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Inspirient: Dieses Berliner Startup analysiert Daten innerhalb von Minuten

Inspirient-Gründer Georg Wittenburg beim Startups@Reeperbahn-Pitch. (Foto: Stefan Groenveld)

Mit Inspirient sollen Unternehmen ihre Daten schnell auswerten und verstehen können. Jetzt hat das Berliner Startup mit seiner Idee den Startups@Reeperbahn-Pitch gewonnen.

Wenn Georg Wittenburg von seinem Startup erzählt, dann fängt er bei Christoph Kolumbus an. Die meisten Entdeckungen seien glückliche Zufälle gewesen, sagt der Gründer dann. Zum Beispiel wenn man nach Indien suche und Amerika finde. Mit seinem Unternehmen Inspirient will Wittenburg Entdeckungen zumindest in einem Bereich automatisieren und vereinfachen: durch Datenanalyse.

Was erst einmal abstrakt klingt, bedeutet konkret: Der Algorithmus übernimmt die Auswertung. Bisher müssen Unternehmen oft viel Geld in die Hand nehmen, damit sie die wichtigen Erkenntnisse in einer schieren Masse an gesammelten Daten erkennen. Entweder schaut ein internes Team tagelang Excel-Tabellen durch oder das Unternehmen muss damit eine externe Beratung beauftragen. Mit Inspirient soll diese teure Analyse wegfallen.

Mit dem Hype-Thema Big Data konnte das Berliner Unternehmen am Mittwoch einen wichtigen Preis abräumen: Beim fünften Startups@Reeperbahn-Pitch, einer Veranstaltung organisiert von Hamburg Startups, reichte es für den Sieg. Inspirient nahm den Medienpreis in Höhe von 100.000 Euro mit nach Hause und darf im kommenden Jahr zum renommierten Techfestival South by Southwest fliegen.

Grafiken erstellen binnen Minuten

Wittenburg hat das Unternehmen gemeinsam mit Guillaume Aimetti gegründet. Beide haben im Bereich Computer-Sciences promoviert. Um Inspirient zu nutzen, können Unternehmen strukturierte Daten in Excel-Tabellen oder CSV-Datei auf der Plattform hochladen. Binnen Minuten – so versprechen es die Berliner zumindest – spuckt das System mehrere Grafiken aus, die für das Unternehmen relevant sein könnten. Sie erscheinen sortiert nach Relevanz.

Schnelle und tiefgehende Ergebnisse verspricht das Berliner Startup Inspirient. (Foto: Inspirient)

Geht es um Verkäufe, kann der Algorithmus etwa anzeigen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit von Betrug ist. Eine weitere Grafik könnte verdeutlichen, wie der Umsatz im Vergleich zu der Anzahl der verkauften Einheiten aussieht. Und auf einer Dritten ließe sich erkennen, wie sich der Umsatz auf verschiedene Länder verteilt. Für die Deutsche Bahn wurde dadurch etwa ersichtlich, in welchen Orten bestimmte Schäden an ihren Zügen und Strecken besonders häufig vorkommen.

Es gehe darum, zuvor unklare Muster zu erkennen, heißt es auf der Website von Inspirient. Wittenburg selbst drückt es beim Pitch in Hamburg so aus: „Uns geht es um ein tiefes Verständnis der Daten.“ Statt viel Zeit darauf zu verwenden, sie auszuwerten und die Hälfte von ihnen gar nicht zu benötigen, sollen sich Unternehmen überlegen können: Ist mir diese Grafik wichtig? Muss ich mein Geschäftsmodell anpassen?

Wenn nicht, dann ist zumindest nicht viel Zeit in die Datenanalyse geflossen. Gründer Wittenburg vergleicht sein Produkt mit Tinder: Ist eine Grafik interessant, kann das Unternehmen damit weiter arbeiten. Sonst „wischt“ es sie gewissermaßen einfach weg. Die Preise für die Analyse variieren je nach Paket. Für eine Einmalanalyse ab 20 Megabyte zahlen Unternehmen 95 Euro. Die monatlichen Modelle fangen ab 395 Euro für zwei Nutzer an. Als Zielgruppe peilt Inspirient vorerst kleine Unternehmen an, die sich kein eigenes Datenanalyseteam leisten können.

Die Konkurrenz von Inspirient? IBM's Watson

Wettbewerber gibt es auf dem Markt einige, allen voran IBM's Watson. Aber Wittenburg weist darauf hin, dass das System nur Fragen beantworten könne. Inspirient will einen Schritt weiter gehen: „Wer sind wir, dass wir wissen, was die richtige Frage ist?“, fragt der Gründer. Inspirient gehe es stärker darum, die Fragen zu stellen, an die die Unternehmen selbst noch nicht gedacht haben. Quasi so wie Kolumbus, als er Amerika entdeckte.

Inspirient setzte sich gegen vier Finalisten durch: Das Hamburger Startup Nect will mit einer verifizierten digitalen Identität Passwörter überflüssig machen. Mit Sceenic sollen Nutzer digital mit ihren Freunden fernsehen können und sie auf ihrem Screen angezeigt bekommen. Die Hamburger Gründer von Taxdoo wollen die Umsatzsteuer automatisieren. Und Techspaghetti hat sich vorgenommen, die Bildung für Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren spielerischer zu machen.

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