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IBM entwickelt E-Auto-Akku mit Meeresmineralien statt Kobalt und Nickel

Im IBM-Labor entsteht eine Batterie ohne Schwermetalle, aber mit Meerwasser. (Grafik: Shutterstock)

Das Batterieforschungslabor von IBM stellt einen neuen Akku für Elektro-Autos vor. Der verzichtet auf Kobalt und setzt stattdessen auf Materialien, die aus Meerwasser gewonnen werden.

Gemeinsam mit Mercedes-Benz, dem Elektrolythersteller Central Glass und dem Batteriehersteller Sidus arbeiten die Forscher von IBM an einer Batterie, die zwar weiterhin auf Lithium-Ionen-Technik basiert, aber keinerlei Schwermetallzusätze mehr benötigt. Diese werden vielmehr durch drei nicht näher spezifizierte Materialien ersetzt, die einfach aus Meerwasser extrahiert werden können.

Keine Schwermetalle in Akkus erforderlich

Der Verzicht auf Kobalt und andere Schwermetalle gilt als geboten, weil zum einen eine Knappheit dieser Rohstoffe mit steigendem Bedarf zu erwarten ist und zum andere der Abbau teils unter menschenunwürdigen Bedingungen vornehmlich in Zentralafrika erfolgt.

Wäre der Verzicht schon Grund genug für die weitere Erforschung der neuen Technologie, hat sich laut IBM zusätzlich gezeigt, dass die so hergestellten Batterien deutliche Performance-Vorteile bieten.

So verfügten sie über eine höhere Energiedichte und können bei kompakteren Abmessungen vergleichbare Leistung zu aktuellen Modulen liefern. Ebenso sollen sie sich innerhalb von fünf Minuten auf 80 Prozent ihrer Kapazität aufladen lassen und dabei eine Energieeffizienz von über 90 Prozent aufweisen. Zudem seien die eingesetzten Elektrolyte deutlich schwerer entflammbar als die konventioneller Batterien.

KI soll Entwicklung vorantreiben

Um die frühen Forschungsergebnisse zu einem marktfähigen Produkt zu entwickeln, hat sich IBM die Forschungsabteilung von Mercedes-Benz Nordamerika sowie den Elektrolythersteller Central Glass und den Batteriehersteller Sidus an Bord geholt. IBM-Forschungsleiter Jeff Welser will mit seinen neuen Partnern innerhalb eines Jahres einen ersten funktionierenden Prototypen vorstellen.

Zusätzlich setzt IBM Machine Learning ein, um schnell weitere Möglichkeiten der Performance-Steigerung oder zum Einsatz alternativer Materialien finden zu können. Die Forscher gehen davon aus, dass der KI-Einsatz die weitere Entwicklung erheblich beschleunigen wird.

Passend dazu: Keine Brandgefahr und doppelte Kapazität: Forscher bauen Lithium-Ionen-Akkus ohne Flüssigkeit

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Ein Kommentar
Tim Biernoth

Klingt spannend. Ich hoffe die Materialien lassen sich auch wieder recyceln oder zurückführen, sonst wäre es womöglich nur eine langfristige Verlagerung der Unweltprobleme.

Finde ich aber gut, dass alte Technolgien überarbeitet werden. Insbesondere wenn dadurch keine Menschen oder die Umwelt mehr leiden müssen.

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