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Portrait

Insider-Bericht aus dem Facebook-Universum: Selbst auf dem Klo wird programmiert

(Foto: Facebook)

Sie verdienen viel Geld mit den Daten ihrer Nutzer, die eigene Privatsphäre schützen Facebook, Google und Co. aber strikt. Ein Ex-Facebook-Manager hat jetzt ausgepackt – trotz der Gefahr einer Klage.

Ex-Facebook-Manager Martínez plaudert Interna aus

Antonio García Martínez hat in der Zeit zwischen 2011 und 2013 als Manager in der mittleren Ebene bei Facebook gearbeitet – und auch viel mit Mark Zuckerberg zu tun gehabt. Jetzt hat er ein Buch über seine Zeit bei Facebook und im Silicon Valley veröffentlicht, „Chaos Monkeys: Obscene Fortune and Random Failure in Silicon Valley“. Für den mit zahlreichen Facebook-Interna gespickten Insiderbericht könnte ihm eine millionenschwere Klage drohen, wie Martínez in einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit erzählt.

Ex-Facebook-Manager verrät in seinem Buch Interna über Mark Zuckerberg und seinen Konzern. (Foto: Fotos593 / Shutterstock.com)
Ex-Facebook-Manager verrät in seinem Buch Interna über Mark Zuckerberg und seinen Konzern. (Foto: Fotos593 / Shutterstock.com)

Berichte aus dem Inneren von Konzernen wie Facebook, Apple oder Google sind selten. Mitarbeiter, aber auch Journalisten, die das Innere des Konzerns besichtigen wollen, müssen Verschwiegenheitsvereinbarungen (NDA) unterschreiben. Martínez, der im Zuge des Verkaufs seines auf digitale Werbung spezialisierten Startups an Twitter zu Facebook kam, hat sich darüber hinweggesetzt und plaudert in seinem Buch und dem Zeitungsinterview interessante Details zu Facebook und Zuckerberg aus. Einige Interna, etwa zu dem etwas befremdlich wirkenden Kampf Facebook versus Google+, waren schon Anfang Juni, vor dem Erscheinen des Buches, bekannt geworden. Jetzt legt Martínez noch einmal ausführlich nach.

Den Informationen des Ex-Managers nach ist Zuckerberg bei Weitem nicht der Nerd, als der er im Film „The Social Network“ dargestellt wird. Vielmehr sei er ein echtes Alphatier, das in kurzen, aber direkten Sätzen spricht, so wie Code geschrieben werde, meinte Martínez. Zuckerberg könne seinem Gegenüber nicht in die Augen schauen. Aber aus den Aussagen des Ex-Managers Martínez spricht auch eine Art Anerkennung, keine Verteufelung: „Zuckerberg ist okay“. Der Facebook-Boss sei nicht an Geld interessiert und führe offenbar eine gute Ehe. Mit dessen Freunden, dem inneren Facebook-Kreis, sei Martínez aber nicht zurechtgekommen.

Auf Facebook sein gehört bei Facebook zur Arbeitszeit

Die Arbeitsmoral in dem Konzern habe ihm dagegen Respekt abverlangt, Facebook-Börsengang, als viele Mitarbeiter zu Millionären geworden seien, habe ab acht Uhr wieder jeder an seinem Platz gesessen und gearbeitet. Das Posten, Liken und Teilen auf Facebook gehört bei Facebook übrigens zur Arbeit dazu.

Die Zukunft sieht Martínez aber schwarz, allerdings nicht für Facebook und Zuckerberg. Dem gehe es darum, die Gesellschaft zu hacken, also die Menschen mit einer digitalen Kopie von Gemeinschaft zu verbinden. Facebook habe eine große Vision, sagte der Ex-Manager des Konzerns in dem Interview: „Ich glaube, dass die EU zum Beispiel langfristig gegen Facebook kapitulieren muss“. Seine Kinder will Martínez, der 2013 bei Facebook gefeuert wurde, jedenfalls von dem sozialen Netzwerk fernhalten. Sie sollen eine echte Gemeinschaft kennenlernen und keine Simulation.

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