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Intel plant Atom C3000 mit bis zu 16 Goldmont-CPU-Kernen

(Foto: dpa)

Die neue CPU-Serie Atom C3000 basiert auf der drastisch verbesserten Goldmont-Architektur. Mit bis zu 16 Kernen ziehen die Denverton-Chips mit den Xeon D-1500 gleich. Kommen sollen sie im Sommer 2017.


Intel hat die Atom C3000 alias Denverton angekündigt. Die neue CPU-Serie eignet sich unter anderem für NAS- oder generell Storage-Systeme. Spannend an diesen Chips sind die bis zu 16 Kerne bei 2,1 Gigahertz und vor allem deren Goldmont-Architekur. Zu der hatte sich Intel bisher kaum geäußert, mittlerweile nennt der Hersteller aber interessante Einzelheiten in seinem „Architectures Optimization Reference Manual“ (PDF).

Die Atom C3000 und die aktualisierten Xeon D-1500 sollen Sommer 2017 erscheinen

Die Denverton-Chips hatte Intel ursprünglich 2013 angekündigt, seitdem war es still um die Prozessoren geworden. Im Briefing Call zum XMM 7560 genannten Gigabit-LTE-Modem wurden sie nicht erwähnt. Erst auf Nachfrage – wir hatten die Folien vorab durchgesehen – versicherte uns Intel, wir würden weiterführende Informationen erhalten. Das ist bis dato nicht geschehen, so dass wir auf andere Quellen zugreifen müssen und nicht alle Modelle kennen.

Wie Benchmarks in der Datenbank von Sisoft Sandra zeigen, verfügt der Atom C3955 über 16 Kerne bei bis zu 2,1 Gigahertz. Der Chip hat ein 128 Bit breites Dualchannel-Interface für bis zu 128 GByte DDR4-Speicher, zehn PCIe-Gen3-Lanes und zehn Sata-6-GBit/s-Ports. In Intel eigener Art findet sich der Atom C3338 mit zwei Kernen bei 1,5 bis 2,2 Giahertz und Singlechannel-Interface für DDR4-1866 und 64 GByte. Die Fehlerkorrektur ECC scheinen alle Denverton zu unterstützen, Gleiches gilt für vier 2,5G-Ethernet-Ports.

Gefertigt werden die Atom C3000 wie die wegen eines fehlerhaften LPC-Interface in der Kritik stehenden Atom C2000 in Intels eigenem 14FF-Herstellungsverfahren. Bei bis zu 16 statt bis zu acht Kernen dürfte die TDP allerdings deutlich über den bisherigen 20 Watt liegen – 30 bis 35 Watt erscheinen uns realistisch. Der Atom C3338 benötigt allerdings nur neun Watt.

Neu bei den Denverton ist die Goldmont-CPU-Architekur, die schon bei den aktuellen Celeron- und Pentium-Prozessoren (Apollo Lake) für Mini-PCs oder Notebooks sowie bei den Maker-Chips (Broxton) eingesetzt wird. Verglichen mit der bisherigen Silvermont-Technik und deren Shrink namens Airmont hat Intel die Architektur kräftig überarbeitet.

(Bild: Intel)

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Bessere Sprungvorhersage und längere Pipeline

Das Frontend kann drei statt zwei Befehle pro Takt decodieren und in einem eigenen 16 KByte großen Cache puffern. Zwar ist zumindest der L1-Daten-Cache nicht angewachsen, dafür hat Intel diverse Puffer wie den Data TLB verdoppelt bis vervierfacht. Eine dritte Integer-Pipeline, wie gehabt mit drei ALUs, steigert die Rechenleistung und die Gleitkommaeinheit. Sie arbeitet nun auch nach dem Out-of-Order- statt dem In-Order-Prinzip. Die Pipeline wächst von zehn auf zwölf Stufen, ergo hat Intel auch die Sprungvorhersage verbessert.

Goldmont muss sich nicht für einen Load oder einen Store pro Takt entscheiden, sondern kann beides parallel ausführen. Hinzu kommt eine drastisch gesteigerte AES-Geschwindigkeit, und die CPU-Kerne unterstützen per SHA1 wie SHA256 in Hardware, was die Verschlüsselungsleistung enorm erhöht.

Offenbar will Intel auch die Xeon D-1500 genannte CPU-Serie aktualisieren, die genauso wie die Atom C3000 im Sommer 2017 erscheinen soll. Bisher basieren diese Chips auf der Broadwell-Architektur und nutzen bis zu 16 Kerne, etwa der Xeon D-1587.

Autor des Artikels ist Marc Sauter.

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