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Instagram-Posts sollen Verstöße gegen Corona-Lockdown zeigen

Instagram als Datenquelle. (Foto: TY Lim / Shutterstock)

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Halten sich alle an Corona-bedingte Ausgangssperren? Statt datenschutzrechtlich fragwürdiger Handyüberwachung könnten Regierungen Social-Media-Posts tracken – meinen Analysten.

Aktuell soll die italienische Regierung versuchen, über das Tracking von – angeblich anonymen – Handydaten die wegen der Corona-Krise ausgerufene Ausgangssperre zu überwachen. Dass das auch anders gehen kann, will die in Italien und den USA beheimatete Analysefirma Ghost Data nachgewiesen haben. Bei der von den Analysten entwickelten Vorgehensweise würden die Bürger ihre Daten freiwillig, wenn auch wahrscheinlich nicht unbedingt wissend, liefern – über Social-Media-Plattformen.

Instagram-Posts per Bilderkennung durchforstet

Ghost Data hat in den vergangenen Tagen eine halbe Million Instagram-Posts von Italienern durchleuchtet, die in einer der von einer Ausgangssperre betroffenen Regionen leben. Bilder und Videos wurden an die auf Bilderkennung spezialisierte Firma Logograb weitergegeben, die automatisch Menschen und Orte identifizieren können soll. Dadurch soll herausgekommen sein, dass mindestens 33.000 Menschen die Anordnungen der italienischen Regierung zur Ausgangssperre verletzt haben.

Bei der Untersuchung der Handydaten war herausgekommen, dass sich 60 Prozent der überwachten Handynutzer in der von dem Coronavirus besonders stark betroffenen Lombardei nicht weiter als 300 Meter von ihrer Meldeadresse entfernt haben sollen. Im Umkehrschluss haben 40 Prozent aber genau das getan. Die Polizei wiederum hat laut der Nachrichtenagentur Ansa bei ihren rund zwei Millionen Kontrollen 100.000 Anzeigen wegen Verstößen erstellen müssen. Am Mittwoch hat Italien die Strafen für solche Verstöße noch einmal deutlich verschärft.

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Corona-Ausgangssperre: Anonymisierte Daten

Ghost-Data-Chef Andrea Stroppa sagte gegenüber C-Net, seine Firma habe ihre Untersuchungen schon der italienischen Regierung angeboten. Verletzungen des Datenschutzes sieht Stroppa dabei nicht. Schließlich würden die erhobenen Daten anonymisiert weitergegeben werden. Möglicherweise könnten die Daten dabei helfen, in Gegenden, wo besonders viele Verstöße gegen die Ausgangssperren verzeichnet werden, die Polizeikontrollen auszuweiten.

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2 Kommentare
Helloworld
Helloworld

Inhaltssensitive Analysen sollen Aufschluss geben? Das heißt, wenn einer ein Bild aus dem letzten Jahresurlaub postet, hat er nach Erkenntnis des Unternehmens gegen die Auflagen verstoßen. Obwohl er nur auf seiner Couch saß und in Erinnerungen schwelgte. Zumal wohl kaum jemand ein Bild von einer Coronaparty Posten wird. Oder sind die Leute gerade so dumm?

Antworten
Nils
Nils

Ich vermute durch die Metadaten lässt sich die Zeit und der Ort des Bildes einfach feststellen.

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