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Illegales Streaming – Drittel des Upload-Traffics in Europa läuft über Bittorrent-Protokoll

(Foto: Shutterstock/chrisdorney)

Dienste wie Netflix, Zattoo oder Dazn sowie eine verschärfte Rechtslage hatten illegales Streaming etwas zurückdrängen können. Jetzt ist der Bittorrent-Anteil aber wieder gestiegen.

Hochwertige Serien bei Netflix, Fußballübertragungen bei Dazn – und das für kaum mehr als zehn Euro im Monat pro Anbieter. Die Verfügbarkeit von Inhalten sowie eine verschärfte Rechtslage hatten bei Contentanbietern die Hoffnung geweckt, die Nutzung illegaler Streamingdienste könne dauerhaft sinken. Das ist aber offenbar nicht der Fall, wie Zeit Online berichtet.

Streaming: Bittorrent-Protokoll für ein Drittel des Upload-Traffics in EMEA verantwortlich

Demnach wird der Download-Traffic von Netflix, Amazon Prime oder Youtube dominiert. Der Upload-Traffic in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) läuft aber zu knapp einem Drittel über das Bittorrent-Protokoll, wie aus einem Report des US-Netzwerkausrüsters Sandvine hervorgeht. Das bedeutet zwar nicht, dass dort ausschließlich urheberrechtlich geschützte Inhalte ausgetauscht werden, aber bei dem Löwenanteil der Dateien dürfte es sich genau darum handeln.

Ähnliches hatte der Verband Privater Medien (Vaunet) im Sommer berichtet. Demnach entgehen Medienunternehmen aufgrund illegaler Nutzung von live gesendeten Fernsehinhalten, darunter Serien, Filme und Fußball, jährlich über 430 Millionen Euro. Dabei sind die Nutzer durchaus bereit, Geld für das Streaming zu zahlen. Laut einer Vaunet-Umfrage würden Nutzer illegaler Streamingangebote im Schnitt 18 Euro im Monat zahlen. Wer allerdings möglichst alle Angebote nutzen will, ist schnell bei einem Betrag jenseits der 50 Euro.

Deutsche Video-Streaming-Anbieter im Überblick
Die Streaming-Inhalte von Amazon lassen sich künftig auch per Monatsabo buchen. Vorerst allerdings nur in den USA. (Screenshot: Amazon)

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Für die Vertreter der Medienunternehmen ist aber auch klar, dass das Angebot an illegalen Streamingseiten für die Nutzer viel zu leicht erreichbar seien. Darüber hinaus habe sich die durch einige EuGH-Entscheidungen verschärfte Rechtslage nicht merklich ausgewirkt. Eine Welle von scharfen Schreiben an Streamingnutzer sei jedenfalls bisher ausgeblieben, zitiert Zeit Online den Rechtsanwalt Jean Paul P. Bohne von der Düsseldorfer Kanzlei ITMR.

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3 Kommentare
Thomas
Thomas

Vielleicht sollten die Medienunternehmen mal ihre eigene Vorgehensweise überdenken. Da wäre zum einen, dass keiner der Streaminganbieter alle Inhalte vorhält. Netflix zum Beispiel hat am Anfang mit klasse Serien und sehr guten Spielfilmen gelockt. So ziemlich zu der Zeit als Netflix enorm gewachsen ist und eben die Aufmerksamkeit brauchte. Mittlerweile ist Netflix gefühlt eine bessere Version von DMAX.
Amazon geht den Weg, dass viele beliebte Filme nur nach extra Zahlung erreichbar sind. Da ist man schnell bei ordentlich viel Geld. Außerdem hat auch Amazon viele gute Filme gar nicht im Angebot.
Es ist wie immer: Am Anfang investieren die Anbieter viel Geld um die Nutzer auf die Plattform zu bekommen und nachdem das Geschäftsmodell tragfähig ist, wird die Qualität so lange gemindert und der Preis so lange angehoben, bis man einen Sweetspot erreicht hat. Der Nutzer ist dann einerseits so unzufrieden, dass er die richtig interessanten Angebote illegal bezieht, aber nicht so unzufrieden, dass er das Abo kündigt. Trägheit und so…

Und dann wären da noch die Medienunternehmen. Die geben den mittelmäßigen Quark zu den Streaminganbietern und die wirklich guten Filme werden erstmal so lange ausgeschlachtet, bis keiner mehr Interesse daran hat. Oder diese werden ganz bewusst aus den Stremingangeboten raus gehalten um auf andere Weise Kasse zu machen.

So lange diese beiden Interessen keine Übereinstimmung finden (Nutzer zahlen noch etwas mehr, dafür können alle Inhalte ohne Vorbehalt gesehen werden), werden viele Leute zusätzlich illegale Streaming- oder Downloadangebote nutzen.

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ICU
ICU

Nur weil etwas über Bittorrent geteilt wird, ist es nicht zwangsweise illegal.
Solche Artikel sind schon Klasse bei „ernstzunehmenden“ Journalismus.

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Paul
Paul

Selten was dümmeres gelesen als das hier.

Natürlich ist der UPLOAD Traffic bei Bittorrent-Protokoll am höchsten. Über dieses Protokoll werden schließlich auch sehr große Dateien gesendet – ob legal oder illegalen Inhalts.

Wenn der DOWNLOAD Traffic Netflix, Amazon Prime oder Youtube dominiert wird – wo ist dann das Problem?

Die Schlussfolgerungen des Autors sind einfach nur falsch.

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