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IBM: Mäßige Geschäftszahlen, aber Cloud-Geschäft lässt hoffen

IBM hat Quartalszahlen vorgelegt. (Foto: JHVE-Photo/Shutterstock)

IBM durchläuft seit Jahren einen tieftgreifenden Wandlungsprozess. Auch wenn die jetzt vorgelegten Zahlen Anleger enttäuschen, gibt es angesichts des Red-Hat-Zukaufs im vergangenen Jahr Lichtblicke

Seit Jahren versucht IBM-Chefin Ginny Rometty, den IT-Pionier mit einem tiefgreifenden Konzernumbau fit für die Zukunft zu machen. Doch trotz starken Wachstums in einigen neueren Geschäftsfeldern bleibt die Operation schwierig, weil Big Blue immer noch reichlich Altlasten mit sich rumträgt. Das belegen einmal mehr die Zahlen des abgelaufenen Quartals.

IBM musste angesichts des anhaltend schwachen IT-Kerngeschäfts erneut Geschäftseinbußen verkraften. Im dritten Quartal sank dabei der Umsatz im Jahresvergleich um vier Prozent auf 18 Milliarden US-Dollar (16,3 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss in Armonk mitteilte. Der Nettogewinn aus dem fortgeführten Geschäft brach um 38 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar ein. Anleger reagierten enttäuscht – der Kurs fiel nachbörslich zeitweise um rund sechs Prozent – und das trotz übertroffener Prognose beim Gewinn. Seit Beginn des Jahres hat der Kurs allerdings auch schon 25 Prozent zugelegt.

Zahlen von IBM: Lichtblick Cloud-Geschäft

IBM steckt schon länger in einem tiefgreifenden Konzernwandel, der bislang noch nicht die erhofften Erfolge brachte. Das IT-Urgestein setzt auf neue Geschäftsbereiche wie Cloud-Dienste, Datenanalyse und künstliche Intelligenz und verbucht hier teilweise auch starkes Wachstum – weil in immer mehr Unternehmen klassische Datacenter-IT mit skalierbaren Cloud-Diensten gemischt wird und weil Zukunftstechnologien wie datengetriebene Verfahren in nahezu allen größeren Unternehmen zumindest erprobt werden. Das reicht jedoch nicht, um die Probleme in der klassischen Hardware-Sparte mit Servern und Großrechnern zu kompensieren.

Abgesehen davon leidet die Bilanz unter dem starken Dollar, der die internationalen Einnahmen nach Umrechnung in US-Währung schmälert – schließlich macht IBM das Gros seiner Erlöse im Ausland. Kontinuität gibt’s leider nur in unerfreulicher Hinsicht: Der Rückgang im jüngsten Quartal markiert das fünfte Vierteljahr in Folge mit einem Umsatzminus. Abgesehen von einem kurzen Ausreißer ging es mit der Geschäftsentwicklung auch zuvor schon jahrelang nur abwärts.

Immerhin gibt es Positives von IBMs letztjährigen Zukauf Red Hat zu berichten. Die Zahlen der auf das Betriebssystem Linux spezialisierten US-Software-Firma erscheinen nun erstmals in der Bilanz des Konzerns. Red Hat machte ein Umsatzplus von 19 Prozent, verursachte aber auch hohe Kosten, die am Gewinn zehrten. Dass sich der Kaufpreis von 34 Milliarden Dollar gelohnt hat, besteht indes aus strategischer Sicht kein Zweifel: Das Unternehmen ist insbesondere unter dem Gesichtspunkt des Cloud-Trends in der Business-IT ein wichtiger Baustein für die Zukunft von Big Blue. Auch die SAP-Hana-Umstellung, die auf sämtliche SAP-Kunden in den nächsten fünf Jahren zukommt, könnte Red Hat als einem der wenigen Anbieter weltweit einer hierfür passenden Lösung reichlich Kundschaft bescheren. Red Hat war vor 25 Jahren mit einer eigenen Variante des Open-Source-Betriebssystems Linux gestartet, die vor allem auf Servern verwendet wird. Heute entfällt der meiste Umsatz auf das Softwarepaket und Serviceangebot Red Hat Enterprise Linux sowie andere Technik, die häufig in Rechenzentren eingesetzt wird. Mit Material der dpa.

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