mitarbeiter des Suchmaschinenriesen unter anderem mehr Transparenz, Aufsicht und Rechenschaftspflicht im Hinblick auf die mögliche Rückkehr nach China gefordert haben, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Mit der internen Zensur – das Projekt trägt den Codenamen „Dragonfly“ – belohne Google die Verbotskultur Chinas und verstoße gegen den eigenen „Don’t be Evil“-Grundsatz, kritisieren die Mitarbeiter.

Zuletzt hatte eine ähnliche Petition mehrerer Tausend Google-Mitarbeiter für den Ausstieg aus einem Militärprojekt Erfolg gehabt. Die ethischen Prinzipien, die Google in dieser Debatte um den Einsatz von hauseigener KI-Technologie für den Ausbau des US-Drohnenprogramms aufgestellt habe, seien angesichts von Dragonfly offenbar nicht genug gewesen, hieß es weiter in der Petition. Google-Mitarbeiter müssten wissen, was sie entwickeln sollen.

Suchmaschinen: Es muss nicht immer Google sein
Wenn eine Suchmaschine von den PRISM-Enthüllungen profitieren konnte, dann ist es Duckduckgo. Noch immer gehen die Nutzerzahlen der US-amerikanischen Suchmaschine stark nach oben. Das liegt an dem Versprechen des Anbieters, keinerlei Nutzerdaten anzusammeln. Über Duckduckgo könnt ihr nicht nur nach Websites suchen, sondern auch nach Bildern und Videos im Internet fahnden. (Screenshot: Duckduckgo/t3n.de)

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Google hat sich bisher nicht öffentlich zu den China-Plänen geäußert. Medienberichten zufolge müssen sich die Verantwortlichen am Donnerstagabend in einer Mitarbeiterversammlung internen Fragen stellen – erstmals, seitdem die Pläne geleakt worden waren. Dort werden die Mitarbeiter wohl eine Art Ethikrat für den Konzern fordern und Ombudsleute, die bei ethischen Konflikten eingreifen könnten.

Start von Google-Projekt Dragonfly in China 2018 sehr unwahrscheinlich

Ob Google nach seinem Ausstieg aus dem China-Geschäft im Jahr 2010 überhaupt von der chinesischen Führung zugelassen wird, ist trotz der möglichen Zugeständnisse fraglich. Drei ehemalige Google-Manager haben gegenüber Reuters ihre Zweifel daran geäußert. Zudem soll ein anonymer chinesischer Offizieller der Nachrichtenagentur gesagt haben, dass ein Start von Dragonfy noch in diesem Jahr – wie eigentlich von Google geplant – „sehr unwahrscheinlich“ sei.

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