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The Insight Project: Microsoft will Games nutzen, um psychisch Erkrankten zu helfen

The Insight Project. (Screenshot: t3n)

Können Spielwelten therapeutische Wirkung bei gängigen psychischen Erkrankungen entfalten? Dieser zentralen Frage geht das Insight Project nach.

The Insight Project ist ein Forschungsprojekt von Microsofts Xbox-Studios unter Beteiligung der Universität von Cambridge und stellt im Grunde eine Fortsetzung der bereits seit einigen Jahren bestehenden Zusammenarbeit dar.

Von der Darstellung einer psychisch erkrankten Person …

Vor einigen Jahren hatte das zum Software-Konzern gehörende Spielestudio Ninja Theory Beratungsleistungen des Neurowissenschaftlers und Psychiaters Paul Fletcher von der Cambridge-Universität in Anspruch genommen. Für das Spiel „Hellblade: Senua’s Sacrifice“ benötigten die Entwickler Einblicke in die Denkmuster einer psychotischen Person, denn Senua, die Hauptperson des Spiels, sollte genau daran leiden.

Die Zusammenarbeit erwies sich als überaus erfolgreich. Das Spiel wurde mit etlichen Branchenpreisen bedacht und gilt als beispielhaft und authentisch. Die Hauptfigur wird dabei auch von Betroffenen als völlig glaubwürdig skizziert anerkannt.

… zu deren Heilung?

Über die Darstellung einer psychischen Erkrankung entwickelten Ninja Theory und Paul Fletcher die Idee, mithilfe spezieller Spielwelten in den Verlauf psychischer Erkrankungen einzugreifen. Immerhin kann ein Videospiel sehr nah auf den Spieler zugeschnitten werden und unmittelbares Feedback vermitteln.

Mit diesem Video stellen die Initiatoren ihr Projekt vor:

Der therapeutische Nutzen von Spielen bei Lern- oder Konzentrationsschwächen ist bereits unumstritten. Nun soll untersucht werden, ob psychische Erkrankungen ebenfalls mit den Mitteln des Spieldesigns unter Nutzung der neuesten Erkenntnisse der Neurowissenschaften und der psychiatrischen Forschung beeinflusst werden können.

Erste Schritte befassen sich mit Angst und ihrer Behandlung

Ninja Theory plant zunächst die Entwicklung eines Programms zur Bearbeitung der grundlegenden Problematik der Angst. Angst ist ein Faktor bei vielen bekannten psychischen Erkrankungen. Insofern ergibt es Sinn, an diesem Punkt zu starten. Das Programm soll nun also Spieler individuelle Gaming-Erfahrungen machen lassen. Diese Erfahrungen sollen ihnen helfen, sich mit ihren Ängsten auseinanderzusetzen, sie zu erkennen, sich ihnen zu stellen und sie letztendlich möglichst zu überwinden.

Auf der niedrigsten Ebene geht es darum, wie es gelingen kann, das sogenannte Mental Wellbeing, also den Zustand seelischen Wohlbefindens, durch Spielkonzepte zu fördern.

The Insight Project ist ein Startup im wahrsten Wortsinn

Das ist die Zielbandbreite des The Insight Project. Das Projekt befindet sich in seiner konstitutiven Phase, hat allerdings außer den Arbeitshypothesen noch nicht viel vorzuweisen. Dennoch geht das Projekt bereits zum jetzigen Zeitpunkt an die Öffentlichkeit, um Aufmerksamkeit zu generieren und weitere Mitstreiter zu finden.

Generell verspricht das Projektteam, einen offenen Kommunikationsstil zu pflegen und Erkenntnisse nicht hinter Paywalls zu verstecken. Die Entwicklung von The Insight Project findet unter wissenschaftlicher Begleitung durch die Cambridge-Universität statt, um sowohl Wirksamkeit und Validität als auch einen hohen Anspruch an Ethik und Datenschutz sicherzustellen.

Passend dazu: Ran an die Konsole, Kinder! Warum Videospiele intelligenter und sozialer machen

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