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88 Millionen Euro für die Hightech-Gewächshäuser dieser Gründer

Die Infarm-Gründer: Osnat Michaeli, Erez Galonska und Guy Galonska. (Foto: Infarm)

Mit Hightech-Gewächshäusern in Städten will das Berliner Startup Infarm die klimaschädliche Landwirtschaft bekämpfen. Jetzt steigen namhafte Investoren mit Millionen ein.

Das Berliner Startup Infarm hat eine neue Finanzierung in Höhe von umgerechnet 88 Millionen Euro eingesammelt. Wie die junge Agrarfirma am Dienstag mitteilte, beteiligten sich unter Führung vom britischen Vorzeige-VC Atomico auch die Altinvestoren um Balderton Capital, Astanor Ventures, Cherry Ventures und Triplepoint Capital an der Runde. Das Handelsblatt hatte zuerst berichtet.

Infarm bringt Landwirtschaft in die Städte

Infarm gehört zur Gruppe der sogenannten Cleantechs, die mit Technologie auf die zunehmenden Probleme des Klimawandels reagieren wollen. Konkret verfolgen die Berliner das Ziel, große Teile der Nahrungsmittelproduktion vom Land in die Städte zurückzubringen. Infarm errichtet dazu fabrikhallengroße Hightech-Gewächshäuser, in denen Kräuter und frisches Gemüse mit einer speziellen Nährlösung unter Kunstlicht herangezüchtet werden. Kunden können das Gemüse dann selbst ernten – oder bei einem der 25 Supermarktketten kaufen, die mit dem Startup kooperieren. Gegründet wurde Infarm 2013 von Osnat Michaeli und den Brüdern Erez und Guy Galonska.

So sehen die Gewächshäuser von Infarm aus. (Foto: Infarm)

So sehen die Gewächshäuser von Infarm aus. (Foto: Infarm)

Nach Ansicht der Gründer hat der städtische Anbau von Gemüse viele Vorteile gegenüber der bodenbasierten Landwirtschaft. So entfallen etwa lange Transportwege und Verpackungen, zudem erfordert der geschützte Anbau in den Farmen weniger Pestizide und es wird weniger Fläche benötigt. Ein großes Modul kann laut Infarm bis zu 680.000 Pflanzen jährlich auf nur 24 Quadratmetern züchten. Das Unternehmen hat bereits über 200 Farmen in den Läden sowie 150 Farmen in Logistikzentren installiert.

Unklar ist allerdings noch, wie ökologisch nachhaltig das Konzept mit Blick auf den höheren Stromverbrauch der Gewächshäuser ist. Mit dem Geld aus der Finanzierungsrunde will Infarm vorerst sein Forschungs- und Vertriebsteam vergrößern – und etwa herausfinden, wie Pflanzen noch besser wachsen können.

Laut Handelsblatt ist es das Ziel, dass Supermärkte ihren Bedarf an Kräutern allein durch Infarm decken können. Aktuell können Kunden den Gewächsschränken jede Woche zwischen 100 bis 150 Pflanzen entnehmen – was bei einem typischen Verkaufspreis von 1,30 Euro circa 500 bis 700 Euro Umsatz entspricht.

Zum Weiterlesen: Amerikas heißestes Insurtech startet in Deutschland

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3 Kommentare
Melanie

Ich weiß nicht so recht was ich davon halten. Gemüse und Kräuter, die nie die Sonne gesehen haben. Kann das gesund sein? Rein durch künstliches Licht. Gehört nicht zu jedem natürlichen Wachstum Regen und Sonne aus der Natur? Ich finde es gut, dass man sich Gedanken über die Zukunft macht. Aber weiß man überhaupt wieviele Nährstoffe dieses Gemüse und die Kräuter noch haben. Was ist das genau für eine Nährlösung? Kann man diese unbedenklich verwenden? Alles für mich offene Fragen!

Antworten
Titus von Unhold
Titus von Unhold

Was meinst du wie in Spanien, Marokko oder den Niederlanden Gemüse oder Pilze angebaut werden die im Supermarkt zu finden sind? Nahezu exakt so. Und auch beim Anbau von Cannabis gehören Gewächshäuser seit Jahrzehnten zum Standard. ^^

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dschwib
dschwib

und schmeckt ja auch nach nix….die Tomate ;)

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