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Wie ein Großrechner aus den 60ern eine Web-App mit Daten versorgt

(Foto: dpa)

Ein IBM-Großrechner aus den 1960ern, der gemeinsam mit modernen Technologien wie Docker und Bootstrap eine Web-App antreibt? Klingt verrückt, ist so aber tatsächlich im Einsatz.

Von der Oldschool zur Newschool: IBM-Großrechner trifft auf moderne Web-App

Dass vor allem Regierungsbehörden teilweise auf eine sehr alte Infrastruktur zurückgreifen müssen, dürfte kaum überraschen. Einen besonders interessanten Fall hat Marianne Bellotti im Dezember 2016 im Rahmen der „Systems-We-Love“-Konferenz vorgestellt. Bellotti arbeitet als Entwicklerin für den United States Digital Service. Die Behörde wurde unter Präsident Obama ins Leben gerufen, um US-Behörden bei der Verbesserung ihrer digitalen Infrastruktur zu helfen.

IBM-Großrechner: Solche Maschinen sehen wir normalerweise nicht als Bestandteil einer modernen Web-App. (Foto: ReinraumOwn work, Public Domain, Link)

Bei ihrer Arbeit stieß Bellotti auf eine US-Behörde, die einen IBM-Großrechner aus den 1960ern als Datenbank für eine moderne Web-App einsetzte. Konkret kam dort ein IBM-7074-Mainframe zum Einsatz. Über weitere Großrechner wurden die Daten dieser Maschine, die noch auf Magnetbändern gespeichert wurden, einmal die Woche in eine etwas modernere Datenbank überführt. Anschließend wurden sie von einer Java-Applikation abgegriffen und per JSON-API der eigentlichen Web-App zugänglich gemacht.

Performance-Probleme lagen nicht am Großrechner, sondern an der Java-Middleware

Der Grund dafür, dass sich Bellotti und ihr Team vom United States Digital Service überhaupt das System anschauen sollten, waren Performance-Probleme der Web-App. Die Ladezeiten der Website, die neben den Großrechnern auf Docker und Bootstrap setzte, lagen zwischen sechs und zehn Sekunden. Überraschenderweise war aber nicht die jahrzehntealte Mainframe-Technologie daran Schuld. Stattdessen war es die Java-Middleware, die für die Performance-Probleme verantwortlich war.

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3 Kommentare
Jürgen Schulze

Java halt, ein prima Ressourcen-Fresser.
In den 60ern waren die Ressourcen knapp, da musste jedes Bit genutzt werden. Ich bin sicher, der Mainframe war damals schon „zu Tode optimiert“.

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c0lumbus
c0lumbus

Voll und ganz ihrer Meinung.
Egal bei welchem Kunden, wenn eine Software zäh läuft, ist irgendwo Java im Spiel …

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Alex Tolstoj
Alex Tolstoj

Ich lach mich schlapp! Java – du bist peinlich.

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