Analyse

Influencer-Marketing: So sollen Blogger die Verkäufe in der Automobilbranche ankurbeln

Die Automobilbranche holt sich reichweitenstarke Influencer an Bord.

Blogger inszenieren Fahrzeuge als Accessoire, Reisebegleiter oder Familienfreund und ziehen so neue Zielgruppen an. Und das, obwohl ihre Follower manchmal noch weit vom Führerschein entfernt sind.

Model Sofia Tsakiridou weiß, wie sie sich inszenieren muss: Im Schneidersitz auf der Motorhaube eines Autos, das Outfit perfekt auf den Lack abgestimmt, streicht sie sich lächelnd durchs Haar. Hier geht es aber nicht um Mode, sondern den neuen Kia Rio, auf dem sie lässig posiert. „Ich liebe diesen schönen Flitzer“, kommentiert sie das Foto auf Instagram. Und nicht nur der Bloggerin scheint das Auto zu gefallen: Fast 12000 Follower haben dem Bild ein Like gegeben, die meisten von ihnen sind junge Frauen.

Die Welt des Bloggers oder Influencers muss zum Marketing passen

Mit der Kampagne zum neuen Rio peilt der Autohersteller Kia gezielt junge Erwachsene an und setzt daher erstmals auch auf Influencer. Model Tsakiridou ist eine von sechs der von Kia Auserwählten, die gemeinsam eine Reichweite von mehr als zwei Millionen Abonnenten generieren. Beachtet wurde bei der Auswahl allerdings neben der Reichweite auch die Lebenswelt des Bloggers, die zum Markenimage passen muss.

Mit den Müttern und Influencern des Mummy Mags richtet sich Seat an junge Familien (Bild: Instagram: mummymag)

„Beim Influencer-Marketing kann man nicht wie bei einer TV-Kampagne von vorne bis hinten alles planen.“


Aber nicht nur der Blogger, auch die Marke selbst muss sich bekennen – indem sie sich zurückhält, wie Fabiano De Bellis, Manager Brand Marketing Communications bei Alfa Romeo, erläutert: „Beim Influencer-Marketing kann man nicht wie bei einer TV-Kampagne von vorne bis hinten alles planen. Alles ist offen“, räumt er ein. Den Launch des neuen Stelvio hat man sich bei Alfa Romeo zum Anlass genommen, erstmalig mit Bloggern aus dem Modebereich zusammenzuarbeiten. „Wir verfolgen eine Native-Marketing-Strategie, deswegen soll der Influencer seinen Freiraum haben. Wir wollen ungern etwas vorschreiben, denn der Blogger weiß selbst am besten, wie er sich und den Interessen seiner Follower treu bleibt“, so De Bellis.

Bloggerin Jana Windoffer weiß, wie sie sich und ihren DS in Szene setzt (Bild: Instagram: bekleidet)

Diese Strategie verfolgt auch Kia Marketingchef Schrenner: „Man muss als Marke durchaus lernen, die Hoheit aus der Hand zu geben. Wir sagen zwar, dass wir gerne ein Bild von innen und eins von außen sehen möchten, aber lassen den Influencer selbst entscheiden, wie er das umsetzt“, sagt er. Agentur-Chef Bersch setzt zudem auf gutes Teamwork: „Man muss Influencer Marketing als Kooperationsmodell verstehen und die Strategie im Auge behalten“, erklärt er. Seine klare Empfehlung lautet deshalb: „Marken müssen überlegen, wie sie Influencer-Relations langfristig in die Strategie integrieren können.“

Influencerin Masha Sedgwick posiert vor ihrem Seat (Bild: Instagram: mashasedgwick)

Gerade Fashionblogger, deren Nähe Automarken immer öfter suchen, haben oftmals jüngere Follower, zum Teil sogar so jung, dass ein Führerschein oder ein eigenes Auto noch in weiter Ferne liegen.

Viel Reichweite gegen Instagram-Exoten

Für DS Automobiles sind sie dennoch alles andere als Streuverluste. „Diese Mädchen haben Eltern oder vielleicht ältere Schwestern und werden zudem selbst älter. Wir bauen unsere Marke langfristig auf. Auch diese Mädchen werden einmal alt genug sein, um sich einen DS zu kaufen“, gibt sich Marketing-Chef Hein zuversichtlich.

Hersteller Seat setzt im Marketing auf Influencer und Blogger (Bild: Instagram: die.kim)

Während DS Automobiles eine sehr spitze Zielgruppe bedient, spricht Seat je nach Modell unterschiedliche Käufergruppen an – und muss so auch im Influencer-Marketing unterschiedliche Wege gehen. „Wir arbeiten mit Influencern aus allen Bereichen zusammen – je nachdem, welches Fahrzeug sich im Launch befindet. Influencer mit einer großen Reichweite sind für uns daher genauso wichtig wie Exoten aus der Family-Blogger-Szene“, versichert Melanie Stöckl, Leiterin Kommunikation bei Seat Deutschland.

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Ein Kommentar
Christoph Kußnerus
Christoph Kußnerus

Hallo,

ich glaube da ist eine Bildunterschrift falsch:
Das Bild zu der Unterschrift „Influencerin Masha Sedgwick posiert vor ihrem Seat (Bild: Instagram: mashasedgwick)“ zeigt keinen Seat sondern einen DS.

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