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Index Elektromobilität: China übernimmt Gesamtführung, Deutschland fällt zurück

Der DENZA 400 in der Qualitätsprüfung. Daimler erweitert sein Produktportfolio im Bereich der emissionsfreien Mobilität mit der Einführung des DENZA 400. „The DENZA 400 being quality checked. Daimler extends its portfolio of new energy vehicles with the introduction of the DENZA 400.“

Im Rennen um den Markt der Elektromobilität hat China im zweiten Quartal die Nase vorn. Das besagt der Index Elektromobilität von Roland Berger und der Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen Aachen.

Index Elektromobilität: China übernimmt Spitzenposition

Die Strategieberatung Roland Berger hat zusammen mit der Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH Aachen (fka) den „Index Elektromobilität“ (PDF) für das zweite Quartal 2017 veröffentlicht. Aus diesem geht unter anderem hervor, dass Deutschland seine Spitzenposition im Ranking „Technologie“ an Frankreich abgeben musste. Im ersten Quartal teilten sich die beiden noch den ersten Platz.

Der Renault ZOE gehört zu den beliebtesten Elektroautos. (Bild: Qualcomm)

Der Studie zufolge sei der Grund für den Positionsverlust der wachsende Anteil an Plug-in-Fahrzeugen im Angebot der deutschen Automobilhersteller. Die Autos verfügen über kleinere Akkus und damit einhergehend eine geringere elektrische Reichweite und niedrigere Höchstgeschwindigkeiten, so Roland Berger. Zudem würden die Plug-in-Autos simplere Ladetechnologien für die Batterien an Bord haben.

Index Elektromobilität – Ranking nach Indikator. (Bild: Roland Berger, fka)
Index Elektromobilität – Ranking nach Indikator. (Bild: Roland Berger, fka)

Der chinesische Elektroauto-Markt befindet sich derweil im Aufwind und hat im zweiten Quartal die Top-Platzierungen der Indikatoren „Industrie“ und „Markt“ für sich beanspruchen können – durch die beiden Erstplatzierungen habe China zum ersten Mal die Gesamtführung im Index übernommen. Elektromobilität in China werde unter anderem durch „nationale Fördergelder und Zulassungserleichterungen gestützt“ erklärt Wolfgang Bernhart, Partner von Roland Berger. Darüber hinaus entwickelten sich in China viele „technologiestarke Startups, die sich mit ausreichend Kapital Schritt für Schritt im Premium-Segment etablieren“, erläutert Bernhart weiter.

Elektromobilität: Produktionsvolumina heimischer Hersteller in China steigen an

Im Bereich „Industrie“ könne China insbesondere von großen Produktionsvolumina heimischer Hersteller profitieren. Es wird prognostiziert, dass in China in den Jahren 2015 bis 2019 rund 3,5 Millionen Elektrofahrzeuge hergestellt werden könnten. Im gleichen Zeitraum sollen die auf Platz zwei rangierenden US-amerikanischen Hersteller etwa nur ein Drittel des chinesischen Produktionsumfangs liefern. China sei außerdem im Bereich der Zellfertigung vorn dabei: Denn über 90 Prozent der Lithium-Ionen-Zellen für die Elektro-Fahrzeuge sollen aus lokaler Fertigung bedient werden können.

Batteriezellen werden nicht mehr in Deutschland hergestellt. (Bild: VW)

In Deutschland sei hingegen die Zellproduktion 2016 eingestellt worden, weshalb der Markt entsprechend weggebrochen ist. Dies sei auch der Grund, weshalb sich Deutschland im Industrie-Ranking lediglich auf Platz vier hinter Japan befindet. „In ganz Europa existiert im Bereich Zellfertigung deutlicher Nachholbedarf gegenüber Asien“, so Alexander Busse, Consultant bei der fka. Daimler will in Zukunft wieder Akkus und Zellen in Deutschland herstellen.

Elektromobilität: Chinesische Auto-Startups sind dynamischer als klassische Autobauer

„Wir sehen einen richtigen Boom chinesischer Startups.“

China ist auch gewissermaßen der „Elektroauto-Absatzweltmeister“: 2016 konnte sich der Absatz der neu verkauften Elektro-Autos auf etwa 350.000 Fahrzeuge verdoppeln. Interessanterweise ist Frankreich gleichauf mit China – und das trotz geringerem Absatzvolumen. Dies wird mit einen höheren Marktanteil von Elektro-Fahrzeugen im Vergleich zum Gesamtmarkt begründet.

China ist auch im Bereich der Zulassungen von Elektroautos (reine Stromer und Plug-in-Hybriden) weit vorn. (Bild: Roland Berger, fka)

Stefan Riederle, Experte von Roland Berger, warnt die europäischen Autohersteller vor den dynamisch agierenden Elektroauto-Startups aus China:„Die großen europäischen OEMs müssen hier flexibler werden, um den Marktanschluss nicht zu verpassen. Die klassischen Produktzyklen von sieben Jahren sind heute nicht mehr gefragt. Unternehmen sollten insgesamt schneller, flexibler und innovativer in ihren Angeboten werden.“

Der von Roland Berger und der fka herausgegebene „Index Elektromobilität“ vergleicht eigenen Aussagen zufolge „die relative Wettbewerbsposition der sieben Automobilnationen Deutschland, Frankreich, Italien, USA, Japan, China und Südkorea im Bereich der Elektromobilität. Die Länder werden nach den Indikatoren Technologie, Industrie und Markt bemessen.“

Weiterführende Artikel:

via www.electrive.net

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